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Frage:
02.01.2014
Ich besitze eine Reklamemarke von 1949 "Berlin Airlift". Sowas gilt warscheinlich als sammelunwürdig, oder?
Antwort:
Briefmarkensammeln beschränkt sich auf Briefmarken. Ich kann mir das jedoch auch gut als ausschmückendes Beiwerk in einer Berlinsammlung vorstellen. Das heißt jedoch nicht, daß so etwas nicht sammelwürdig wäre, denn es mag Sammler solcher Marken geben, die dafür etwas bezahlen.
Frage:
02.01.2014
Was bedeutet der Stempelkreis mit FS auf der Rückseite einer Briefmarke.
Antwort:
Das ist mir leider nicht bekannt. Vielleicht kann einer der Leser dieser Frage etwas darüber sagen.
Frage:
02.01.2014
Guten Tag! Seit ca. 3 Jahren sammel ich Briefmarken aus der Zeit des russischen Zarenreiches sowie der Sowjetunion. Bisher habe ich meine Erfahrungen zu 100% mit Ihren Anregungen und der Kritik, die auf Ihrer Website zu lesen ist, in Einklang bringen können. Ich habe bisher keine Möglichkeit gehabt an qualitativ hochwertige Briefmarken zu gelangen und habe versucht den mir angebotenen "Müll" lieber zu ignoriert. Nun möchte ich allerdings nach und nach eine ordentliche Sammlung aufbauen. Was mir als Laie Probleme bereitet, ist die Einschätzung des tatsächlichen Wertes bzw. Tauschwertes einer Briefmarke. Dabei orientiere ich mich am Michelkatalog sowie den Preisen bei eBay etc., die teilweise meilenweit auseinanderdriften. Ich wäre allein mit meinen Briefmarkenbögen zu a hudert Marken laut Michelkatalog ein reicher Mann, habe aber pro Bogen nur einen Euro bezahlt (tatsächlicher Marktwert also 0,6% im Vgl. zum Katalogwert). Mir war diese Rechnung klar bewusst, sodass ich die Bögen nur aus ästhetischen Gründen angeschafft habe... Dennoch oder gerade aufgrund dessen weiß ich nicht, mit welchem Prozentsatz vom Katalogwert man Briefmarken generell zu Beginn ansetzen sollte, um eine realistische Ausgangsbasis für Preisverhandlungen zu haben. Ich habe bei Ihnen etwas von 30% gelesen, bin bisher allerdings von 60% für sammelwürdige Marken ausgegangen. Können Sie mir diesbezüglich einen Rat geben, damit ich mein Geld in meine Sammlung stecken kann, anstatt es sinnlos aus dem Fenster zu werfen?

Mit freundlichen Grüßen,

A.R.
Antwort:
Die Katalogbewertungen sind reine Verkaufspreise des Handels und haben mit einem tatsächlichen Wert oder uns Sammlern, abgesehen davon, daß man uns Sammlern Briefmarken zu diesen hirnrissigen Preise verkaufen möchte, überhaupt nichts zu tun. Wenn Sie Ihre Marken dem Handel zum Kauf anbieten, sind diese Preise dann auch für den Handel bedeutungslos, werden in Anfällen von Ehrlichkeit dann schon auch mal als überbewertet bezeichnet - aber nur um noch billiger daran zu kommen, wobei der meiste Schrott erst garnicht angekauft wird.

Nein, es gibt keinen Faktor, den man zur Berechnung eines Sammlerwertes zugrunde legen könnte. Am ehesten sind die Preise der bei einem Euro beginnenden Auktionen im Internet noch realistisch. Hier werden, zumindest überwiegend, Preise geboten, nicht gefordert, die der einzelne Sammler und Interessent dafür zu zahlen bereit ist. Der jeweils gezahlte Preis stellt immer für den Kaufmoment den Wert eines Objekts dar - und wird beim nächsten Angebot neu ausgehandelt (Angebot und Nachfrage!). Mit anderen Worten, nur wer im Internet unter Ausschaltung derer, die uns mit illussorischen Festpreisen schröpfen wollen, ein- und verkauft wird erfolgreich sein - optimal erfolgreich aber auch nur dann, wenn man sich auf Q1, also allerbeste Qualität beschränkt.
Frage:
01.01.2014
In welchem Katalog werden Zusammendrucke der BRD aufgelistet.Habe eine Sammlung geerbt und möchte nun ihren Wert taxieren.
Danke
Antwort:
Der Michel-Spezial listet die meisten Zusammendrucke (ZD) auf. Allerdings nützen Ihnen diese Katalogbewertungen garnichts, da sie nicht den Sammelwert darstellen, sondern Verkaufsrichtwerte des Handels sind. Würden Sie die ZD seit etwa der 1960er-Jahre kaufen, würden Sie dafür einen enormen Betrag bezahlen müssen, während Sie beim Verkauf so gut wie nichts dafür bekämen. Lediglich Posthorn- und Heuss-ZD, normal zentrisch und zeitgerecht gestempelte ZD und Besonderheiten sind gesucht - und haben einen zählbaren Wert.
Frage:
30.12.2013
Sehr geehrter Herr Köpfer!

Danke für Ihren Rat. Habe ihn befolgt. Die Kabinettsammlung BERLIN postfrisch nicht erworben.

Frage 1:
TIEFSTGEPÜFT. Dieser Begriff ist mir nicht schlüssig und ein Blick in die Prüfungsordnung hilft auch nicht wirklich weiter.

Frage 2:
TIEFSTGEPRÜFT ab 25 € Katalogwert (= ca. 5 € Marktwert). Eine Prüfung erscheint mir nicht wirtschaftlich (die Prüfungsgebühr rechnet sich doch nicht, oder?).

Anmerkung:
Wirtschaftlich erscheint mir eine TIEFSTPRÜFUNG ab 250 € Katalogwert pro Postwertzeichen. Wie sehen Sie das?

Grüße v. Lutz
Antwort:
1. Prinzipiell ist "tiefstgeprüft" der Prüfstempel an der tiefst- also unterstmöglichen Position. Wandert der Prüfstempel nach oben, bewertet dies mehr oder weiniger große Fehler (wobei für den Q1-Sammler jeder Fehler die Sammelwürdigkeit zerstört). Die Stempelqualität wird mit einem Prüfzeichen nicht bewertet. Folglich können gerade noch so bewertbare Stempel, wenn die übrige physische Qualität stimmt, ebenfalls tiefstgeprüft sein. Die sind dann zwar sammelwürdig, jedoch mit geringerem Wert, bis hin zur fast Wertlosigkeit. Q1, mein Anspruch, also allerbeste Gesamt-Qualität, ist jedoch tiefstgeprüft mit optimalem Stempel.

2. Die Antwort zu 1. beweist, daß in der Philatelie alles seine Ordnung hat, immer jedoch eine mehrdeutige, nicht reale und vor allem nicht uns Sammler berücksichtigende. So war es jedenfalls bisher. Wir Q1-Sammler haben Qualitätsstandards geschaffen, die mit den heutigen Katalogbewertungen absolut nichts zu tun haben. So werden Marken, die absolut nichts wert sind, von den Katalogen im Interesse des Handels hoch bewertet, Q1-Qualitäten jedoch, mit z.B. einer Michelbewertung von 80 Cent, mit dem vielfach dieser Bewertung bezahlt. So stellt sich, solange wir nur absolute Topmarken zur Prüfung schicken, die Frage der Wirtschaftlichkeit nicht wirklich - und Prüfung ist (leider) absolut nötig - bei den schwarzen und roten Aufdrucken auch bei kleinsten Werten.

Frage:
29.12.2013
Macht es Sinn, bei ebay eine kompl. Berlin Sammlung (ohne geprüfte Marken) so günstig (300€) zu erwerben?
Kann man nicht per se davon ausgehen, das die teuren Marken gefälscht sein werden? Andererseits hätte man eine Basis für ein Sammelgebiet und ein evtl. brauchbares Album mit Vordrucken..

http://www.ebay.de/itm/Sammlung-Berlin-1948-1990-gestempelt-fast-komplett-tolle-Belege-FDC-/301039571548?pt=Briefmarke&hash=item46175b525c

Was ist Ihre Meinung hierzu?
Antwort:
Ein Vordruckalbum zum Briefmarkensammeln macht nie Sinn: Schön zu sehen, daß keine einzige Marke einen Bogenrand oder irgendwelche Zudrucke aufweist. Dann vermute ich, daß der Verkäufer, nachdem er im Handel oder bei Auktionatioren erfolglos versucht hat zu verkaufen, nun das Heft selbst in die Hand nahm - mit dem Erfolg eines 300,-- Euro-Deals. Die Frage, was der Sammler selbst investiert hat, stelle ich hier nicht. Weiterhin sind die physischen Qualitäten nicht sichtbar, die meisten Marken ohnehin nicht prüfbar und die prüfbaren sind aufgrund der hohen Fälschungsgefährdung dann wahrscheinlich falschgestempelt.

Für € 300,-- würde ich mir lieber, jeweils tiefstgeprüft, z.B. einen Spitzensatz "Stephan" (€ 80,00), Goethe (€ 80,--), die "Glocken (links" (€ 70,--), "Philaharmonie" (€ 60,--) und dazu ein großes Steckalbum für rund € 10,-- mit dem Effekt kaufen, etwas immer wieder verkaufbares erworben zu haben plus einem Album, das auch noch viel mehr von dem aufnehmen wird, was man im Laufe der Zeit an Schönem, noch finden wird.
Frage:
28.12.2013
Beim stöbern in Ebay habe ich eben einen Adlerstempel auf einem Rollenende bei Bedeutenden Deutschen gesehen. Wissen Sie vielleicht wie der da hinkommt und warum?
http://www.ebay.de/itm/271351431770?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1438.l2649
Antwort:
Von der ARGE RSV (Rollenmarken, Markenheftchen und Automatenmarken der ganzen Welt) wurde zu diesem Thema die folgende Erklärung bekannt:

"Betroffen von den Adlerstempeln waren in Berlin die Serien "Berliner Stadtbilder", "Heuss - Medaillon" und "Bedeutende Deutsche". Bei den Ausgaben Bund waren dies die Ausgaben von "Heuss" und "Bedeutende Deutsche".

Bei dem Adlerstempel in roter Farbe handelt es sich praktisch um eine Art Versiegelung der Rolle gegen unerkannte Öffnung. Die verpackten Rollen (mit Banderole) wurden unter Anderem mit einem Papierstreifen versiegelt. Auf diesen Papierstreifen wurde in einem Zeitraum von ca. 8 Jahren zur weiteren Sicherheit ein Stempel in Form eines "Bundesadlers" aufgedruckt. Da der Papierstreifen beim Öffnen der Rolle entfernt wurde, blieben nur noch Fragmente (die äußeren Enden der Flügel) davon auf den Leerfeldern sichtbar. Teilweise wurde der Stempel auch auf die Banderolen abgeschlagen."
Frage:
27.12.2013
Meine Frage bezieht sich auf die Zentrierung des Druckbildes bei Briefmarken. In den Bewertungshinweisen und den Qualitätsstufen des Michel-Kataloges findet man überall die Aussage: Der Preis gilt nur für gut zentrierte Stücke. In meinen Augen finde ich diese Aussage irreführend, da dieser Druckgang nun einmal zu diesen Marken geführt hat und diese wie die perfekt zentrierten an den Postschaltern zu erwerben waren. Deshalb können diese doch nicht als minderwertig angesehen werden? z.B. besitze ich einige Marken die sogar verzähnt sind, vom BPP-Prüfer aber tiefstgeprüft wurden. Gerade in diesen Stücken liegt doch auch der Reiz des Sammelns, da dies aufzeigt, das eben nicht immer alles bei der Herstellung glatt läuft und das sich auch Fehler einschleichen können.
Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?
Antwort:
Der kritische Sammler findet im Michel Wiedersprüche im Dutzend. So z.B., daß Rollenmarken auch mit beschädigter Zähnung sammelwürdig seien, Ausgabevarianten einfach unterschlagen werden, Sammlerpost als "philatelistisch beeinflußt" dargestellt wird und die Jahresgaben des Philatelistenverbandes (für wen bemüht der sich eigentlich)und all das Machwerk dagegen als katalogwürdig (ist zwischenzeitlich, offensichtlich als zu peinlich erkannt, revidiert worden). Wenn man mal verinnerlicht hat, für wen dieser Katalog gemacht ist, nämlich für den Handel, dann versteht, nein das ist falsch, erkennt man die Manipulationen zu Lasten von uns Sammler. Sie haben zu 100 % recht: Eine dezentrierte Marke ist sogar eher sammelwürdiger als eine absolut zentrierte. Im Übrigen sind wir Briefmarkensammler die Philatelie und nicht die, die mit uns Geschäfte machen möchten.
Frage:
25.12.2013
Wie kann man an einem alten dicken Briefmarkenalbum die kaputte Bindung kostengünstig reparieren?
Antwort:
Ich denke, daß ein Buchbinder einen Preis verlangen würde, der der erbrachten Leistung entspricht. Es dürfte dort wie auch bei uns in der Philatelie sein: Kaufen wir Sonderangebote oder billig ein, schaffen wir mit minderen Qualitäten wertlose Sammlungen, investieren wir zu einem guten, angemessenen Preis in Sammelwürdiges, können wir ein Wertobjekt unser Eigen nennen. Man kommt irgendwann einfach nicht darum herum, das Alte zu ersetzen - ce la vie. Machen Sie es wie ich: Ich habe zwischenzeitlich Spaß daran, meine Sammlung in neue, große Steckalben (siehe "briefmarken-handbuch.de) umzugestalten.
Frage:
25.12.2013
Ich bekomme vom Sammlerservice der Deutschen Post die Vordruckblätter geliefert.
Auf diesen Vordruckblättern ist immer auch etwas Infotext mit aufgedruckt. Durch die Randstücke der postfrischen Marken wird dieser Text teilweise überdeckt. Nun meine Frage: Darf man die Randstücke entfernen oder führt das zu einer Wertminderung der Marke ?
Antwort:
ALLE seit etwa 1955 weltweit verausgabten und als postfrische Einzelmarken OHNE Rand gesammelten Briefmarken sind zu 99,9 % wertlose Massenware. Viele hunderttausend deutscher Sammler mußten das in den letzten Jahren schmerzlich erfahren (wie zum Hohn, werden sie außerdem noch von völlig irrelevanten Katalognotierungen hinters Licht geführt). Schuld daran sind maßgeblich diese uns gängelnden, also vorschreiben, wie und was wir sammeln sollen, wollenden Vordruckalben. Erfolgreich Briefmarken zu sammeln bedeutet, Besonderheiten zu sammeln, also z.B. die Randstücke, wo möglich mit Zudrucken wie Druckerzeichen, Formnummern, Randzahlen und vielem mehr. Ja, die Ränder zu entfernen führt zu einer massiven Wertminderung - wenn auch oft eines nur sehr geringen Wertes. Oft werden, damit sie ins Vordruckalbum passen, die Ränder umgeknickt. Das ist, als ob die Ränder abgetrennt worden wären - solche Marken sind nur noch als Einzelmarken ohne Rand zu bewerten.

Ich habe bis vor einigen Jahren auch in diesen unsinnigen Alben gesammelt und bin dann auf die großen 30-seitigen Einsteckalben umgestiegen.

Allerdings sammle ich heute die uns Sammler zu "Melkkühen" der Philatelie machenden Neuheiten nicht mehr. Die mehr als 170 Jahre dauernde Tradition der Briefmarke bietet so unendlich viele tolle und spaßmachende Möglichkeiten, daß alles andere buchstäblich rausgeworfenes Geld ist, ein 100%iger Wertverlust.

Wenn Sie wissen wollen, wie Briefmarkensammeln in IHREM Sinne richtig ist, lesen Sie sich in meine Internetseiten ein: "briefmarken-leitfaden.de" sagt, was zu beachten ist, "briefmarken-ratgeber.de" wie wir betrogen werden, "briefmarken-literatur.de", welche Kataloge wichtig sind und das "briefmarken-handbuch.de" erläutert viele Begriffe und wie man damit umgehen sollte. Außerdem beschreibe ich in "berlin-briefmarken.de" mein eigenes Sammelgebiet. Schützen Sie sich!
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