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Frage:
02.02.2013
Sehr geehrter Herr Köpfer,

durch zufälliges googeln bin ich auf Ihre Internetseite gekommen und habe mich richtig "festgelesen" in den Fragen und Antworten.

Für Sammler ist das sicher eine sehr gute Bereicherung und man kann viel lernen, auch als "Nichtsammler" wie ich einer bin.

Ich habe in einem Nachlaß eines älteren Herren unter anderen Dingen auch Briefmarken gefunden. Da ich, auch vorgewarnt von anderen Bekannten, mich nicht als Unwissender in die "Fänge" von professionellen Wiederverkäufern begeben möchte, hatte ich im Internet eher nach "normalen" Sammlern geschaut.

Dabei muß ich sagen das es mir nicht um die Erzielung von Höchstpreisen geht, da ich ja davon leider keine Ahnung habe.

Meine Feststellung ist, daß es unheimlich viele verschiedene Sammler gibt, die sich auf bestimmte Sachen spezialisiert haben.

Das ist gut, macht es aber für mich gleichzeitig unheimlich schwer, den oder die Richtigen zu finden, die Interesse haben an dem, was ich anzubieten habe.

Unter anderem ist in der Sammlung ein Ersttagsbrief von 1936 einer gemeinsamen Fluglinie einer Chinesischen Fluggesellschaft mit Air France dabei.

Meiner Recherche nach ist diese Fluglinie sehr schnell wieder eingestellt worden.

Der Brief ist nach China gelangt, wurde dort vom Onkel des älteren Herren mit einem persönlichen Gruß versehen und zurück nach Deutschland gesandt. Auch der inliegende Brief ist noch dabei.

Ich konnte trotz Recherchen nirgendwo ein ähnliches Objekt finden.

Vielleicht können Sie mir einen Tip geben, ob so etwas heute überhaupt noch von Sammlern gefragt ist.

Ansonsten werde ich mir den Ersttagsbrief rahmen und selbst behalten.

Als Anlage schicke ich Ihnen ein Foto davon.

Ich wäre sehr dankbar wenn ich eine Antwort von Ihnen erhalten würde.

Beim Blättern habe ich gerade gesehen, daß auf einer Seite ein kompletter Satz der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin dabei ist, alles ohne Stempel.

Vielleicht ist das auch für jemanden von Interesse.

Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe
Antwort:
Sie haben einmal eine gesunde Skepsis - und stellen auch noch die richtigen Fragen. Sie sind somit garnicht mehr so ahnungslos und müssten, um Briefmarkensammler zu werden, nur noch die Faszination dieses wundervollen Hobbys entdecken.

Da ich über chinesische Marken wenig spezielles sagen kann, gebe ich nur prizipielles von mir. China ist seit einiger Zeit weltweit absolut angesagt - und Ihr Brief ist, ich denke nicht nur für mich, ein Traum. Die zwei Flugpostmarken und die beiden weiteren Paare sind toll. Wenn Sie ihn verkaufen wollen, würde ich Ihnen empfehlen, sich mit den großen Auktionshäusern, ich denke da an Felzmann, Rapp, Schlegel aber auch andere, mal in Verbindung zu setzen, denn den besten und reellsten Preis erzielen Sie bei einer Auktion. Der einfach Verkauf brächte Ihnen lediglich das, was der Auktionator gerne bezahlen möchte, was nichts mit dem tatsächlichen Wert zu tun haben muß.

Bei Ihren übrigen Marken wird es einfach auf die Qaulität ankommen. An dem Olympiasatz bestünde sicher Interesse, wenn die Marken postfrisch wären, also ohne Falz oder Falzreste.
Das betrifft, klar, auch alle anderen postfrischen Marken. Gestempelte Marken sollten prüfbare Stempel haben, man sollte also Ort und Datum lesen können.

Aber ich habe ja schon (fast) alles geschrieben - lesen Sie sich doch einfach weiter in meine Seiten rein. Viel Spaß!
Frage:
01.02.2013
Guten Tag Herr Köpfer!

Ich habe Zusammendrucke aus MH 1 Berlin. Nun heißt es, dass S1 z.B. aus MiNr. R1 d + 42 besteht. Gilt dies nur, wenn links 100 Jahre .. und rechts die Marke ist oder auch, wenn die Marke unter dem R 1d steht. Ist also S1 sowohl in Horizontaler Form wie Vertikaler Form das Gleiche?
Gruß CHESSBASE
Antwort:
Aus MHB1 und auch den MH-Blättern gibt es waagerechte und senkrechte Zusammendrucke, die unterschiedlich bewertet und selbstverständlich in ihrer Unterschiedlichkeit auch gesammelt werden. Es gibt W1 bis W16 (waagerecht, S1 bis S4 (senkrecht), SZ1 bis SZ4, jeweils mit und ohne durchgezähnten Zwischenstegen, sowie SKZ1 und SKZ2. Unterschiedliche Randvarianten kommen hinzu.

S1 ist also die senkrechte, W1 die waagerechte Variante.

Der Michel-Spezial bietet u.a. hierzu viel Wissen, der MH-Katalog von Michel speziell hierzu noch einiges darüber hinaus.

Empfehlenswerte Spezialliteratur (siehe meine Seite "briefmarken-literatur.de") sollte man sich, wenn man ersthafter Briefmarkensammler ist oder gar zum Spezialisten werden möchte, auf jeden Fall leisten - zumal diese Kataloge auf sehr viele Jahe hinaus verwendbar sind.
Frage:
30.01.2013
Wie kann man Briefmarken von Ansichtskarten ablösen, ohne die Karte zu zerstören und auch nicht die Marke?
Antwort:
Mir fallen da zwei Möglichkeiten ein: Man könnte einmal die abzulösende Marke (und nur die) solange vorsichtig mit sehr wenig Wasser benetzen, bis sie sich ablösen läßt. Die andere ist die, die Ecke mit der Marke über Wasserdampf zu halten, bis das gleiche Ergenbis erreicht wird.

Bei beiden doch recht zeitäufwändigen Arten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß eventuelle Rollennummern erhalten bleiben.



Frage:
26.01.2013
Nach sehr langer Abstinenz bin ich wieder dabei, mich dem Briefmarkensammeln zu widmen. Früher hatte ich eigentlich mehr quer Beet gesammelt und alles brav über die üblichen Versandstellen geordert. Eben alles was halbwegs interessant aussah. Mit VR China der Endsiebziger hatte ich da sogar einen guten Schuß gelandet, doch das ist inzwischen alles veräußert, weil mir das Sammelgebiet mittlerweile sehr unübersichtlich und unausgewogen erscheint. Viele Machwerke eben für "Sammler".

Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß die eigentlich interessanten Sammelgebieten die abgeschlossenen Gebiete wie Berlin, Saarland oder DDR sind.

Nun könnte man natürlich hingehen und Satz für Satz, Marke für Marke alles zusammenzusuchen, was der Markt so her gibt.Das Problem ist aber immer, daß man sich ob bei den einschlägigen Auktionshäuser oder Ibäh nicht wirklich im Vorfeld genau anschauen kann oder bei ungeprüften Stücken diese sogar vorher prüfen läßt( fraglich, ob das überhaupt sinnvoll ist oder man besser gleich die Finger von davvon läßt).

Daher trage ich mich mit dem Gedanken ggf. Lots oder Auflösungsposten zu kaufen und diese entsprechend zu durchsuchen. Mir ist schon klar, daß dabei auch jede Menge Knochen bei sein werden. Wie sind Ihre Erfahrungen damit oder haben Sie alternative Vorschläge?

Primär möchte ich gestempelt sammeln, weil meiner Meinung nur so eine bedarfsgerecht dokumentierte Sammlung entstehen kann; natürlich ohne diese unsäglichen Versandstellensonderstempel.

Mit freundlichen Grüßen

tervara
Antwort:
Willkommen!

Man kann beim Briefmarkensammeln an sich nichts falsch machen, wenn man die richtige Philosophie hat und die absolut konsequent lebt.

Das bedeutet, generell nur absolut einwandfreie Marken zu sammeln, und die nur mit les- und prüfbaren, klaren und eventuell zentrischen (die Krönung!) Stempeln, zeitgerecht von normalen Postämtern abgeschlagen zu akzeptieren. Geprüfte Ware sollte ab € 20,-- Michel normal sein, mindestens aber Prüfgarantie für wieder mindestens 1/2 Jahr.

Postfrisch nur mit Besonderheiten (Ränder, Einheiten, versch. Zähnungen, Fluoreszenzen, versch. Papiere und Gummierungen und vieles mehr). Massenware zur michelmäßigen "Vervollständigung" nur billigst über z.B. eBay einzukaufen, Abos vermeiden! eBay mit klaren Abbildungen halte ich für OK!

Wie gesagt, dann kann nichts falsch laufen.

Lots oder Auflösungsposten halte ich für wenig sinnvoll. Sie sind auf jeden Fall "durchsucht" und werden meistens schon zum x-ten Mal, immer wieder, um ein wenig Schrott erleichtert, als solche angeboten. Und die hohen, nie realisierbaren "Pseudomichelwerte" sind ja genau das, was uns Sammler so betrügt. Andererseits bieten diese Posten dem Sammler, der viel Freizeit ausfüllen möchte, großes Potential - und außerdem könnte der Philatelie dienen, wenn nach der "Durchforstung" ALLER Schrott im Mülleimer landet, also nicht mehr wieder dem Briefmarken-Schrott-Kreislauf zugeführt würde.
Frage:
24.01.2013
Könnten Sie im Handbuch mal einen Artikel "Auktion" scheiben?
Antwort:
Kommt, aber bitte noch etwas Geduld.
Frage:
21.01.2013
Hallo Herr Köpfer,

gibt es für 4er-Blöcke einen Richtwert bez. den Einzelpreisen der Marken (vorrang meinte ich auch die gestempelten) oder sogar einen Michel-Katalog, den man zumindest als Grundlage für Preise nehmen könnte?

Ich bin nämlich verwundert, dass ein 4er-Block mit schönem Stempel schon vor Ende der Auktion ein Mehrfaches an Wert der Summe der Einzelmarken hat.

Gruß
CHESSBASE
Antwort:
Hallo Chessbase, nein, dafür gibt es keine "Berechnungsgrundlage", denn eine Multiplikation des Michelpreises geht gegen die Wand. Einheiten jeder Größe, zumal zentrisch von normalen Postämtern abgestempelt, werden so extrem selten angeboten, daß das von Ihnen angesprochene hohe Gebot wahrscheinlich völlig normal, wahrscheinlich sogar (noch) sehr günstig ist.
Im "briefmarken-handbuch.de" finden Sie unter dem Begriff "Bogeneinheiten" weitere Erklärungen.
Frage:
21.01.2013
Hallo und guten Tag.
Ich habe u.a. die Bund-Briefmarke von Bundeskanzler Adenauer, Michel Nr. 876,
zu dessen 100. Geburtstag. Diese Marke erschien am 05.01.1976, ist aber mit Datum 08.01.75 abgestempelt!!! Ich vermute, der Postbeamte hatte das Jahresdatum nicht verändert.
Hat diese Marke eine besonderen Wert? Wer kann die Echtheit des Stempels prüfen usw.
Mit freundlichem Gruß
Herbert Brezinski

Antwort:
Das ist sicher so. Einen besonderen Wert stellt diese Abstempelung jedoch nicht dar, das läuft eher unter "Kuriosum" oder "Versehen". Ich habe einen Brief, bei dem der Werbeteil des Stempels auf dem Kopf steht. Das ist zwar lustig und sammelwürdig und lockert eine Sammlung auf, aber, wie schon gesagt, wertvoll ist das nicht.
Frage:
20.01.2013
Habe in meinem Album vier Bogenmarken mit Rand rechts und Eckerandstück unten auf dem eine 1. ist. Marke: Konrad Adenauer Mi. Nr. 1601. Besonders wertvoll, oder? gestempelt, abgelöst.
Grüße W.Leyk
Antwort:
Sollte die Eckrandmarke mit der Nummer 1 eine ältere, also aus der Zeit der 50er- und 100er-Bögen sein, handelt es sich wohl um eine Formnummern (siehe www.briefmarken-handbuch.de). Die gibts je Bogen nur einmal und ist somit sammelwürdiger als die übrigen. Bei der MiNr. 1601 handelt es sich um ein Massenprodukt mit über 30 Mio. Stück, das kann nie etwas werden. Am besten verwendet man alle noch gültigen postfrischen Bundmarken zum Frankieren. Zentrisch vom normalen Postamt gestempelt oder z.B. als Mehrfachfrankatur, am besten eine außergewöhnliche, wird sie dann wieder sammelwürdig.
Frage:
17.01.2013
Der Wert der Abomarken/Massenmarken geht bekanntlich gegen Null. Aber war das Postamt Berlin 12 ein fiktives Postamt? Was, wenn ich die schön gestempelten Abomarken aufklebe und dann im Wasserbad ablöse, also die Gummierung entferne? Wie erkennt man dann noch den Unterschied zwischen der Abomarke und einer gelaufenen Marken? Denn wenn es kein fiktives Postamt war, wovon ich ausgehe, dann gibt es ja auch gelaufene schön gestempelte Berlin 12 - Marken.

Viele Grüße
CHESSBASE
Antwort:
Hallo Chessbase, diesmal möchte ich mich einfach auf einen Hinweis beschränken: Im "Briefmarken-Handbuch.de" habe ich mich mit unter dem Stichwort "Berlin-12" hierzu umfänglich geäußert.
Gruß
Günther Köpfer
Frage:
16.01.2013
Sehr geehrter Herr Koepfer,

da habe ich mir nun zu Weihnachten den Schwarzkatalog geschenkt und bin sehr gluecklich ob all der neuen Erkenntnis. Danke fuer den guten Rat! Bogenrandsignaturen sind also das neue Sammelgebiet. Schade, dass einige meiner Lieblingsmarken keine Formnummern aufweisen, sonst gaebe es noch mehr Gruende z.B. die Voegelserie von 1973 zu suchen u. zu sammeln. Nun habe ich eine neue Frage: Was ist von Briefmarkenentwuerfen zu halten, die die Bundesdruckerei erstellt hat? Es sind ja strenggenommen keine Briefmarken und damit nicht wirklich sammelwuerdig fuer uns Reinheitsfanatiker. Ein grosses Auktionshaus bietet im Februar sehr sehr attraktive Stuecke an. Es faellt mir schwer, da wegzugucken. Was halten Sie von amtlichen Vorlagekartons etc.? Gruesse, Ch. Hemmler
Antwort:
Hallo Herr Hemmler, es freut mich, daß auch Sie den Spaßfaktor geknackt haben. Neu ist dieses Sammelgebiet allerdings nicht, eher im Gegenteil. Die Randbedruckung, die Günter Schwarz beschreibt, wurde schon mit der Einführung der 10er-Bogen vor ca. 20 Jahren beendet, HAN und Druckerzeichen noch viel früher. Es ist also nur die Entdeckung des Sammelwürdigen und ein ganz besonderer Reiz, Vorhandenes damit zu ergänzen, aufzuwerten. Ich wäre gespannt, wann Sie mitteilen könnten, die Greifvögel mit Formnummern komplett zu haben.

Nein, ich halte "Entwürfe" (interner Vorgang) jeglicher Art für mich "Otto-Normal-Sammler" nicht für sammelwürdig, obwohl ich zugeben muß, daß ich so einige Stücke auch faszinierend finde. Aber das geht mir auch bei einem Ferrari, den aktuellen Bildern der Goldvorräte der Bundesbank und manch anderem so. Aber das alles hat mit meinem Leben, meinen Passionen nur peripher zu tun - ich sammle Briefmarken und konzentriere mich, einfache Regel, deswegen auf Marken in bester Qualität, also Q1, die zur Erlangung einer Dienstleistung auf Briefe geklebt werden konnten. Das sehe ich nicht fanatisch, sondern ganz nüchtern: Q1 kostet Geld, das ich bei einem Verkauf wieder zurückbekomme, schlechte Qualitäten dagegen sind rausgeworfenes Geld, die "perfekte" Geldvernichtung.

Viel Spaß bei Ihrer "Jagd"

Günther Köpfer
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