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Frage:
14.10.2012
Hallo Herr Köpfer,

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder bei Ihnen. Sicher haben Sie bemerkt, daß ich mich noch nicht im Q1 Club angemeldet habe. Das hatte einerseits damit zu tun, daß ich sehr viel Arbeit (gottseidank!) hatte, andererseits aber auch, daß ich manche Ihrer "Spielregeln" sehr rigoros finde und mir nicht sicher war und bin, ob ich diese so mittragen möchte.

Deswegen vorweg meine Frage:
Gelten diese Spielregeln nur für die Mitglieder des Q1 Clubs und deren Handeln untereinander, einfach um sich doch "elitär" abzugrenzen von den restlichen Sammlern? Oder auch z.B. für Kaufen, Verkaufen, Handeln bei ebay oder sonstwo in der philatelistischen Öffentlichkeit?

-Ich sehe nämlich (außerhalb des Q1 Clubs) nichts Falsches dabei, Marken mit Falz, kleinen Mängeln, höher geprüfte usw. bei ebay anzubieten (natürlich entsprechend beschrieben). Solche möchte man in seiner eigenen Sammlung zwar nicht haben, mancher Sammler aber könnte sich mit diesen Marken billig eine Sammlungslücke schließen, die sonst vielleicht nie geschlossen würde.
-Warum sollte eine Berlin-Marke der frühen 50er mit einem Zahnmangel ein absolutes KO-Kriterium sein? Für manchen Sammler gibt es vielleicht gar keine andere Möglichkeit, jemals an diese Marke heranzukommen und diese Lücke zu schließen. Ich habe selber auch ein paar (entsprechend gekennzeichnete) NICHT-Q1-Marken in meiner Sammlung, die ich bei sich bietender Gelegenheit gegen eine besseres Exemplar austauschen werde. Die daraus resultierenden Dubletten werfe ich natürlich nicht weg, sondern verkaufe sie bei ebay, wo sich jeder ein Bild von der Qualität machen kann und entsprechend bieten oder eben nicht.
-Eine höher geprüfte Marke ist ja nicht wertlos, schließlich ist sie "echt" geprüft, hat aber eben irgendeinen Mangel und ist daher günstiger zu bekommen.
-Ich glaube auch nicht, daß es viele Sammler gibt, die ihre Marken über 25,- Euro Katalogwert nur geprüft besitzen (ich auch nicht) - ist auch glaube ich völlig unrealistisch.

Das sind so einige meiner Gedanken. Vielleicht haben Sie ja darauf ein paar passende Antworten, und vielleicht werden sich die Spielregeln im Laufe der Zeit in der Diskussion der beteiligten Sammler untereinander noch ändern...

Übrigens haben Herr Brisch und Sie was Interessantes zu den Andreaskreuzen (Stichwort: ebay antiquariatapel) geschrieben. Dazu würde ich demnächst auch einen Kommentar beisteuern wollen.

Für heute einen schönen Abend.

Beste Grüße

Ingo Luis

Antwort:
Guten Morgen Herr Luis,

es freut mich, wieder von Ihnen zu hören und ich kann mir vorstellen, daß Sie an diesem, zumindest bei uns, ziemlich trüben Sonntagvormittag genußvoll über Ihren Briefmarken sitzen.

Ich habe bei den verschiedensten Gelegenheiten immer wieder gesagt, und daran kann und wird sich nichts ändern, daß jeder Sammler, nicht nur der von Briefmarken, in all seinen Entscheidungen frei und unabhängig ist - und bleibt. Wir haben schon genug damit zu kämpfen, was uns via Philatelieentwicklung so aufs Auge gedrückt wurde. Die Folgen und mögliche Gegenmaßnahmen habe ich mehr als eingehend beschrieben.

Mit der Entwicklung meiner Internetseiten kam dann auch die Überlegung, den Sammlern der Q1-Qualität eine Plattform zu schaffen, auf der man in der weiteren Entwicklung ein komplettes „Internet(vereins)leben“ führen kann. Was nützt Ihnen oder auch mir denn diese heutige Verbandsstruktur? Wozu taugt sie? Die ist doch nur ein Ärgernis.

Q1-Club ist nun im Netz. Zuvor überlegten wir, wie man ihn (im positiven Sinne) „kontrollieren“ und sauber halten könne. Das Ergebnis war, nicht um dies kommerziell zu nutzen, daß gewisse Bedingungen erfüllt werden mußten. Einmal müssen Mitglieder gewisse Daten bekannt geben, um nicht anonym tätig werden zu können. Weiterhin sollten diese Mitglieder Q1-Sammler sein, diese Art des Briefmarkensammelns auch für sich selbst anerkennen, den beschwerlichen Weg aus der früheren, erfolglosen Art des Sammelns, zu Q1 konsequent verfolgen.

Der letzte und gleichzeitig aber wohl wichtigste Punkt sollte der sein, daß jeder, der
will, herzlich willkommen ist und von den anderen Mitgliedern unterstützt wird.

Wenn Sie also annehmen, daß die „Aufnahmebedingungen“ nur für den Q1-Club
gelten, liegen Sie absolut richtig. Auch ich habe immer noch mit einem großen Schrottberg zu kämpfen – und in dessen Abwicklung lasse auch ich mir nicht
reinreden.

Nein, der Q1-Club soll auf keinen Fall eine elitäre Einrichtung sein oder werden, im Gegenteil, er soll allen offenstehen, die Briefmarkensammeln nicht als Geldvernichtung akzeptieren. Er sollte auch und besonders den jungen Sammlern Basis und Begleiter für ein erfolgreiches Sammlerleben sein.

Wie kann man nun, ohne daß es gleich wieder elitär klingt, diese neue (alte) Klasse bezeichnen? Sie ist sicher 1. Liga, in erster Linie aber „Sammelbecken“ für alle ernsthaften Briefmarkensammler – und somit nicht elitär.

Was die Entwicklung des Q1-Club anbetrifft wollen wir noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten hinzufügen. So denken wir an einen Stammtisch, an dem diskutiert werden kann, an eine Tauschbörse und einiges andere. Zwei Gründe für Verzögerungen sind die, daß das alles sehr aufwändig ist – und in Folge auch teuer.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und grüße sie herzlich

Günther Köpfer
Frage:
09.10.2012
Herr Brisch hat sich netterweise mit meinen Gedanken beschäftigt. Ich will ergänzen und zur Diskussion stellen: Angebote bei ebay von dem Mitglied antiquariatapel:
KBWZ Berlin MiNr. 514, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Berlin MiNr. 515, 5 x Andreaskreuz,
KBWZ Berlin MiNr. 522, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Berlin MiNr. 522, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Bund MiNr. 867, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Bund MiNr. 868, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi
KBWZ Bund MiNr. 869, 5 x Andreaskreuz, Originalgummi

usw. usw.

Wenn Andreaskreuze in dieser Menge angeboten werden können, obwohl ja nicht von der Post verkauft (höchstwahrscheinlich gestohlen), wird der Sammler also auch bei den Bogenrändern gesteuert und belogen und zahlt horrende Preise, weil er glaubt, Werte anzuhäufen. Und auch hier wird die Blase platzen. Ich denke, Ihr Ratgeber und Ihre Literaturempfehlungen tragen ihren Anteil. Plötzlich sind auch die Formnummern haufenweise bei ebay im Angebot. Wer manipuliert wen? Schade. Und ich stimme Herrn Brisch auch zu, wenn er meint, wir werden nicht alle Spezialsammler, wer jetzt kauft spekuliert eben etwas anders als vorher. Wie sonst erklären sich die o.a. Verkaufserlöse für wertlosen Abfall?
Antwort:
Ich habe an anderer Stelle geschrieben, Freiheit sei auch immer die Freiheit der anderen. Insofern muß man einfach akzeptieren, daß gesammelt wird, was gesammelt wird.

Meine Philosophie ist, das nicht zu sammeln, was speziell für uns Sammler hergestellt, sprich manipuliert wurde bzw. wird.

Die korrigierten Bogenwertzähler entstanden, weil Sammler sich von der Versandstelle für Sammlermarken in Frankfurt zentrisch gestempelte Briefmarken gefälligkeitsentwerten ließen, was Bogenweise geschah. Die Stempel waren oft größer als die zu stempelnden Briefmarken, waren also in Fragmenten auch auf den Nachbarmarken zu sehen. Diese Marken wurden mit einem sogenannten Andreaskreuz entwertet und waren somit nicht mehr verkäuflich – und Abfall. Auf dem rechten oberen bzw. linken oberen Eckrand wurde der neue Wert des Bogens, der KBWZ, aufgedruckt.

Solche Produkte gehören für mich in die gleiche Schublade wie alle anderen Kunstprodukte bzw. Manipulationen und sind nicht sammelnswert.

Sie haben recht, wenn Sie vermuten, daß die Andreaskreuze nicht auf legalem Weg zu den Anbietern gelangten – wie übrigens so viele andere auf dem Markt auftauchende Druckausfälle und Manipulationen auch. Da werden Papierkörbe gefleddert und der Abfall den Sammlern für extrem hohe Summen angedreht.

Hier muß man dem Michel übrigens ein großes Kompliment machen, daß er solche Krücken nirgends berücksichtigt.

Was die übrigen Randzudrucke anbelangt, sehe ich kaum Spielraum für Manipulationen. Wenn jetzt vermehrt FN angeboten werden, übrigens auch Dz, dann liegt das daran, daß die stark erhöhte Nachfrage bei den Anbietern angekommen ist.

Ich möchte hierfür ein anderes Beispiel anführen. Ich habe mich auf Berlin, zeitgerecht und zentrisch von kleinen Postämtern gestempelt, spezialisiert. Als ich vor vielen Jahren damit anfing, gab es immer wieder Angebote, die ich zu äußerst günstigen Preisen erwerben konnte. Die Nachfrage nahm zu, die Preise auch. In diesem Sog kam es kurzzeitig zu einem größeren Angebot – und verebbte dann fast total. Heute durchsuche ich bei eBay teilweise bis zu 4.000 oder 5.000 Positionen, ohne irgend etwas zu finden.

Bei den FN, die vor 3 oder 4 Jahren noch kaum verkäuflich waren, und Dz sehe ich nun den gleichen Effekt: Besitzer von solchen Objekten sehen die Möglichkeit, ihre FN zu einem guten Preis zu verkaufen – und immer mehr Bieter „streiten“ sich um gute Objekte. Die Massenware schält sich heraus, die Bonbons werden verschwinden.

Für mich hat das nichts mit Spekulation zu tun, das ist sammeln mit Spaß und Erfolg – und was erwarten wir? Und diese Art zu sammeln kann keine Blase bilden, die irgendwann platzen könnte, weil das verfügbare Material endlich und nicht vermehrbar ist.
Frage:
04.10.2012
Ich habe kürzlich folgenden Biefmarkenbogen DR Infla gekauft: Bogen Mi. 187a AP A1 H. 5907.22 Pl.3

Wie kann ich mit dem Michel Spezial Katalog nun dessen KW berechnen ?

Danke für jede Hilfe zum Thema.

Beste Grüsse
Antwort:
Weder zu Infla noch zu dieser HAN kann ich Ihnen etwas sagen. Mein Sammelgebiet ist Berlin. Aber vielleicht kann Ihnen ein anderer Leser meiner Seiten helfen.

Was eine Wertbrechnung anbetrifft gibt es jedoch allgemeines zu beachten. Generell taugen Katalogpreise dazu überhaupt nicht, das sind Händlerpreise, die mit dem eigentlichen Wert einer Marke überhaupt nichts zu tun haben. Wenn Sie diesen Bogen bei eBay gekauft haben, ist jedoch die Wahrscheinlichkeit relativ groß, daß der gezahlte Preis seinem Wert sehr nahe kommt - es sei denn andere "Interessenten" haben etwas übersehen, das Sie nun entdecken.

Schauen Sie doch mal in mein "Briefmarken-Handbuch.de" und lesen dort die entsprechenden Stichworte - Sie werden staunen, wie wir Sammler manipuliert werden.
Frage:
05.09.2012
Wie kommen eigentlich Bewertungen/Preise
für Viererblöcke zustande? Im Michel gibts dafür ja keinen Anhaltspunkt. Oder irre ich mich?
Antwort:
Nein, Sie irren sich nicht, wenn man davon absieht, daß, wenn eine "Paarbewertung" im Katalog vorhanden ist, man den Viererblock doppelt bewertet. Wenn das richtig sein sollte, müßte jedoch auch die Paarbewertung richtig liegen - und das ist nun wirklich nicht der Fall. Sie können das gut an den völlig orientierungslos erscheinenden Festangeboten erkennen.

Die Bewertung von Einheiten ist eine subjektive und persönliche Sache - auch geprägt vom eigenen Geldbeutel. Interessenten bieten, z.B. bei eBay, was ihnen solch ein Objekt wert ist. Dabei kommt es teilweise zu verblüffenden Preisen, bei denen man eine erstaunliche Konstanz in der Aufwärtsbewegung erkennen kann.

Postfrisch und in Normalausführung ab 1955 meist unproblematisch, sind Eckränder und Ränder mit Randzudrucken stark nachgefragt. Einheiten mit zentrischen Stempeln würde man auch gerne stark nachfragen - da jedoch, aufgemerkt, fehlt das Angebot.

Generell ist wohl festzustellen, daß sich dieser "Markt" in einer Orientierungs-, einer Wertfindungsphase befindet. Der mitdenkende Briefmarkensammler vermutet hier zu Recht eine sehr positive Zukunft.
Frage:
30.08.2012
Hallo Herr Köpfer,
Sie geben in Ihrer Anwort zur Frage von Harald aus Salzburg die Definition des Bogenplatzes einer Marke aus dem Michel-Katalog wieder. Es gibt aber auch eine andere Definition, die den Oberrand eines Bogens so definiert, dass dort immer die Reihenwertzähler aufgedruckt sind. Das sollte auch erwähnt werden, da einige Spezialkataloge und Händler auf diese Definition Bezug nehmen. Also vor einer Bestellung immer nach sehen, auf welche dieser Ecken Bezug genommen wird.
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Ein so komplexes Hobby wie das Briefmarkensammeln kann nur verläßlich und glaubwürdig sein, wenn die Terminologie eindeutig ist, also Aussagen verbindlich sind und Verantwortung beinhaltet. Wenn ich nur an den (Miß)Gebrauch der Begriffe "rar", "tiefstgeprüft" und "zentrisch gestempelt" denke, steigt mein Blutdruck.

Ihr Einwurf ist, auf die Realität bezogen, natürlich mehr als berechtigt.

Ich meine (zumindest) Q1 sollte Begriffen klare, nicht auslegbare Realitäten gegenüberstellen.

Und so meine ich, daß der Inhalt eines Briefmarkenbogens und nicht Randzudrucke das entscheidende Kriterium für Bogenpositionen sein sollte.


Frage:
26.08.2012
Zuerst mal eine Gratulation zu ihrer hervorragenden Homepage, bin durch Zufall auf die Seite gestossen. Habe im heurigen Frühjahr nach 10 Jahren wieder meine Berlin Briefmarken durchgesehen und dann bei ebay fleissig die "teuren" Lücken geschlossen, aber erst beim Lesen ihrer Seite ist mir dann so richtig ein Licht über das Briefmarkensammeln aufgegangen.
Verdächtig kam mir diese Versandstellensammeln eh schon immer vor, aber richtig eingeweiht bin ich auch nicht geworden, ist halt wirklich ein Riesengeschäft .. !

Aber genug gejammert, es bleibt ja doch ein schönes Hobby. Da bin ich auch schon bei meiner Frage zu Berlin Eckrand bzw. Eckrandvierer: Hab gerade bei ebay Berlin 121-123 als ER Vierer gesehen. Mit Attest Andreas Schlegel. Beschrieben als links oben, da aber keine Zähler sondern nur Strichleisten zu sehen sind, kann es sich meiner Meinung nach nur um links unten handeln. Im Attest steht auch links oben!!

Ist es wirklich denkbar, daß auch der Prüfer dies nicht weiß und/oder darüber stolpert?? Oder bin ich mit meiner Eckenbetrachtung sowieso auf dem Holzweg, dann wäre ich Ihnen um eine Erklärung sehr dankbar.

Hier noch das Angebot: www.ebay.de/itm/320970221608?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1438.l2649
Vielen Dank, Harald aus Salzburg
Antwort:
Ich gratuliere Ihnen zum Entschluß, wieder Briefmarken zu sammeln - und mit Berlin haben Sie sich für ein spannendes Gebiet entschieden.

Was Ihre Frage anbetrifft, ist es schon richtig, daß es sich hier um den linken oberen Eckrand, also ER 1, handelt. Der Reihenwertzähler spielt nicht die entscheidende Rolle, was man sehr schön an den "Berliner Stadtbildern" verdeutlichen kann: die MiNr. 141 hat den Reihenwertzähler links, die MiNr. 149 rechts und die MiNr. 145 oben. Folglich ist die erste normal bildrichtige Marke die des linken oberen Eckrandes.

Übrigens: Wenn Sie als Sammler schon den Rand beobachten, sind Sie auf einem sehr guten Weg. Meine übrigen Seiten verraten gerade darüber noch sehr viel mehr.

Grüße nach Österreich

Günther Köpfer
Frage:
23.08.2012
Ben aus Berlin hat noch eine ergänzende Frage: Sie halten viel von Auktionen, wie Sie mir auch geantwortet haben. In anderen Bereich (bin selber wie erwähnt leidenschaftlicher Sammler) musste ich jedoch z.B. auch bei Ebay erleben, wie Gebote künstlich hochgeboten werden und das sogar über Wochen und Monate bis sicherlich hin zu Jahren usw. . Deswegen wollte ich wissen wie das im Briefmarkenbereich ist, inwiefern also Verlass darauf ist, dass die Angebote bei Ebay oder den großen Auktionhäusern wirklich nur durch das bieten interessierter Sammler zustande kommen und nicht durch \"Preistreibereien\" .

Antwort:
Prinzipiell ist Preistreiberei bei Briefmarkenauktionen sinnlos, denn Bieter werden (hoffentlich!!) immer nur das bieten, was ihnen ein Objekt wert ist, bzw. was sie auch zu zahlen gewillt sind. Und damit wäre man auch schon wieder beim "möglichst umfangreichen Wissen". Man sollte über ein solches Wissen ein Gefühl für die Wertigkeit dessen entwickeln, was man sammelt - mit dem kleinen Aufschlag der einen im einen oder anderen Fall zum Zuge kommen läßt.

Den einen oder anderen Flop, das gehört auch dazu, sollte man jedoch akzeptieren. Bei mit ist so eine kleine Spezialsammlung gefälschter Objekte (Falschstempel, Nachzähnungen etc.) in einem Preis(schaden)bereich enstanden, der Reaktionen als nicht sinnvoll erscheinen läßt.
Frage:
23.08.2012
Sie schrieben in der Antwort auf
die letzte Frage, dass Charlottenburg der inoffizielle
Vorgänger der Versandstellen war.
Galt dies auch schon im Deutschen Reich und sind Marken mit Charlottenburg Stempel aus
dieser Zeit deshalb so häufig?
Jedenfalls sehe ich diesen Ort
immer wieder auf Stempeln.
Antwort:
Charlottenburg war auch der Vorgänger von Berlin 11, also dem zentralen Postamt, zu dem z.B. alle Briefkasteninhalte zur Abstempelung wanderten. Hier liegt also die Erklärung für die Häufigkeit. Im Handbuch habe ich unter "Berliner Postämter" einen Link zu Wikipedia gesetzt, in dem viele Erklärungen zu diesem Thema gegeben werden.
Frage:
22.08.2012
Frage: Hallo Herr Köpfer,
hier ein paar Anmerkungen von mir zu Ihrer Antwort auf die Fragen von Frank aus Berlin:
Sie arbeiten auf Ihren Internetseiten und in ihrem Buch sehr schön und verständlich heraus, worauf man alles achten muss, um Spaß am Briefmarkensammeln zu haben / wieder zu bekommen. Dabei heben Sie immer besonders die Qualität hervor, auf die man bei einer Sammlung unbedingt achten muss, damit man auch in Zukunft Spaß daran hat, und die vor allem die Voraussetzung für eine wertmäßige Stabilität bietet.
Auch Marken aus Neuheitenabonnements erfüllen erstmal die rein technischen Kriterien: postfrische Marken von der Versandstelle werden kaum Mängel aufweisen, und auch der Versandstellenstempel ist zentriert und absolut klar lesbar. Nur ist bei diesen Marken, wie sich aus der Vergangenheit heraus gezeigt hat, das Kriterium der Werthaltigkeit nicht erfüllt. Den Preis, den man für diese Marken bezahlt hat, wird man bei einem Verkauf heute und in Zukunft nie wieder erzielen können. Der Michelwert ist völlig utopisch, und bei Händlern werden oft unter Berufung auf diesen Wert immer noch völlig überzogenen Preise verlangt. Daraus sollte man für sich selber Konsequenzen ziehen. Ihre Preisvergleich-Seite und einige Beispiele auf Ihren anderen Internetseiten geben da ja schon erste Einblicke auch für Sammler, die noch keine eigene Recherche bei eBay angestellt haben.
Wenn man das alles berücksichtigt, spricht aus meiner Sicht eigentlich nichts dagegen, wenn sich jemand dazu entschließt, qualitativ einwandfreie Marken ohne irgendwelche Besonderheiten zu sammeln und diese z.B. für 1€ - 3€ pro komplettem postfrischen Bund- oder Berlin-Jahrgang aus den 60er oder 70er Jahren bei eBay erwirbt und sich damit beschäftigt. Wertmäßig wird sich da nichts mehr tun, aber für den Spaß an der Sache ist das eine hinnehmbare Ausgabe.
Vielleicht führt ja auch dieser Weg dann zu einer Spezialisierung bzgl. des Sammelgebietes und damit zu Q1. Nach den reinen Marktregeln hat Frank schon recht, dass der Preis bei steigender Nachfrage (mehr Q1-Sammlern) steigen wird und vielleicht einzelne Marken, die es jetzt noch zu erschwinglichen Preisen gibt, dann sehr viel teurer sein werden. Aber es gibt so viele verschiedene Spezialgebiete, die in sich auch noch so vielfältig sind, und es ist m.E. nicht davon auszugehen, dass die Masse der Sammler innerhalb kürzester Zeit alle dem Q1-Gedanken folgen, so dass dieser Effekt wohl nicht so schnell eintreten wird. Das Wissen über das, was man tut und der Qualitätsgedanke sollte die herausragende Rolle spielen, denn dadurch kommt die Freude am Sammeln von ganz alleine. Und sowohl an Information als auch an Anregungen für die eigene Sammlung gibt es dazu gerade auf Ihren Seiten genug zu erfahren.
Mit freundlichem Gruß
Joachim Brisch
Antwort:
Hallo Herr Brisch, damit, Bund-, Berlin- oder DDR-Einzel-Marken bei eBay zu einem Bruchteil dessen, was sie einst gekostet haben, zu kaufen, kann man tatsächlich nichts falsch machen. Ich gebe Ihnen weiterhin recht, wenn Sie sagen, daß aus einer solchen Sammlung irgendwann eine Speialisierung entstehen kann - hier sogar wird, denn ein solcher Sammler wird nicht die oft das Sammeln beendende Enttäuschung erfahren, daß er mit großem finanziellen Einsatz einen wertlosen Flop produziert hat: das wenige, daß er heute dafür bezahlt hat, bekommt er wahrscheinlich immer wieder zurück.

Bei vielen mir gestellten Fragen taucht immer wieder der Verdacht auf, Briefmarkensammeln sei ein Hobby, das man mit kleinem und kleinstem Geldbeutel, möglichst sogar ohne irgendeinen Aufwand erfolgreich gestalten kann. Das ist nicht der Fall, sollte es auch nicht sein. Wir sind ja keine Bildchen- oder Schrottsammler. Es gibt in allen Preisbereichen schöne "Seltenheiten", die, logisch, bei größerer Nachfrage teurer werden, womit aber doch genau das erreicht wird, was wir uns alle "erträumen".

Ich habe mehrfach geschrieben, daß ich der Meinung bin, daß in der Philatelie jegliches Sonderangebot wertloser Schrott ist, Schrott aufgrund fehlender Q1-Qualität. Sammelwürdiges dagegen ist knapp und Q1-Qualität bei weitem nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Wir Sammler müssen uns die Frage stellen, was wir mit unserem Hobby außer einer wunderbaren Freizeitgestaltung eigentlich erreichen wollen? Wollen wir unser mühsam verdientes Geld zum Fenster rauswerfen, mit irgendwelchen unsinnigen Käufen vernichten? Oder wollen wir in kleinste, kleine, größere oder größte und mehr oder weniger seltene Objekte investieren, die wir zu jeder Zeit problemlos wieder verkaufen können?

Die Intensität und den Erfolg unseres Hobby bestimmen wir selbst, aber bitte egoistisch.
Frage:
20.08.2012
Mi.-Nr. 637 mit FN 4:
Guten Tag, seit dem Tod meines Bruders habe ich mit mäßigem Erfolg, u.a. auch bei ebay, versucht, dessen Sammlung zu veräußern. Die Erfahrungen entsprechen dem, was Sie schreiben. Selbst hatte ich meine Briefmarken (UNO!) ca. 1990 in die Ecke gelegt. Nun bin ich über 60 und suche einen neuen Anfang mit wenig Kapitaleinsatz, wodurch ich auf Ihre Internetseite aufmerksam wurde. Zunächst war ich geneigt, Ihren Ausführungen bedingungslos zu folgen. Nun gibt mir das o.a. Ergebnis allerdings zu denken. Wenn sich Ihre Sammelart allgemein durchsetzt, ist es doch unerschwinglich, mit wenigen finanziellen Mitteln noch Spaß an der Freude zu haben. Dann habe ich hier auch die falschen Stempel gesehen. Von diesen (Charlottenburg) werden gerade bei ebay sehr viele angeboten. Wie entkomme ich dieser Gefahr? Prüfen lassen kann ich erst, wenn ich sie gekauft habe. Und selbst erkenne ich gar nichts. Wird mir Ihr Ratgeber hier helfen? Hatte überlegt, eine Berlin-Sammlung aufzubauen, ab meinem Geburtsjahr, UNO weitersammeln macht keinen Sinn, Totalverlust. Nach Ihren Ausführungen zu sammeln, scheint auch nicht zukunftsträchtig, da werden die Besonderheiten, die ich mir leisten könnte doch auch wieder Massenware. Oder habe ich da etwas mißverstanden? Grüße aus Berlin.
Frank


Antwort:
Hallo Frank, die Voraussetzungen sind gut. Sie haben die Erfahrung, daß sich die Marken Ihres Bruders nicht verkaufen lassen und offensichtlich schon 1990 erkannt, daß ABO-Sammeln, Müntefering würde gesagt haben, Mist ist. Ich ordne das auch nicht unter Briefmarkensammeln ein, sondern eher als Bildchensammeln. Und da ist jede Geldausgabe zu viel und wie sich herausstellte, Totalverlust.

Wer allerdings glaubt, daß man ohne Kapitaleinsatz etwas wertvolles schaffen kann, der irrt. Auch eine andere Einstellung muß sich ändern. Briefmarken werden nicht gesammelt, um komplett zu sein oder zu werden, da zählt nur Qualität – und die gibt es nicht umsonst. Und da wird ein Normalbürger, wie z.B. ich, automatisch auch an seine Grenzen stoßen, logisch. Dann muß man sich halt innerhalb dieser Grenzen bewegen – uns da gibt es nicht Enden wollende, uns Spaß bringende Möglichkeiten.

Die diskutierte MiNr. 637 mit FN 4 ist sehr selten und derartiges ist immer teuer. Hier allerdings unberechtigt, denn sie ist in der Zähnung geknickt – und so für mich nicht sammelwürdig.

Ihr Vorhaben, Berlin ab 1952 zu sammeln ist toll – nur ich würde mich nicht unnötig eingrenzen. Postfrisch und als Einzelmarken gibt’s da allerdings nichts groß Interessantes, es sei denn, Sie legen Wert auf Randstücke in all ihren Varianten. Noch mehr fesseln mich gestempelte (nach Möglichkeit zentrisch von normalen Postämtern) Briefmarken in erstklassiger Qualität. Hier sind allerdings auch die normalen, aber les- und in sofern prüfbar gestempelten Marken gesucht und eine tolle Alternative. Solche Marken sind keine Massenware, können es also auch nie werden. Sie sind im Gegenteil endlich, in also uveränderbarer, nicht verifizierbarer Menge vorhanden, sodaß selbst einfache Ware bald knapp werden wird.

Bezüglich der Charlottenburg-Stempel brauchen Sie keine Angst zu haben. Da gibt es zwar auch Fälschungen, aber die allermeisten sind echt. Charlottenburg war der damals noch inoffizielle Vorgänger der Versandstellen. Aufgrund seine weniger großen Häufigkeit ist er absolut sammelwürdig.

Bezüglich der Markenprüfungen der Tip: kaufen Sie entweder nur tiefstgeprüfte Ware (höhergeprüfte Ware ist nicht verkäuflich!) oder holen sich vorher eine Prüfgarantie (mindestens 1/2 Jahr)ein. Läßt sich ein Verkäufer darauf nicht ein, verzichten Sie einfach auf den Kauf.
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