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Frage:
29.10.2012
Hallo Herr Köpfer,
es gibt ein neues Sammelgebiet, das bis jetzt von uns Sammlern absolut verkannt worden ist: mit Wellenstempel abgestempelte Marken!
Ich hatte ja schon mal eine Auktion solcher Marken hier unter Fundsachen gemeldet. Die beiden Bieter waren der Zeit da wohl schon voraus, denn in der Ausgabe 424 der Zeitschrift \'Philatelie\' wird im Literaturteil ein Buch erwähnt, dass es jetzt zu diesem Thema gibt, wobei es dort um etwas mehr als um normale Marken geht, die mit einem Wellenstempel entwertet wurden.
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Hallo Herr Brisch, wenn Berichte aus der Zeitschrift „Philatelie“ zitiert werden, läuten bei mit alle Alarmglocken. Der von Ihnen angesprochene Bericht bestätigt mir, obwohl ich ihn nicht gelesen habe, geschweige denn das angesprochene Buch kenne, wieder einmal die schlimmsten Befürchtungen.

Wellenstempel sind eine Verunstaltung von Briefmarken, die nur noch durch die „modernsten“ Stempel der Post getoppt werden. Selbst wenn man dem positiv gegenüber steht, muß man sich doch sofort die Frage stellen, WANN wurde die Marke "abgestempelt"? Innerhalb ihrer Gültigkeit? Und WO? Bund, Berlin oder .... Wenn man in der Vergangenheit eine schon seit urdenklichen Zeiten ungültige, postfrisch billige Marke hätte auf so eine Art abstempeln und "wertvoll" werden lassen wollte, wäre das kein Problem gewesen. Einfach in eine „Haufen“ gültiger Marken reinkleben – und ab geht die Post. Die Wahrscheinlichkeit, sie „schön wellengestempelt“ zurück zu bekommen war dann sehr groß.

Man darf nicht vergessen, daß dieser Verband, der Herausgeber der „Philatelie“ ist, ausschließlich die Interessen des Handels vertritt. Hat man das verinnerlicht, dann wird auch klar, daß hier wertloser Schrott, mehr ist das nicht, zu einer neuen“ einer „modernen“ Art von Philatelie hochstilisiert werden soll, die man dann dem uninformierten „Philatelisten“ gewinnbringend andrehen kann.

Diese Marken liegen heute wie Blei unverkäuflich in den prall mit Schrott gefüllten Lagerbüchern des Handels, statt zur Energiegewinnung durch Verbrennen genutzt zu werden.

Einen Käufer wird man für eine solche „Sammlung“ im Kreise des Handels und der Auktionshäuser nie finden, die wären echt froh, diese Marken gewinnbringend losgeworden zu sein – und zurück kommen sie ja irgendwann sowieso, nämlich als „Gratisbeigabe“ zu, wenn es gut geht, für € 400,-- erstandener „Lebenswerke“ verblichener Sammler.

Ansonsten danke für Ihre Frage, die ich, wie schon einige Male, gerne für ein neues Stichwort im Handbuch nutze: Wellenstempel.
Frage:
26.10.2012
Frage: Hallo allerseits,
die Diskussion nimmt ja richtig Fahrt auf! Und damit sie nicht gleich wieder beendet ist, weil alle der gleichen Meinung sind, vertrete ich hier einige konträre Positionen.
Zunächst einmal: Wer entscheidet denn, was sammelwürdig ist und was nicht? Sie, ich, oder die Mehrheitsmeinung der Sammler? Abgesehen mal von schadhaften Marken mit objektiven Mängeln, die nun wirklich nicht sammelwürdig sind, ist doch wohl DAS sammelwürdig, was der einzelne dafür erachtet. Ich persönlich halte z.B. die bunten Bildchenmarken aus Übersee für nicht sammelwürdig, aber andere Sammler sehen das vielleicht ganz anders.
Von daher finde ich es problematisch, grundsätzlich bestimmte Bereiche oder Teile der real existierenden Philatelie vorab für \"nicht sammelwürdig\" zu erklären. Einschub: Soeben lese ich von der möglichen Zwischenstufe \"sammelfähig\", darüber kann man mal zumindest nachdenken...

Was nun die KBWZ angeht: Sie wurden zu keinem Zeitpunkt speziell für Sammler hergestellt. Was hingegen wirklich für die Sammler hergestellt wurde, sind die maschinell bogenweise entwerteten Marken, also meist Marken aus der Bogenmitte, auch Seitenrandmarken sowie exakt die vier Eckrandmarken. Eine einzige trägt dabei den KBWZ als administrativ bedingte Wertkorrektur. Der KBWZ ist nicht Ziel und Zweck der Post gewesen, den Sammlern das Geld aus der Tasche zu ziehen (tatsächlich haben wohl die Eckrandstücke - und zwar alle vier, egal ob mit oder ohne KBWZ- bei den Versandstellen einen geringen Aufpreis gegenüber dem Nominalwert der Marke gekostet, aber da bin ich nicht ganz sicher), sondern eine notwendige Maßnahme zu internen Abrechnungszwecken. Hätte die Post bewußt (teure) Sammler-Objekte schaffen wollen, hätte sie ja z.B. sämtliche Randmarken mit irgendwas Sinnlosem bedrucken können, nur um \"Besonderheiten\" zu schaffen. Das ist definitiv aber nicht der Fall.
Wenn Sie also den anderen Bogenrandzudrucken (FN, BZ, DZ usw.), aber auch den Leerfeldern bei Rollenmarken einen \"drucktechnisch oder administrativ bedingten/ notwendigen\" Charakter zubilligen, muß das für KBWZ eben auch gelten. Das Sammelgebiet KBWZ ist übrigens auch erst spät und eher langsam ins Bewußtsein der Sammler geraten, einfach weil es kein Sammlerprodukt wie z.B. FDC oder ETB ist, sondern erst nach und nach durch Handeln und Tauschen der Sammler untereinander bekannt wurde. Ich schätze, daß irgendwann (vielleicht ab Mitte der 80er Jahre, der erste Schwarz-Katalog KBWZ stammt jedenfalls von 1984) der KBWZ zur \"Mode\" wurde und immer weniger Sammler die normalen, langweilig gestempelten Bogenmarken wollten - vielleicht trug dies in der Konsequenz sogar mit zum Ende der Großbögen und zur Einführung der Zehnerbogen bei, und damit zum Ende der KBWZ - das ist aber reine Spekulation meinerseits.
Ich selbst bin überhaupt erst vor ca. 10 Jahren durch den Formnummern-Katalog von G. Schwarz auf die KBWZ aufmerksam geworden...
Was ich bei den KBWZ aber zugestehen muß, ist die Tatsache, daß es auf diesen Berlinmarken nur Stempel Frankfurt (und später Weiden) gibt - ok, dann eben keine Berlin-Stempel. Qualitativ darf man hier nicht von \"gestempelt\" ausgehen, 1.Wahl ist nur einwandfreie Gummierung und ungeknickte Perforation - eben genauso wie aus dem Bogen getrennt. Alles andere wäre II.Wahl und damit nicht sammelwürdig.

Was nun den \"Abfall\" angeht: Es ist natürlich schön, wenn man diesen kostenlos bekommt um die Sammlung aufzulockern (dieses Glück hatte ich nicht...) - ich beziehe mich hier auf Ihre Banderolen und V-Teller. Diese haben aber, obwohl nur Verpackungspapierchen, einen Sammlerwert, sie werden katalogisiert und gehandelt genauso wie die Rollenmarken, zu deren Verpackung sie lediglich geschaffen wurden (und zu sonst gar nichts). Manche dieser Abfälle bringen gerne mal über €300,- bei ebay, wie wir gesehen haben. Diesen Abfall stellen Sie in seiner Sammelwürdigkeit und -wertigkeit überhaupt nicht in Frage - warum dann den Abfall \"Andreaskreuze\"?

Mir liegt es fern, einen Kreuzzug für die KBWZ/Andreaskreuze zu führen - es wird ja niemand gezwungen diese zu sammeln. Warum allerdings das eine sammelwürdig ist und das andere nicht, erschließt sich mir aus der bisherigen Argumentation noch nicht.

Noch ein Beispiel für \"Manipulation\":
Sie kennen sicher die sogenannte \"Wohlfahrtszähnung\" (eigentlich eine falsche Bezeichnung für absichtlich entfernte Zähnungsnadeln)? Diese Maßnahme der Post/ Bundesdruckerei war ja ebenfalls administrativ bedingt, um Preisbrecher unter den Wohlfahrtsverbänden auszumachen - es waren keine für Sammler hergestellten Marken und sie erzielen bei Auktionen, weil selten und sehr gesucht, teils unglaubliche Preise, die weit über denen eines normalen Ober-, Unter- oder Eckrandstückes liegen. Bei Berlin gibt es nur 7 Michelnummern mit Wofa-Z., die in ihrem Variantenreichtum ohne weiteres ein ganzes Album füllen können. Sammelwürdig oder nicht?

Freue mich auf die Fortsetzung der Diskussion. Beste Grüße

Ingo Luis





Antwort:
Hallo Herr Luis, da widerspreche ich nicht, jeder soll prinzipiell das sammeln was er will. Und das wird getan. Es werden die Bildchen, die übrigens die gleichen Chancen bieten, wie die unseren, gleich woher und defekte, gar derb defekte, nicht prüfbar gestempelte und massenhaft für sie Hergestelltes gesammelt. Das alles ist Philatelie, hat aber mit Briefmarkensammeln überwiegend nur peripher zu tun. Briefmarkensammeln bezieht sich ausschließlich auf von der Post zum Zwecke der Erfüllung ihrer ursprünglichen Aufgaben Verausgabtem – und dazu zählt auf keinen Fall eine Gewinnoptimierung zu Lasten der Sammler, die auch Manipulationen Tür und Tor öffnen würden. Ich neige also dazu, die Philatelie als etwas zu sehen, das alles diesbezügliche umfaßt, in dem das Briefmarkensammeln der klassische Teil ist, das Q1-Sammeln das Erfolg bringende sich Abnabeln von Manipulation.

Meine Bemühungen haben mit Vorschriften oder gar Verboten überhaupt nichts zu tun. Jeder soll das tun, was er für richtig hält. Ich schreibe jedoch für die, die sich betrogen fühlen, eventuell nicht mal bemerken, daß das so ist und das ist heute der Normalfall. Was ich erreichen möchte ist, daß Briefmarken gesammelt werden, die auch wiederverkäuflich sind. Da steckt in keinem Bereich der Versuch, eigene Vorteile zu erreichen – zumindest nicht wissentlich und auf keinen Fall zum Nachteil anderer.

Und um das zu erreichen braucht es klare Abgrenzungen, also Spielregeln, die wiederum erstaunlich einfach sind:

1. höchste Qualität und
2. nichts speziell für Sammler Hergestelltes.

Lassen Sie mich, damit das nicht ausufert, einfach gezielt auf Ihre Beispiele eingehen.

Die Post entwertet nicht aus Lust und Dollerei ihre mit großem Aufwand gedruckten Wertzeichen. Die wären, wenn dies so geschehen würde, einfach nur wertlos. Nein, auch die Eckmarken mit Vollstempel der (nicht sammelwürdigen) Versandstellen, die teil- und zeitweise mit KBWZ versehen wurden, wurden mit Aufpreis speziell für Sammler hergestellt. Daß dies in Berlin nicht möglich war, hing mit dort fehlenden technischen Möglichkeiten zusammen, ergo wurden dort die Einzelmarken mit „Berlin-12“ vollgestempelt. Also gleiche Ursache, leicht unterschiedliche Lösungen. Damit ist die Sammelwürdigkeit auf keinen Fall gegeben.

Die Post hatte hier nicht die Absicht, Gewinne zu optimieren, war sich bei diesen KBWZ damals auch gar nicht über den bei Sammlern erzielten Effekt im klaren.

Zwar nicht sammelwürdig, sind diese KBWZ jedoch eine relativ seltene Spezies von für Sammler Hergestelltem. Das ließ, dank Ihrer Diskussion, die Frage aufkommen, ob es nicht sinnvoll wäre, wahrscheinlich auch noch für das eine oder andere Grenzgebiet, einen Bereich zwischen „sammelwürdig“ und „nicht sammelwürdig“ zu schaffen. Das Ergebnis ist „sammelfähig“, das ich auch im Handbuch besprechen werde. Einig sind wir uns wahrscheinlich darüber, daß solch „Sammelfähiges“ eher von fortgeschrittenen Sammlern gesucht und gepflegt wird.

Übrigens spricht Ihre Feststellung, daß KBWZ (also gestempelt!) nur mit einwandfreier Gummierung gesammelt würden, belegt auch einwandfrei, daß sie nie einen postalischen Zweck erfüllten bzw. erfüllen konnten – es gibt also (logischerweise) keine Briefe mit solcher Frankatur.

Die Andreaskreuze dagegen haben auch in dieser Klasse, ja in keiner Klasse, etwas zu suchen. Die sind und bleiben Druckabfall, der unrechtmäßig in die Philatelie gelangte. Herr Klemann hat die rechtliche Situation gut dargestellt.

Daß Herr Schwarz die KBWZ untersucht und in sein Werk aufgenommen hat ist lobenswert, aber sicher nichts, was dafür spräche. Hier halte ich mich an einen wenigstens im Bereich unrechtmäßiger philatelistischer Erscheinungen konsequenten Michel.

Sammelwürdig. Die für die Überwachung des Drucks notwendigen Bogenrandkennzeichnungen haben, das steht wohl eindeutig fest, mit uns Sammlern überhaupt nichts zu tun. Da war seitens der Post auch nicht andeutungsweise Kommerz zu erkennen. Die wanderten, wenn sie nicht per Zufall oder auf Anforderung der Sammler in deren Hände gelangten, schlicht zu dessen Bereicherung in den Papierkorb.

Sammelwürdig. Die Wohlfahrtszähnung hatte ebenso wenig mit uns Sammlern zu tun. Hier hat die Post lediglich die „schwindelnden“ Wohlfahrtsverbande trickreich aufs Kreuz gelegt.

Keine Klassifizierung. Und genau so verhielt und verhält es sich mit Verpackungsmaterial. Das ist nicht für uns Sammler hergestellt, wird von der Post nicht verkauft – und von mir auch nicht zum „Briefmarkensammeln“ gezählt, hat also auch nichts mit „Sammelwürdigkeit“ zu tun. Daß unter uns Sammlern dafür jedoch auch noch etwas bezahlt wird, ist einfach nur toll.

Mit winterlichen Grüßen
Günther Köpfer
Frage:
26.10.2012
Hallo Günther, beim Aussortieren fallen neue Fragen an, die ich hier im Club diskutieren möchte. Es liegen mir Randstücke vor, bei denen der Rand leichte Druck-Spuren, womöglich vom Einsteckbuch, aufweist. Dann Rollenstreifen 3er und 5er. die gefaltet worden sind, um die Nummer zu zeigen. Nicht sammelwürdig? Vernichten? Wieviele Mitglieder hat der Q1-Club heute? Wenn wir alle der Maxime folgen, fürchte ich, dass wir uns gegenseitig bei Auktionen hochtreiben und wieder unrealistische Werte schaffen. Sollte es hierzu nicht besser ein Forum im Club geben? Wer sucht was? Wer kann warten? Gruß Frank (Nerve ich zuviel?)

Antwort:
Hallo Frank, nein, Sie nerven nicht. Was Ihre Fragen angeht, kann ich lediglich zu den geknickten Rollenstreifen etwas sagen. Die Bewertung in den Katalogen gilt für nicht geknickte Rollen. Insofern würde ich höchstens den Preis für die EZM zahlen. Unter den Druckspuren kann ich mit nicht so recht was vorstellen, grundsätzlich jedoch sind Q1-Marken ohne Fehl und Tadel. Wegwerfen? Nein, sie sind jedoch u.U. nur "Platzhalter", bis Sie Besseres finden.

Bezüglich der Mitgliederzahl ist festzustellen, daß das zäh läuft - trotz zwischenzeitlich täglich 250 bis über 400 Usern auf meinen Seiten. Macht nix - lassen wir dieser Seite Zeit.

Überlegungen zu einer Tauschplattform und auch einer Diskussionsmöglichkeit, die gibt es ja derzeit eigentlich gar nicht, finden im Übrigen statt. Aber, ich wiederhole mich, das kostet alles Geld - und ich bin Alleinunterhalter.

Ihre letzten Gedanken sollten, glaube ich, nicht mal gedacht werden. Das ist genau das, von dem wir ja weg wollen: Manipulation. Stellen Sie sich mal vor, Sie wollen eines Tages Ihre Schätzchen verkaufen - und werden ganz böse ausgetrickst. Nein, ehrliche Preise, das sind die, die Sie und ich als Höchstgebote abgeben, sind für unser Hobby und für jeden von uns Grundvoraussetzung für erfolgreiches Sammeln.
Gruß Günther
Frage:
25.10.2012
Hallo Herr Köpfer, habe hier von gefälschten Berlin 11 Stempeln gelesen. Sind es diese hier? Oder kann ich hier bieten?\r\nBerlin Mi.Nr.536 C+D mit Vollstempel\r\nArtikelnummer: 200837996510\r\n
Antwort:
Hier mißtrauisch zu sein ist glaube ich ein guter Wesenzug. Diese Stempel sind, selbst aus unterschiedlichen Jahren, immer seltsam identisch. Besonders aber die "11" in "Berlin 11" schreckt mich ab: diese Ziffern stehen schief und sind oben untypischerweise abgerundet statt spitz. Ich denke die Post würde einen solchen Stempel nie benutzt haben. Ich lasse jedenfalls die Finger weg.
Gruß Günther
Frage:
24.10.2012
Hallo Herr Köpfer, hallo Herr Luis, hallo Herr Kleemann, die Diskussion, die hier gerade im Gange, finde ich sehr gut. Sie zeigt doch, wie vielfältig und interessant das Sammeln von Briefmarken sein kann, und dass es da die unterschiedlichen Vorlieben gibt.
Bei KBWZ und Marken mit Andreaskreuz bin ich etwas zwiegespalten: eigentlich sind diese Marken selten und haben damit einen Wert, wie ich gerade an den Ergebnissen der Auktionen von antiquariatapel fest gestellt habe. Andererseits sehe ich aber auch, dass es dabei um etwas geht, was nur für Sammler hergestellt wurde und bei den Andreaskreuzen aus dubiosen Quellen kommen muss. Ich persönlich werde diese Marken nicht sammeln, da mir der finanzielle Aufwand dafür auch zu hoch ist, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn sich jemand trotzdem dafür begeistert. Es gibt eben viele interessante Spezialitäten zu entdecken.
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Aus den Beiträgen ist die Problematik gut erkennbar. Sie spiegelt wider, daß es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch Zwischentöne. Ausgangspunkt sind Regeln, die wir, hier grob wiedergegeben, zum Schutz unseres Hobbys in der Abgrenzung „erste Qualität“ und „postalisch, zur Erfüllung deren Aufgaben“ und außerhalb dessen „speziell für Sammler hergestellt“ gezogen haben.

Ich denke, daß diese Abgrenzung, die „sammelwürdig“ kontra „nicht sammelwürdig“ beinhaltet, sinnvoll ist und außer Frage steht.

Das wäre „schwarz“ oder „weiß“ – was Sammeln, gleich welcher Couleur, jedoch nicht gerecht würde.

Wenn wir uns das Sammeln von KBWZ ansehen, stellen wir fest, daß es unsere Regeln nicht erfüllt. Andererseits hat Herr Luis festgestellt, womit er recht hat, daß diese Marken nicht massenhaft hergestellt wurden, um Umsatz zu generieren, sondern ausschließlich auf Wunsch von Sammlern. Es ist wahrscheinlich, daß die Anzahl dieser KBWZ überschaubar und den Besitzerwunsch einer größeren Zahl von Interessenten kaum erfüllen könnte – was sich auch in aktuellen Geboten widerspiegelt.

Eine Überlegung könnte nun die sein, ob man hierfür, auch um eventuell weitere solcher „Randgebiete des Briefmarkensammelns“ zu „integrieren“, eine eigene Klassifizierung schafft, wobei ich mir neben „sammelwürdig“ und „nicht sammelwürdig, zwischendrin, als zweite Stufe, „sammelfähig“ vorstellen könnte. Dies soll dann keine Bewertung sein, denn das würde die Freiheit des Sammelns angreifen, sondern einfach Teil von Regeln, die es den Sammlern möglich macht, eine Einstufung vorzunehmen.

Das könnte im vorliegenden Fall jedoch nur die KBWZ betreffen, auf keinen Fall aber die im gleichen Atemzug genannten Andreas-Kreuze. Hier handelt es sich nicht mehr um Briefmarken, sondern um Druckabfall, der zur Vernichtung mit einem Kreuz versehen, illegal in einen ebensolchen Handel gelangte. Hier erinnere ich an den Einwurf von Frank, der Kauf und Verkauf wohl richtigerweise als Hehlerei deklarierte.
Grüße aus Freiburg
Günther
Frage:
24.10.2012
Hallo Herr Köpfer, ich habe habe zwei Fragen zum Thema Briefmarkenprüfungen:
1) als Kriterium, ob eine Marke geprüft werden sollte oder nicht, wird meist ein Mindestkatalogwert (25 € oder 30 €) genannt. Wenn eine Marke, die einen Katalogwert von 30 € hat, man aber doch bei eBay für 3 € bis 5 € ersteigern kann, rechtfertigt das dann die Kosten für eine Prüfung? Muss man da nicht vielleicht historische Katalogwerte berücksichtigen, denn Marken, die früher einen hohen Katalogwert hatten, wurden wohl eher gefälscht, als Marken, die immer schon eine niedrigere Bewertung hatten? Gibt es da nicht andere Kriterien, z.B. die Kennzeichnung einer Marke als fälschungsgefährdet im Michelkatalog?
2) Wenn ich mir die Interseite von Herrn Dieter Schlegel ansehe, finde ich dort einige Informationen zu Preisen usw., aber es fehlt für mich eine detailliertere Beschreibung, was man bei der Einsendung von Marken zur Prüfung so alles zu beachten hat. Ich kann ja nicht einfach Marken in einem Paket an Herrn Schlegel schicken und schauen, was so passiert. Können Sie dazu vielleicht zusätzliche Informationen geben, z.B. bzgl. des Anschreibens und anderer organisatorischer Anforderungen, die man beachten sollte?
Mit freundlichem Gruß
Joachim Brisch
Antwort:
Hallo Herr Brisch, das sind gute Fragen, die es Wert sind, im Handbuch dauerhaft nachgeschlagen werden zu können. Soeben habe ich dort das neue Stichwort "Prüfsendung" ins Netz gestellt.
Gruß Günther Köpfer
Frage:
22.10.2012
Guten Tag Herr Luis, dem Kommentar von Herrn Köpfer gibt es wenig hinzuzufügen. Seine Meinung hat mich bewogen, im Q1-Club zu sammeln. Lange haben mich Fälscher und Hasadeure davon abgehalten. Hier geht es um die \"saubere\" Philatelie. Bedenken Sie, dass sich jeder Ankäufer von Diebesgut dem Verdacht der Hehlerei aussetzt.
Grüße Frank
Antwort:
Es ist nicht ganz so einfach, nur schwarz oder weiß würde unserem Hobby nicht gerecht - aber bezüglich der Hehlerei bei den Andreas-Kreuzen stimme ich voll zu.
Grüße Günther
Frage:
21.10.2012
Frage: Hallo Herr Köpfer, hallo Herr Brisch,
mit Interesse habe ich Ihre Kommentare zu KBWZ, Andreaskreuzen bzw. ebay/ antiquariatapel gelesen und freue mich auf die damit eröffnete Diskussion.
Ich bin wie Sie der Ansicht, daß speziell für Sammler hergestellte Produkte wertlos sind. Diese werden meines Wissens auch zu Recht nirgends katalogisiert oder gar von seriösen Händlern wie Baumeister, Straßberger, Brunner usw. angeboten.
NUR: KBWZ sind eben KEINE für Sammler hergestellte \"Erzeugnisse\", sondern das Ergebnis eines verbreiteten Sammlerwunsches nach perfekt abgestempelten Marken. Hätten die Abonnenten (=Sammler!) nicht in großer Zahl nach diesen Marken gefragt, hätte es die maschinelle Bogenentwertung mit den resultierenden KBWZ und den Abfall-Marken mit Andreaskreuz gar nicht gegeben. Daß heute niemand mehr diese perfekt aussehenden, aber völlig langweiligen Versandstellenstempel haben will, steht auf einem anderen Blatt.
Tatsache ist, daß es KBWZ nur auf einem einzigen Eckrandstück pro Bogen gibt, und dies auch nur in einer sehr kleinen Teilauflage, nämlich nur diejenigen Bögen, die durch die Versandstelle zum Abstempeln gelaufen sind. Damit ist diese eine KBWZ-Eckrandmarke zu etwas Besonderem geworden, was absolut sammelwürdig ist. Dies belegt nicht nur die Existenz des entsprechenden Spezialkataloges von Günther Schwarz, sondern auch die Angebote in Auktionskatalogen sowie in den Listen der o.g. Händler.
KBWZ-Angebote bei ebay erzielen regelmäßig Preise, die ein Vielfaches über den Preisen normaler Eckrandmarken liegen; man darf davon ausgehen, daß bei ebay noch am ehesten realistische Preise erzielt werden und daß die Bieter durchaus bewußt diese Preise bieten - und zwar freiwillig und nicht, weil die Händlerlobby sie gezwungen hätte...
Auf welche Weise auch immer die Andreaskreuz-Marken ins Sammelgeschehen gekommen sind - sie sind existent und sie werden gesammelt, schon deswegen, weil sie etwas darstellen, was von der Norm abweicht. Und soviel ist sicher: Jeder Sammler sucht das Besondere, nicht das Normale; er sucht auch und vor allem das, was es eigentlich gar nicht geben sollte oder postalisch betrachtet, schlicht Abfall ist. Wenn also A-Kreuze sammelunwürdiger Abfall sind, dürfte man nach dieser Logik auch keine Banderolen, V-teller (alles nur Verpackungskram), nicht mal Rollenenden (Leerfelder sind keine Marken), keine Plattenfehler, Doppeldrucke, Druckzufälligkeiten (alles nur der Kontrolle der Bundesdruckerei entgangen) sammeln - aber genau dies sind die Dinge, die gesucht werden und die eigene Sammlung zu etwas Besonderem, wenn nicht sogar Einzigartigem machen.
Aus dieser Sicht sind die Angebote von antiquariatapel bei ebay etwas extrem Seltenes und Besonderes, was auch altgediente Sammler von KBWZ/ A-Kreuzen noch nie gesehen haben - die erzielten Preise sprechen für sich...Zwar wurden zeitgleich etwa 20 derartige Angebote bei ebay eingestellt, das ist aber gar nichts im Vergleich zu all den Jahren, in denen nicht eine einzige solche Marke angeboten wurde.
Welcher Sammler oder evtl. Erbe eigentlich hinter den Angeboten von antiquariatapel (der ist nur der ebay-Abwickler) steckt, würde ich gerne wissen und auch, wie diese Seltenheiten in seinen Besitz gelangt sind, vielleicht ein ehemaliger Mitarbeiter der Versandstelle?

Mir ist bewußt, daß ich hier eine Meinung konträr zu Ihnen vertrete und freue mich auf Ihre Fortsetzung der Diskussion.

Beste Grüße

Ingo Luis

Antwort:
Hallo Herr Luis, die Interpretation, alles für Sammler hergestellte sei wertlos, ist nicht richtig: Solche Produkte sind einfach nur nicht sammelwürdig. Die Erfahrungen von uns Sammlern mit der massenhaften Gefälligkeitsstempelung und unsere Reaktion der Ablehnung sprechen eine eigene Sprache

Die Wertigkeit von Gesammeltem orientiert sich in allen Sammelbereichen, also nicht nur der Philatelie, ganz einfach an Angebot und Nachfrage. Sie sind als schon sehr lange Briefmarken sammelnder ein „Nachfrager“ des „Randgebiets“ der KBWZ - und die Freiheit des Sammlers läßt das auch absolut zu und Ihre Begeisterung hierfür erinnert mich an viele Situationen meines eigenen Sammlerlebens.

Rekapitulieren wir noch mal kurz, daß diese KBWZ auf Nachfrage von Sammlern und speziell für sie hergestellt wurden. Die Andreaskreuze sind Druckabfall, der auf nicht rechtmäßige Art in den Handel gelangte. Wenn wir uns die Berliner Ausgaben der KBWZ anschauen, haben die durchweg den Stempel der Versandstelle Frankfurt und sind somit „Kunstprodukte“.

Wenn Sie die übrigen Bogenrandzudrucke damit vergleichen, liegen Sie daneben, denn die dienten in keiner Phase sammlerischen Zwecken, sondern sind ausschließlich drucktechnisch oder administrativ bedingt / notwendig. Druck- oder Plattenfehler passieren einfach und werden zufällig gefunden, Druckzufälligkeiten sind nur ein netter Gag, der schwerlich einen höheren Preis erzielt, aber jede Sammlung auflockert, die Leerfelder der Rollenenden waren notwendig, um auch die letzte Marke einer Rolle über Automaten abgeben zu können und Verpackungsmaterial wie Banderolen und Teller, die auch nicht für uns Sammler hergestellt wurden, habe ich beispielsweise meist kostenlos bekommen und nur zur Vervollständigung bzw. Ausschmückung meiner Sammlung hinzugenommen. Selbst die auf andere Art aufgedruckten Bogenzähler dienten ausschließlich der Kontrolle bzw. Unterbindung krimineller Energien.

Sie haben recht mit der Feststellung, daß wir Sammler das Besondere, also nicht Alltägliche suchen. Das sind bei unserem tollen Hobby jedoch auf keinen Fall künstliche, speziell für uns produzierte (manipulierte) Dinge, sondern Zufälligkeiten und auch zufällig besondere oder gar seltene Objekte.

Es gibt wohl kaum ein anderes Sammelgebiet, in dem es so viele Fälschungen, Manipulationen und kriminelle Energien gibt, mit denen einige wenige die Gutgläubigkeit von uns Sammlern so schamlos ausnütz(t)en. Sie stellen in dem Zusammenhang auch zu recht die Frage, wo so einiges dieser Absonderlichkeiten herkommt.

Ich bleibe also bei der Unterscheidung des klassischen Briefmarkensammelns von einer unkritischen, sich alles einverleibenden Philatelie, die dem Betrug Tür und Tor öffnet.

Es gibt eine ganze Reihe solch manipulierter Bereiche, für die Interessenten teils großes Geld zahlen – wozu ich auch den immer wieder hochgewürgten Bereich nicht verausgabter Briefmarken (z.B. Hepburn) zähle. Man muß nur einmal darüber nachdenken, welche Begehrlichkeiten bei Insidern mit solchen „Erfolgsaussichten“ geweckt werden.

Und nochmals: Wir Sammler sind in unserer Entscheidung, was wir sammeln, absolut frei. Es ist also OK, KBWZ zu sammeln und ich finde es auch in Ordnung, wenn Sammler den alten offiziellen Ersttagsbriefen nachjagen. Das sind teilweise seltene, aber, und das muß klar sein, manipulierte und manipulierbare, weil künstliche Sammelprodukte – und sind somit nicht sammelwürdig.

Unterschiedliche Meinung, ja - aber nur in Bezug auf eine Vermischung unterschiedlicher Sammelauffasuungen miteinander.

Herzliche Grüße

Günther Köpfer

Frage:
17.10.2012
Guten Tag Herr Köpfer,
der Eintrag im Club muss noch warten, da das \"Ausmisten\" erst eine grobe Übersicht erbringen muss, welche sammelwürdigen Marken überwiegen und welche
Spezialisierung sich daraus ergeben könnte. Grundsätzlich wird die Sammlung Berlin gestempelt angestrebt. In diesem Sinne bin ich also wieder ein Anfänger.

Zur Frage: Ich habe noch immer nicht verstanden, warum der Rollenanfang gegenüber den anderen Rollennummern bevorzugt wird. Bei größeren Rollen gibt es eine vierstellige Nummer. Durchgehend, oder? Beim RE gibt es die Leerfelder. Das macht Sinn.

Zur Rubrik Fragen und Antworten: Es wird bei zu erwartender zunehmender Beteiligung unübersichtlich. Gelingt es technisch, für den Club eine entsprechende Vorsortierung zu schaffen?
Freundliche Grüße
Frank
Antwort:
Hallo Frank,

ich versuche immer dann, wenn neue detaillierte Fragen gestellt werden, diese (auch) im „Briefmarken-Handbuch“ zu beantworten. Bezüglich der Rollenmarken habe ich dort unter diesem Begriff, aber auch unter „Rollenanfänge“ und „Rollenenden“ Abhandlungen eingestellt, die manche Frage beantworten.

Ich denke, daß diese Art der Fragenbehandlung eine gewisse „Ordnung“ oder „Sortierung“ bringt. Ansonsten muß ich händel- und finanzierbare Lösungen gegenüber aufwändigen „Ideallösungen“ vorziehen – Zeit und Geld ist (auch bei mir) endlich.

Sie fragen, warum Rollenanfänge bevorzugt gesammelt werden. Das liegt einmal an deren exponierter Lage – und der Entscheidung der überwiegenden Sammler („wir sind das Volk!“), wenn möglich genau diese Rollenanfänge (und natürlich die Rollenenden) zu sammeln. Das schmälert zwar die Bedeutung der „übrigen“ Nummern, sammelnswert bleiben Sie trotzdem – zumal man kaum eine Chance hat ältere Rollenanfänge oder –enden in nennenswertem Umfang zu finden.

Da es zwischenzeitlich keine Leerfelder mehr an den Rollenenden gibt, hat der Michel Rollenmarken Spezial-Katalog, den sollte der, der sich für dieses wunderbare Sammelgebiet interessiert, absolut besitzen, auch seine Katalogisierung geändert. Dort wird nun nach ein-, zwei, drei, vier- oder fünfstelliger Nummer bewertet. Hier wird z.B. klar sichtbar, daß es nur eine einzige einstellige Nummer je Rolle gibt – und nur ein Rollenende.
Frage:
15.10.2012
Hallo Herr Köpfer, nun versuche ich also, Sie auf Ihrem Weg zu begleiten. Zunächst steht das Ausmisten an. Es graust mich ein wenig und es wird wohl ein Weilchen dauern. Haben Sie noch einen Tip für die Listung der übrig bleibenden Briefmarken? Benutzen Sie eine Datenbank? Und machen Sie Ausnahmen für Produkte von örtlichen Vereinen (Ausstellungen, Schmuckbriefe, Sonderstempel) oder ist alles Schrott, nicht sammelwürdig? Ich weiß, wir sollen anfangen, selbst zu denken, aber mich interessiert halt Ihr Sammelverhalten. Einige der schönen Objekte habe ich hier ja gesehen. Hatten Sie eine Beziehung zu Spandau? Freundliche Grüße Frank

Antwort:
Guten Tag Herr Klemann,

es freut mich Sie in unserem Q1-Club begrüßen zu dürfen.

Bevor ich auf Ihre Fragen eingehe, wollte ich Sie noch bitten, sich auch unter dem Button "Sammler" einzutragen. Dort geht es darum sich mit seinem Sammelgebiet / Spezialisierung, auch Mehrfacheinträge sind möglich, anderen Sammlern für mögliche Kontakt, Sie bestimmen, ob Sie das im Einzelfall wollen, anzubieten. Über "Sammlungen" könnten Sie Ihre Art des Sammelns, Ihre Sammlung beschreiben, wie Sie dazu gekommen sind und mit welchen Schwierigkeiten Sie zu kämpfen haben und hatten und einen regelrechten "Werbefeldzug" dafür starten.

Selbst zu denken ist eine Notwendigkeit, was aber auf keinen Fall ausschließt, mit anderen in Kontakt zu treten und eigene oder fremde Gedanken zu vermitteln oder zu nutzen. Ich denke eine Sammlerlobby kann nur so entstehen, daß wir untereinander kontant sind. Mit anderen Worten, fragen Sie, am besten über "Fragen + Antworten" und es wäre toll, wenn sich auch der eine oder andere Sammler befähigt fühlte, Antworten zu geben.

Ich habe meine Briefmarken eine zeitlang über das Programm "Michel soft" erfaßt bzw. zu verwalten versucht. Das ist im Prinzip zu empfehlen, weil es sehr flexibel ist. Das heißt, man kann die unterschiedlichsten Varianten einer Marke kurz beschreiben und erfassen. Aufgegeben habe ich das dann, weil mich die Verlogenheit ärgerte, mit der Michel einmal hinter vorgehaltener Hand sagt, die Katalogpreise seien nicht der Wert der Briefmarken und gleichzeitig auf die Hinterlegung genau dieser Preise bei diesem Programm überhaupt nicht eingeht und so meiner Meinung nach Sammler bewußt täuscht.

Wenn Sie mit “übrig bleibenden Briefmarken“ die meinen, die nicht sammelwürdig sind, also nicht prüfbare Stempel, beschädigte Marken oder das übliche Machwerk, das ist bei mir in den Papierkorb gewandert. Damit möchte ich mich nicht mehr rumärgern und Zeit verplempern.

Was die Sammelwürdigkeit angeht, beachte ich klare, selbstgestaltete Vorgaben. Das heißt, ich lasse die Finger von allem „Künstlichen“ und konzentriere mich ausschließlich auf beste Qualität, also auf Q1, das wirklich Gute. Trotzdem bildet die an sich wertlose Massenware postfrischer Briefmarken das (zugegeben schwache) Gerüst meiner postfrischen Sammlung. Und auch bei den gestempelten Marken sind einfache les- und prüfbare Stempel das sammelwürdige Rückgrat – allerdings mit der Maßgabe, sie auszutauschen, wenn ich bessere, gar zentrisch gestempelte bekomme.

Aber, es bleibt jedem Sammler unbenommen, seine Sammlung mit Besonderheiten aller Art aufzulockern. Ich tue das beispielsweise auch gerne mit repräsentativen Briefen.

Wenn man das Wesentliche nicht aus den Augen verliert, kann man nichts falsch machen.
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