Besucher seit 17.08.11
Gesamt1.057.511
Heute: 10
Gestern: 460
Impressume-mail sendenZum GästebuchYou Tube Film
Der LeitfadenDas Buch
Der Download
Fragen + Antworten
Hier können Sie ganz schnell mal eine Frage stellen. Soweit es in meiner Macht steht, beantworte ich sie gerne.
Ihr Frage:

Maximal 5000 Zeichen.
Übrig  Zeichen
Spamschutz: Wieviel ist 11 + 5

615 Fragen und Antworten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53
54
55 56 57 58 59 60 61 62
Frage:
18.11.2012
Es gibt ja maschinell gestempelte Sammlermarken, die einen schönen Rundstempel haben und hinten noch Originalgummi. Nun stand ich vor der Wahl, ob ich diese Marke/n gegen gelaufene mit ebenfalls schönem Stempel, aber ohne Gummierung, austauschen soll.

Ich habe mich für die Marken mit der Gummierung entschieden. Und zwar, weil ich denke, dass diese Marken "kompletter" sind.

Was sagen Sie als Fachmann dazu?

Gruß
Valeri
Antwort:
Hallo Valeri, maschinell gestempelte "Sammlermarken" sind ein speziell für Sammler hergestelltes Massenprodukt, das, so hat sich herausgestellt, als und in Sammlung(en)an Händler und Auktionshäuser unverkäuflich ist. Uns Sammler "dreht" man andererseits solche wertlosen, "manipulierten", in Katalogen zu maßlos überhöhten Preisen aufgelisteten Marken gerne an. Derzeit haben hunderttausende Sammler erkannt und erfahren dürfen, daß ihre für teures Geld in oft lebenslang zusammengetragenen Sammlungen wertlos ist.

Da es nicht sein kann, daß die eine Seite, nämlich die Briefmarkenlobby, die Sammler über den Tisch zieht, die Sammler quasi deren Lebensunterhalt mit eigenem Totalverlust finanzieren, rate ich Ihnen, Ihre Entscheidung zu überdenken. Gönnen Sie sich eine Auszeit und lesen sich in meine Seiten ein. Im "Briefmarken-Ratgeber.de" erfahren Sie, wie die Briefmarkensammler abgezockt werden, das "Briefmarken-Handbuch.de" erläutert Begriffe aus der Philatelie, darunter auch die Stempel, wie Kataloge zu lesen sind und was das allerwichtigste beim Briefmarkensammeln, die Qualität, für eine Bedeutung hat. Unter "Briefmarken-Literatur.de" können sie nachlesen, welche Literatur, also auch Kataloge (Finger weg von den sogenannten "kleinen Katalogen), empfehlenswehrt sind.

Vielleicht noch kurz der Hinweis, daß die Wertigkeit von Sammler-Briefmarken von Angebot und Nachfrage abhängt. Besteht eine großes Angebot und keine Nachfrage (Versandstellenstempel!) sind die Objekte wertlos, besteht ein kleines Angebot und eine große Nachfrage, steigen die Preise (z.B. zentrische Bedarfsstempel), sind Angebot und Nachfrage ausgeglichen, "dümpeln" die Preise.

Machen Sie sich frei von Dingen, die speziell für uns Sammler hergestellt wurden (auch FDC und ETB) und konzentrieren Sie sich auf "sammelwürdiges" (auch ein Stichwort im Briefmarken-Handbuch) - und das mit allerhöchster Qualität! Sie werden dann unser Hobby als ein ganz tolles erleben.
Frage:
12.11.2012
Thema Gummierung (s. Frage vom 01.11.2012)
Sie erhalten bei Beanstandungen schon mal einen freundlichen Hinweis des Verkäufers, Briefmarken doch besser in einem Ladengeschäft zu erwerben. Bei meinen Bemühungen, die noch preiswerten Marken mit Randdruck Berlin zu ersteigern, habe ich über ebay noch keine sammelwürdige Q1-Marke erhalten. Ein kleiner Knick ist immer dabei. Gibt es eine Übersicht zu den im Handbuch genannten Gummierungen? Welche Marke müsste welche Gummierung aufweisen? Ab welcher Ausgabe gibt es die Hochglanzgummierung nicht mehr? Falls Sie über die notwendigen Informationen verfügen, wäre eine Erweiterung im Handbuch hilfreich. Ich finde es auch sehr gut, dass Sie mal Marken aufzeigen, deren Qualität NICHT Q1 erreicht. Mehr davon gäbe uns Q1-Anfängern bei der Auswahl mehr Sicherheit. Und nun noch die Frage, welche Hilfe könnten wir ggf. für Sie einbringen?
Frank
Antwort:
Sieht man den Philateliemarkt kritisch, bietet sich ein trauriges Bild. Und schaut man sich das derzeitige Angebot z.B. bei eBay an, bekommt man das kalte Grausen. Da versucht jeder, seinen Schrott in 100-fachen Einzelmarkangeboten teuer zu verhökern - und scheut vor wirklich garnichts zurück. Das wirklich Grausame dabei aber ist, daß sich auch für den größten Schrott Käufer finden. Da fehlen teilweise ganze Ecken, Marken sind klar erkennbar nachgezähnt, kann erkennen, daß Marken geknickt sind - macht alles nix, sie werden gekauft.

Nein, eine Übersicht über die unterschiedlichen Gummierungen kann ich nicht bieten. Allerdings hilft immer der Vergleich mit anderen Marken. Das hilft z.B. beim Erkennen von Nachgummierungen sehr gut.

Zu Ihrer Feststellung, die Berlin-Zudrucke zu sammeln, paßt gut, daß ich gerade dabei war, dies als neues Stichwort ins Briefmarken-Handbuch aufzunehmen - was zwischenzeitlich geschehen ist. Ich hoffe, es hilft ein wenig.

OK, ich werde vermehrt nicht Sammelwürdiges in "Fundsachen" zeigen und ein wenig beschreiben.

Und zu Ihrer letzten Frage die Feststellung, daß das Mitmachen z.B. im Club eine Hilfe wäre, daß der vermehrte Verkauf meines Buches, wenn auch nur in geringem Maße, Mittel brächte, die man in die Weiterentwicklung stecken könnte - und ich hätte noch viele Ideen.

Und über eine Sache muß ich buchstäblich klagen: ich habe meine Buch kostenmäßig an der untersten Grenze angesiedelt, was mir einen Gewinn von nur 10 %, also € 1,50 je Buch bringt. Wenn dann, wie geschehen, Besteller nicht bezahlen, verflüchtigt sich der Spaß. Ein Schweizer Sammler, dessen Name ich wohl demnächst auf meinen Seiten veröffentlichen werde, hat bis heute nicht bezahlt: € 14,90 + mehr als € 5,-- für Porto und Verpackung bedeutet, daß ich 14 Bücher verkaufen muß, um zumindes den Verlust auszugleichen.
Freundliche Grüße an die Ehrlichen
Günther Köpfer
Frage:
08.11.2012
Hallo Herr Köpfer, Sie sind doch wohl kein Bayern-Fan? ;-)
Gestempelte Berlin-Briefmarken mit lesbarem Ort und Datum, möglichst als Vollstempel, werden von Ihnen zu Recht als die schönste Art der gestempelten Marken hervorgehoben. Sie sagen auch gleichzeitig, dass für diese Marken hohe Preise bei eBay gezahlt werden (sogar über Michel) und damit die Wertbeständigkeit dieser Marken gesichert ist. Das mag in Einzelfällen so sein, aber ist das nicht eher ein Wunschdenken?
Folgende eBay-Auktion zu diesem Thema habe ich gefunden (Berlin 174/5):
http://www.ebay.de/itm/160905875057?nma=true&si=wehUKb%2BtphbzgjNJROtXYtoVlVE%3D&rt=nc&_trksid=p4340.l2557&orig_cvip=true
Der Michelwert der beiden Marken wird mit ca. 6 € angegeben, die Auktion hat aber, trotz des schön, wenn auch nicht zentrischen Vollstempels, nur 3,61 € inkl. Versand erbracht.
Gruß Joachim Brisch

Antwort:
Ich hoffe in dieser internationalen Klasse immer mal wieder auf sehenswerte Spiele und auf dieser Ebene eben auch mal bei den Bayern. Das war aber nur ein Abklatsch von Dortmund - Madrid - Dortmund.

Mich hätten diese beiden Marken nicht interessiert. Bei der 10er ist der Stempel verschmiert und bei 20er erscheint er auch unklar und unsauber, die Nachfrage, 3 Bieter, entsprechend gering. Einerseits. Andererseits machen Angebot und Nachfrage die Preise. Logisch, daß manche Marken häufiger angeboten werden, die Nachfrage nachläßt, mal etwas übersehen wird oder man auf die allerbeste Qualität wartet und 1.000 weitere Gründe. Mit anderen Worten, nicht alle auch sehr guten Angebote erzielen Preise über Michel und manche wertlosen, weil qualitativ völlig daneben, werden, auch mal völlig übertrieben, sehr hoch beboten und das macht sie nicht wertvoll. In der Philatelie gibt es nichts, was es nicht gibt.

Andererseits habe ich, weil andere z.B. nachlässig waren, schon so manches Schnäppchen gemacht.

Wertentwicklung und -beständigkeit mache ich also nicht an Wunschdenken fest, sondern daran, ob bestimmte Objekte die Nachfrage befriedigen können - und das ist bei den von mir präferierten zentrischen Vollstempeln (und anderem) bei weitem nicht der Fall. Eine positive Wertentwicklung nun aber an konkreten Erwartungen, auch zeitlich, festzumachen, ist einfach unrealistisch.

Fest steht aber, wir Sammler machen mit unserer Nachfrage dem Markt, was im vorliegenden Fall bedeutet, daß, wenn wir das rare sammeln, deren Verfügbarkeit weiter verknappen, die Preise also weiter steigen werden.

Briefmarkensammeln ist wie das richtige Leben: nicht einfach, vielleicht sogar im Gegenteil.

Frage:
07.11.2012
Hallo Herr Köpfer,
können Sie bitte mal Ihr geschultes Auge auf dieses Angebot richten?
http://www.ebay.de/itm/360504096948?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1423.l2649
Ist die Marke noch Q1-Qualität, trotz der rechten Ecke und des 3. Zahnes unten rechts?
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Hallo Herr Brisch, Halbzeitpause und schneller Blick: Zahn rechts oben fehlt, Zahn unten zu kurz und Unregelmäßigkeiten in der obenren Zahnreihe: unterschiedliche Höhen z.B. der Zähne 4 und 5, außerdem gibt es hier keine spitzen Zähne. Da wurde kräftig und unschön manipuliert. Finger weg!
Gruß Günther Köpfer
Frage:
04.11.2012
Hallo Herr Köpfer, können sie bitte noch genauer beschreiben, was man dann bei der nachgezähnten Marke aus Ihren Fundsachen erkennen kann? Dass von vorne gesehen das linke und die beiden rechten Zahnlöcher weiter in die Marke ragen als der Rest?
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Ja, nachgezähnt, also wertlos! Es geht dabei einfach um das Erkennen, um die Vermeidung von Fehlkäufen. Bei "gesunder" Zähnung bilden die Zahnlöcher immer eine Linie -es sei denn, es wurde eine ganze Zahnreihe nachgezähnt. In dem Fall ist die Marke, legt man ein Vergleichsstück dahinter, kleiner.

Die prüfende "Rundumsicht" auf ein angebotenes Objekt sollte im Übrigen Standard sein. Das bedeutet im Umkehrschluß, daß man nie eine Briefmarke kaufen sollte, die man nicht genau inspizieren konnte oder, die nicht mindestens eine genaue, rechtlich verwertbare Beschreibung aufweist.
Frage:
04.11.2012
Der Markt macht den Preis ...
Hab ich mal in meinem BWL-Studium vor über 30 Jahren gelernt.
Und daher halte ich die Preise bei Auktionen - natürlich nur für echte Marken - zumindest als Anhaltspunkt für den echten Mark(en)twert.
Antwort:
Das ist zu 100 % richtig – wenn die Bieter ein Objekt auch richtig einzuschätzen wissen. Dazu gehört z.B. Grundprinzipien des Briefmarkensammelns zu kennen und auch unabdingbar zu beachten, sich freizumachen von falschen, die Marktsituation und die Sammler manipulieren Aussagen von Leuten, die vorgeben die Interessen der Briefmarkensammler auf ihrem Panier stehen zu haben, zu wissen, daß die heutigen Katalogpreise nicht mal ansatzweise Orientierung sein können, sich freizumachen von Nebenschauplätzen des Briefmarkensammelns und, und, und. Dann, und nur dann, würden die „Bieterpreise“ den Sammlerwert eines Objekts wiedergeben, könnten so zu Netto-KATALOG-Preisen werden, zu denen der Handel bei uns Sammlern einkaufen könnte – um sie dann mit einem sicht- und nachvollziehbaren, wie von ehrbaren Kaufleuten kalkulierten Aufschlägen den Sammlern anbieten.
Frage:
03.11.2012
Hallo Herr Köpfer, wenn diese Marke nicht gefaltet wäre, wäre das doch eine optimale Marke für Sie, oder?

http://www.ebay.de/itm/BRD-Mi-Nr-237-Eckrandvollrundstempel-Formnummer-/300696336545?pt=Briefmarke&hash=item4602e5f8a1

Mit freundlichem Gruß

Antwort:
Mit dem Umknicken hat der Rand, hier mit Formnummer, jegliche Bedeutung verloren. Übrig bleibt nur noch eine gut gestempelte Einzelmarke mit völlig überzogenem Preis.

Hier kann man außerdem wieder einmal sehen, wie schädlich eine falsche Unterbringung von Sammlermarken sein kann - oder welchen anderen Grund könnte es geben, eine Briefmarke so zu knicken, so zu zerstören?

Bestätigt wird hier auch wieder, daß man den "sofort kaufen"-Modus völlig unbeachtet lassen kann, nein, sollte: die dort überwiegend geforderten Preise sind völlig daneben. Ich selbst blende bei meinen ebay-Recherchen diesen Bereich komplett aus. Das spart Zeit für Wichtigeres.
Frage:
01.11.2012
Guten Abend, ich bin es wieder.
BERLIN 1968 NR. 324 ** RANDEINHEITEN. Habe hinsichtlich der Gummierung Nachfrage gehalten und folgende Antwort bekommen (Auszug): gummibüge oder nicht gänzlich verlaufener gummi sind herstellungsbedingt und kommen in den 60ern häufig vor. kann es sich um einen solchen "mangel" handeln bei dem was sie beschreiben? gruß a. schuldt. Können Sie/wir das so tollerieren? Gruß Frank
Antwort:
Guten Morgen Frank, nein, das kann man nicht tollerieren. Wieder einmal typisch, werden Fehler als normal, als typisch, als unwesentlich, als nicht preisbeeinflussend und was weiß ich noch verniedlicht. Herr Schuldt würde, sollten Sie eine solche Marke mal an ihn verkaufen wollen, dankend ablehnen, sie höchstens vielleicht kostenlos übernehmen - um sie dann wieder nicht informierten Sammlern anzudrehen.

Gut, daß Sie informiert sind - und bleiben Sie kompromißlos bei höchster Qualität, bei Q1, bei Ihrem Vorteil.

Grüße

Günther Köpfer
Frage:
29.10.2012
Hallo Herr Köpfer,
es gibt ein neues Sammelgebiet, das bis jetzt von uns Sammlern absolut verkannt worden ist: mit Wellenstempel abgestempelte Marken!
Ich hatte ja schon mal eine Auktion solcher Marken hier unter Fundsachen gemeldet. Die beiden Bieter waren der Zeit da wohl schon voraus, denn in der Ausgabe 424 der Zeitschrift \'Philatelie\' wird im Literaturteil ein Buch erwähnt, dass es jetzt zu diesem Thema gibt, wobei es dort um etwas mehr als um normale Marken geht, die mit einem Wellenstempel entwertet wurden.
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Hallo Herr Brisch, wenn Berichte aus der Zeitschrift „Philatelie“ zitiert werden, läuten bei mit alle Alarmglocken. Der von Ihnen angesprochene Bericht bestätigt mir, obwohl ich ihn nicht gelesen habe, geschweige denn das angesprochene Buch kenne, wieder einmal die schlimmsten Befürchtungen.

Wellenstempel sind eine Verunstaltung von Briefmarken, die nur noch durch die „modernsten“ Stempel der Post getoppt werden. Selbst wenn man dem positiv gegenüber steht, muß man sich doch sofort die Frage stellen, WANN wurde die Marke "abgestempelt"? Innerhalb ihrer Gültigkeit? Und WO? Bund, Berlin oder .... Wenn man in der Vergangenheit eine schon seit urdenklichen Zeiten ungültige, postfrisch billige Marke hätte auf so eine Art abstempeln und "wertvoll" werden lassen wollte, wäre das kein Problem gewesen. Einfach in eine „Haufen“ gültiger Marken reinkleben – und ab geht die Post. Die Wahrscheinlichkeit, sie „schön wellengestempelt“ zurück zu bekommen war dann sehr groß.

Man darf nicht vergessen, daß dieser Verband, der Herausgeber der „Philatelie“ ist, ausschließlich die Interessen des Handels vertritt. Hat man das verinnerlicht, dann wird auch klar, daß hier wertloser Schrott, mehr ist das nicht, zu einer neuen“ einer „modernen“ Art von Philatelie hochstilisiert werden soll, die man dann dem uninformierten „Philatelisten“ gewinnbringend andrehen kann.

Diese Marken liegen heute wie Blei unverkäuflich in den prall mit Schrott gefüllten Lagerbüchern des Handels, statt zur Energiegewinnung durch Verbrennen genutzt zu werden.

Einen Käufer wird man für eine solche „Sammlung“ im Kreise des Handels und der Auktionshäuser nie finden, die wären echt froh, diese Marken gewinnbringend losgeworden zu sein – und zurück kommen sie ja irgendwann sowieso, nämlich als „Gratisbeigabe“ zu, wenn es gut geht, für € 400,-- erstandener „Lebenswerke“ verblichener Sammler.

Ansonsten danke für Ihre Frage, die ich, wie schon einige Male, gerne für ein neues Stichwort im Handbuch nutze: Wellenstempel.
Frage:
26.10.2012
Frage: Hallo allerseits,
die Diskussion nimmt ja richtig Fahrt auf! Und damit sie nicht gleich wieder beendet ist, weil alle der gleichen Meinung sind, vertrete ich hier einige konträre Positionen.
Zunächst einmal: Wer entscheidet denn, was sammelwürdig ist und was nicht? Sie, ich, oder die Mehrheitsmeinung der Sammler? Abgesehen mal von schadhaften Marken mit objektiven Mängeln, die nun wirklich nicht sammelwürdig sind, ist doch wohl DAS sammelwürdig, was der einzelne dafür erachtet. Ich persönlich halte z.B. die bunten Bildchenmarken aus Übersee für nicht sammelwürdig, aber andere Sammler sehen das vielleicht ganz anders.
Von daher finde ich es problematisch, grundsätzlich bestimmte Bereiche oder Teile der real existierenden Philatelie vorab für \"nicht sammelwürdig\" zu erklären. Einschub: Soeben lese ich von der möglichen Zwischenstufe \"sammelfähig\", darüber kann man mal zumindest nachdenken...

Was nun die KBWZ angeht: Sie wurden zu keinem Zeitpunkt speziell für Sammler hergestellt. Was hingegen wirklich für die Sammler hergestellt wurde, sind die maschinell bogenweise entwerteten Marken, also meist Marken aus der Bogenmitte, auch Seitenrandmarken sowie exakt die vier Eckrandmarken. Eine einzige trägt dabei den KBWZ als administrativ bedingte Wertkorrektur. Der KBWZ ist nicht Ziel und Zweck der Post gewesen, den Sammlern das Geld aus der Tasche zu ziehen (tatsächlich haben wohl die Eckrandstücke - und zwar alle vier, egal ob mit oder ohne KBWZ- bei den Versandstellen einen geringen Aufpreis gegenüber dem Nominalwert der Marke gekostet, aber da bin ich nicht ganz sicher), sondern eine notwendige Maßnahme zu internen Abrechnungszwecken. Hätte die Post bewußt (teure) Sammler-Objekte schaffen wollen, hätte sie ja z.B. sämtliche Randmarken mit irgendwas Sinnlosem bedrucken können, nur um \"Besonderheiten\" zu schaffen. Das ist definitiv aber nicht der Fall.
Wenn Sie also den anderen Bogenrandzudrucken (FN, BZ, DZ usw.), aber auch den Leerfeldern bei Rollenmarken einen \"drucktechnisch oder administrativ bedingten/ notwendigen\" Charakter zubilligen, muß das für KBWZ eben auch gelten. Das Sammelgebiet KBWZ ist übrigens auch erst spät und eher langsam ins Bewußtsein der Sammler geraten, einfach weil es kein Sammlerprodukt wie z.B. FDC oder ETB ist, sondern erst nach und nach durch Handeln und Tauschen der Sammler untereinander bekannt wurde. Ich schätze, daß irgendwann (vielleicht ab Mitte der 80er Jahre, der erste Schwarz-Katalog KBWZ stammt jedenfalls von 1984) der KBWZ zur \"Mode\" wurde und immer weniger Sammler die normalen, langweilig gestempelten Bogenmarken wollten - vielleicht trug dies in der Konsequenz sogar mit zum Ende der Großbögen und zur Einführung der Zehnerbogen bei, und damit zum Ende der KBWZ - das ist aber reine Spekulation meinerseits.
Ich selbst bin überhaupt erst vor ca. 10 Jahren durch den Formnummern-Katalog von G. Schwarz auf die KBWZ aufmerksam geworden...
Was ich bei den KBWZ aber zugestehen muß, ist die Tatsache, daß es auf diesen Berlinmarken nur Stempel Frankfurt (und später Weiden) gibt - ok, dann eben keine Berlin-Stempel. Qualitativ darf man hier nicht von \"gestempelt\" ausgehen, 1.Wahl ist nur einwandfreie Gummierung und ungeknickte Perforation - eben genauso wie aus dem Bogen getrennt. Alles andere wäre II.Wahl und damit nicht sammelwürdig.

Was nun den \"Abfall\" angeht: Es ist natürlich schön, wenn man diesen kostenlos bekommt um die Sammlung aufzulockern (dieses Glück hatte ich nicht...) - ich beziehe mich hier auf Ihre Banderolen und V-Teller. Diese haben aber, obwohl nur Verpackungspapierchen, einen Sammlerwert, sie werden katalogisiert und gehandelt genauso wie die Rollenmarken, zu deren Verpackung sie lediglich geschaffen wurden (und zu sonst gar nichts). Manche dieser Abfälle bringen gerne mal über €300,- bei ebay, wie wir gesehen haben. Diesen Abfall stellen Sie in seiner Sammelwürdigkeit und -wertigkeit überhaupt nicht in Frage - warum dann den Abfall \"Andreaskreuze\"?

Mir liegt es fern, einen Kreuzzug für die KBWZ/Andreaskreuze zu führen - es wird ja niemand gezwungen diese zu sammeln. Warum allerdings das eine sammelwürdig ist und das andere nicht, erschließt sich mir aus der bisherigen Argumentation noch nicht.

Noch ein Beispiel für \"Manipulation\":
Sie kennen sicher die sogenannte \"Wohlfahrtszähnung\" (eigentlich eine falsche Bezeichnung für absichtlich entfernte Zähnungsnadeln)? Diese Maßnahme der Post/ Bundesdruckerei war ja ebenfalls administrativ bedingt, um Preisbrecher unter den Wohlfahrtsverbänden auszumachen - es waren keine für Sammler hergestellten Marken und sie erzielen bei Auktionen, weil selten und sehr gesucht, teils unglaubliche Preise, die weit über denen eines normalen Ober-, Unter- oder Eckrandstückes liegen. Bei Berlin gibt es nur 7 Michelnummern mit Wofa-Z., die in ihrem Variantenreichtum ohne weiteres ein ganzes Album füllen können. Sammelwürdig oder nicht?

Freue mich auf die Fortsetzung der Diskussion. Beste Grüße

Ingo Luis





Antwort:
Hallo Herr Luis, da widerspreche ich nicht, jeder soll prinzipiell das sammeln was er will. Und das wird getan. Es werden die Bildchen, die übrigens die gleichen Chancen bieten, wie die unseren, gleich woher und defekte, gar derb defekte, nicht prüfbar gestempelte und massenhaft für sie Hergestelltes gesammelt. Das alles ist Philatelie, hat aber mit Briefmarkensammeln überwiegend nur peripher zu tun. Briefmarkensammeln bezieht sich ausschließlich auf von der Post zum Zwecke der Erfüllung ihrer ursprünglichen Aufgaben Verausgabtem – und dazu zählt auf keinen Fall eine Gewinnoptimierung zu Lasten der Sammler, die auch Manipulationen Tür und Tor öffnen würden. Ich neige also dazu, die Philatelie als etwas zu sehen, das alles diesbezügliche umfaßt, in dem das Briefmarkensammeln der klassische Teil ist, das Q1-Sammeln das Erfolg bringende sich Abnabeln von Manipulation.

Meine Bemühungen haben mit Vorschriften oder gar Verboten überhaupt nichts zu tun. Jeder soll das tun, was er für richtig hält. Ich schreibe jedoch für die, die sich betrogen fühlen, eventuell nicht mal bemerken, daß das so ist und das ist heute der Normalfall. Was ich erreichen möchte ist, daß Briefmarken gesammelt werden, die auch wiederverkäuflich sind. Da steckt in keinem Bereich der Versuch, eigene Vorteile zu erreichen – zumindest nicht wissentlich und auf keinen Fall zum Nachteil anderer.

Und um das zu erreichen braucht es klare Abgrenzungen, also Spielregeln, die wiederum erstaunlich einfach sind:

1. höchste Qualität und
2. nichts speziell für Sammler Hergestelltes.

Lassen Sie mich, damit das nicht ausufert, einfach gezielt auf Ihre Beispiele eingehen.

Die Post entwertet nicht aus Lust und Dollerei ihre mit großem Aufwand gedruckten Wertzeichen. Die wären, wenn dies so geschehen würde, einfach nur wertlos. Nein, auch die Eckmarken mit Vollstempel der (nicht sammelwürdigen) Versandstellen, die teil- und zeitweise mit KBWZ versehen wurden, wurden mit Aufpreis speziell für Sammler hergestellt. Daß dies in Berlin nicht möglich war, hing mit dort fehlenden technischen Möglichkeiten zusammen, ergo wurden dort die Einzelmarken mit „Berlin-12“ vollgestempelt. Also gleiche Ursache, leicht unterschiedliche Lösungen. Damit ist die Sammelwürdigkeit auf keinen Fall gegeben.

Die Post hatte hier nicht die Absicht, Gewinne zu optimieren, war sich bei diesen KBWZ damals auch gar nicht über den bei Sammlern erzielten Effekt im klaren.

Zwar nicht sammelwürdig, sind diese KBWZ jedoch eine relativ seltene Spezies von für Sammler Hergestelltem. Das ließ, dank Ihrer Diskussion, die Frage aufkommen, ob es nicht sinnvoll wäre, wahrscheinlich auch noch für das eine oder andere Grenzgebiet, einen Bereich zwischen „sammelwürdig“ und „nicht sammelwürdig“ zu schaffen. Das Ergebnis ist „sammelfähig“, das ich auch im Handbuch besprechen werde. Einig sind wir uns wahrscheinlich darüber, daß solch „Sammelfähiges“ eher von fortgeschrittenen Sammlern gesucht und gepflegt wird.

Übrigens spricht Ihre Feststellung, daß KBWZ (also gestempelt!) nur mit einwandfreier Gummierung gesammelt würden, belegt auch einwandfrei, daß sie nie einen postalischen Zweck erfüllten bzw. erfüllen konnten – es gibt also (logischerweise) keine Briefe mit solcher Frankatur.

Die Andreaskreuze dagegen haben auch in dieser Klasse, ja in keiner Klasse, etwas zu suchen. Die sind und bleiben Druckabfall, der unrechtmäßig in die Philatelie gelangte. Herr Klemann hat die rechtliche Situation gut dargestellt.

Daß Herr Schwarz die KBWZ untersucht und in sein Werk aufgenommen hat ist lobenswert, aber sicher nichts, was dafür spräche. Hier halte ich mich an einen wenigstens im Bereich unrechtmäßiger philatelistischer Erscheinungen konsequenten Michel.

Sammelwürdig. Die für die Überwachung des Drucks notwendigen Bogenrandkennzeichnungen haben, das steht wohl eindeutig fest, mit uns Sammlern überhaupt nichts zu tun. Da war seitens der Post auch nicht andeutungsweise Kommerz zu erkennen. Die wanderten, wenn sie nicht per Zufall oder auf Anforderung der Sammler in deren Hände gelangten, schlicht zu dessen Bereicherung in den Papierkorb.

Sammelwürdig. Die Wohlfahrtszähnung hatte ebenso wenig mit uns Sammlern zu tun. Hier hat die Post lediglich die „schwindelnden“ Wohlfahrtsverbande trickreich aufs Kreuz gelegt.

Keine Klassifizierung. Und genau so verhielt und verhält es sich mit Verpackungsmaterial. Das ist nicht für uns Sammler hergestellt, wird von der Post nicht verkauft – und von mir auch nicht zum „Briefmarkensammeln“ gezählt, hat also auch nichts mit „Sammelwürdigkeit“ zu tun. Daß unter uns Sammlern dafür jedoch auch noch etwas bezahlt wird, ist einfach nur toll.

Mit winterlichen Grüßen
Günther Köpfer
Zurück zum Seitenanfang