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Frage:
08.08.2012
Von Ben aus Berlin erhielt ich eine umfangreiche eMail, die ich ihm bereits beantwortet habe. Hier möchte ich die Fragen und Antworten in mehreren Teilen wiedergeben:

Hallo sehr geehrter Herr Köpfer,
ich schreibe Ihnen heute aus mehreren Gründen. Ich bin auf Ihre Seite gestossen und finde Sie sehr interessant. Ich wollte mir eine neues Sammelgebiet aussuchen und bin dabei auch auf die gute alte Briefmarke gestossen, jedoch nach einigem suchen und lesen eher abgeneigt gewesen, da sich dieses schöne Hobby für mich als zu unvorteilhaft für den Geldbeutel darstellte. Dabei ging es mir gar nicht um die vielen völlig überteuerten Briefmarken Angebote, welche „speziel für den Sammler“ herausgebracht werden und teuer verkauft werden, wohl wissend das es später für sie keinen Cent mehr gibt. Diese unschönen Dinge gibt es ja z.B. auch auf dem Münzmarkt usw. . Sondern eher um die Entwicklung des Gesamtmarktes und der Preise sowie des Sammlernachwuchses etc. wo ich hier einen katastrophalen Eindruck gewann. Ihre Seite jedoch ist der Grund, wieso ich mich doch noch nicht ganz dagegen entschieden habe und sogar mit den Gedanken spiele, mit dem Briefmarkensammeln zu beginnen, wenn auch nicht als Hauptgebiet meiner Sammelleidenschaft.




Antwort:
Das ist kein "katastrophale Eindruck", sondern ganz einfach Tatsache. Dieser Markt wird von der Briefmarkenlobby incl. des Sammlerverbands beherrscht, der "Standard"-Sammler ist lediglich nachwachsendes Melkvieh. Die Vereine bestehen aus älteren, meist unflexiblen, die Fehler ihrer Vergangenheit nicht eingestehen wollenden, überwiegend Männern, die an ihrer Art zu sammeln nichts mehr ändern werden. Das ist insofern nicht zu verurteilen, als das meiste dessen, was oft in 50 Jahren gewachsen ist, irreparabel ist: Berge extrem teuer erkauften wertlosen Schrotts. Zu verurteilen ist der Verband, der nichts dagegen tut, im Gegenteil, die Vereine dazu anhält, "ihrem" wenigen Nachwuchs ihre eigenen Fehler weiter zu vermitteln, in dem der z.B. zum Motivsammeln und zur Erstellung von Sammlungsrahmen für Ausstellungen erzogen wird. Dieser wertvolle Fundus Nachwuchs wird systematisch seiner Entwicklungsmöglichkeiten beraubt.

Aber, das alles ist kein Grund, sich gegen das Briefmarkensammeln zu entscheiden, denn die Philatelie besteht aus zwei Gruppierungen, das sind auf der einen Seite die Vereine, auf der anderen, eine große und immer stärker werdende "Parallelwelt" von Sammlern, die ihr Hobby erfolgreich und mit viel Spaß betreiben.
Frage:
02.08.2012
Ich habe aus zwei Jahrzehnten Briefmarken, Ersttagcouverts, Spezialitäten und möchte mich nun von dieser "Sammlung" trennen. Wie gehe ich da am besten vor.
Danke für eine Antwort.
Hermann Battaglia, CH 3700 Spiez
Antwort:
Standardsammlungen, also solche aus Abonnements, zumal auch FDC´s, sind kaum verkäuflich.

Wenn eine Sammlung gesuchte Spezialitäten enthält, ist bei Verkaufsabsichten anzuraten, diese gesondert z.B. über ebay zu verkaufen, da diese ansonsten in einer eh nur schwer zu verkaufenden Gesamtsammlung eher untergehen. So oder so, ist der Rest nur mit nervendem Ergebnis zu veräußern.

Bevor Sie jedoch Ihre Sammlung "verschenken", sollten Sie vielleicht überlegen, ob Sie sich den Spaß des Briefmarkensammelns nicht weiter gönnen wollen, indem Sie Ihre Sammlung qualitätsmäßig (Sie haben sicher meine diversen Seiten gelesen) für einen späteren Verkauf aufrüsten.

Ich habe unter Beachtung auch meiner negativen Erfahrungen genau so gehandelt.
Frage:
20.07.2012
Frage: Hallo Herr Köpfer,
kann / wie kann man bei einer Marke unterscheiden, ob die Marke eine glatte oder geriffelte Gummierung hat (z.B. Berlin 191) bzw. ob sie waagrecht oder senkrecht geriffelt ist (z.B. Berlin 131)?
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Hallo Herr Brisch, das kann man. Bei der MiNr. 131 ist klar zu erkennen, ob die Gummiriffelung waagerecht oder senkrecht verläuft. Bei anderen Marken, z.B. bei den Berliner Stadtbildern, die es mit geriffelter und glatter Gummierung gibt, sind die Unterschiede nicht immer so eindeutig zu bestimmen - da hilft dann oft nur der Vergleich mit vielen gleichartigen Marken und oft einem gedanklichen Kompromiß.
Frage:
18.07.2012
Hallo,

Ihre Internetseite gefällt mir sehr gut. Sie ist etwas einfach, aber funktionell und inhaltlich sehr anspruchsvoll.

Ich habe erst gerade mit dem Sammeln begonnen bzw. werte die Sammlung meines verstorbenen Vaters aus. Deshalb bin ich für Ihre Beiträge wirklich sehr dankbar.

Meine Frage: Sie verwenden immer wieder - wie selbstverständlich - das Wort \"nachzähnen\". Was bedeutet es. Auch im Internet konnte ich es nur im allgemeinen Sprachgebrauch finden. Nirgends einen Erläuterung.

Vielen Dank!
Antwort:
Da unser schönes Hobby sich durch alle Schichten jeglicher Coleur zieht, war einer meiner Ansprüche an die Internetauftritte der, sich möglichst einfach darin zurecht zu finden.

Zu Ihrer Frage: Briefmarken mit kurzen oder fehlenden Zähnen (auch mit jeglichen sonstigen Mängeln) sind wertlos und nicht sammelwürdig. Um Sammler zu täuschen, wird solcher Schrott gegen Entgelt repariert. Beim "Nachzähnen" werden die Zahnlöcher um einen kurzen oder fehlenden Zahn herum "vertieft", sodaß die Zähnung bei flüchtigem Hinsehen einwandfrei erscheint. Legt man zwischen dem ersten und letzten Zähnungsloch an eine solche Zähnungsreihe ein Blatt Papier, erkennt man solche "Vertiefungen" sofort. Wird eine komplette Zähnungsreihe "nachgezähnt", wird die Marke kleiner. Auch das erkennt man leicht, wenn man eine Originalmarke dahinter legt.

Die Briefmarkenlobby tut das lapidar als "völlig normal" ab, vielleicht sei es etwas "wertmindernd". Fakt ist jedoch, daß solche Marken von Händlern und Auktionatoren nicht gekauft werden.

Reparierte Marken sollten laut Vereinbarung gekenneichnet sein, was jedoch einmal nicht geschieht und zum Anderen von der Briefmarkenlobby ohne gringste Reaktion tolleriert wird - zum Schaden von uns Sammlern.

Ansonsten freut es mich, daß Sie die Sammlung Ihres Vaters weiterführen.

Viel Spaß dabei.
Frage:
14.07.2012
Liebe Briefmarkenfreunde,
was versteht man unter "übliche Gummibüge" ?

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Wahnsiedler
Antwort:
Die Gummierung der Briefmarken muß eine ganze Reihe von Anforderungen erfüllen. Beispielhaft seien hier nur "Gesundheitsunbedenklichkeit", Stichwort Ablecken (hier wurde schon mit verschiedenen Geschmacksrichtungen experimentiert), "Witterungsunempfindlichkeit" (hohe und höchste Luftfeuchtigkeit) und "gleichbleibende Konsistenz".

Das ging nicht immer gut, weswegen die Post bis heute immer wieder Versuche unternahm. Die eine oder andere Gummierungsart zeigt, trotz fachgerechter Aufbewahrung, irgendwann Alterungserscheinungen. Die Gummierung wird dann z.B. rissig, vergilbt, baut Spannung auf, was das Objekt sich zusammenziehen läßt (bügigkeit) oder greift gar das Papier an. In letzterem Fall wird empfohlen, die Gummierung vorbeugend zu entfernen.

Die Sammelwürdigkeit muß jeder Sammler für sich entscheiden - auf jeden Fall ist zu prüfen, ob eine "Üblichkeit" tatsächlich besteht.
Frage:
27.06.2012
Frage: Hallo Herr Luis, hallo Herr Köpfer,
ich habe mich erst vor einiger Zeit auf die Bogennummern von Berlin konzentriert. Am Anfang lief alles ganz gut, da ich über eBay zwei größere Sammlungen und einige kleinere Posten mit mehreren Marken ersteigern konnte und damit einen Grundstock hatte. Ich bin noch immer dabei, diese zu sichten und einzusortieren, und das wird auch noch ein bisschen dauern. Die Marken ab 1960, die ich dort ersteigert habe, sind, von ein paar Spezialitäten abgesehen, eigentlich ganz gut zu bekommen, allerdings finde ich die Angebote von einzelnen Marken für 1€ nicht interessant. Wenn mir dann irgendwann mal nur noch einer von diesen Werten fehlen sollte, schlage ich aber auch da vielleicht zu. In diesem Bereich ab ca. 1960 wäre für mich das Beste, jemanden in einer ähnliche Situation zu kennen, aber das wird sich dann hoffentlich über die Q1-Seite ergeben. Sowie sich Ihre Kommentare anhören, haben Sie, Herr Luis, in diesem Bereich wahrscheinlich die meisten "Lücken" schon gefüllt.
Bei den Spezialitäten und den Marken vor ca. 1960 wird es dann, wie beim Sammeln der 'normalen' Berlin-Ausgaben, eher teuer, wenn denn überhaupt solche Werte angeboten werden. Das spiegelt ja auch die Liste von Herrn Brunner, die ich alleine wegen der vielen Erläuterungen und der Ausführlichkeit immer gerne zu Rate ziehe, wider. Seine Preise halte ich für angemessen (was immer das auch heißen mag). Über eBay habe ich Kontakt zu einem anderen Händler, der ein entsprechendes Preisniveau und ein paar mehr ältere Werte im Angebot hat. Da muss ich mich schon zurück halten und warte immer noch auf einen Lottogewinn, um mal ungehindert zuschlagen zu können ;-)
Die Preise auf den Seiten von Herrn Straßberger und Baumeister sind für mich viel zu hoch, aber vielleicht trotzdem angemessen. Das wird sich in Zukunft zeigen. Die Beschaffung von diesen seltenen Stücken zu 'vernünftigen' Preisen sehe ich aktuell auch als das größte Problem an. Kennen Sie, Herr Luis/Herr Köpfer denn ältere Sammler mit diesem oder einem ähnlichen Sammelgebiet und wissen vielleicht über deren Erfahrungen zu berichten?
Antwort:
Ingo Luis antwortet:

Ich möchte versuchen, meine Erfahrungen mit dem Sammeln von Berliner Bogenzählern (BZ) zu beschreiben – manches haben Sie wahrscheinlich genauso erfahren, anderes ist Ihnen vielleicht neu und von Interesse für Sie.

(Meine Erfahrungen bei Bogenzählern gelten übrigens prinzipiell auch für Formnummern, Druckerzeichen, HAN und anderen „Randerscheinungen“).

Nach kurzer Zeit hat man ziemlich viele Marken aus Sammlungen oder Posten relativ günstig erstanden, die, wie sich bald herausstellt, häufig angeboten werden, also reichlich verfügbar sind. Es folgen Käufe von einzelnen Marken zu 1,- oder evtl. etwas mehr; dies sind noch keine
Spezialitäten, aber immerhin mittlere Werte, die man schon gezielter suchen muß. Hier stößt man aber auch bald an Grenzen, denn es bleiben Lücken, die man nur recht teuer füllen kann.

Bei Bogenzählern sind dies nach meiner Erfahrung meist (aber nicht nur) die Nachauflagen von Dauerserien, die sich durch das gesamte Sammelgebiet ziehen (und nicht nur auf Marken vor 1960). Briefmarken, und vor allem Dauerserien, werden ja zum postalischen Gebrauch hergestellt. Meist ist die erste Auflage sehr groß. Wenn sich aber irgendwann herausstellte, daß ein bestimmter Wert bald „ausverkauft“ sein würde, mußte nachgedruckt werden; diese Nachauflagen sind aber viel
kleiner und weisen andere BZ auf, z.B. links statt rechts, 5-stellig statt 4-stellig, nach innen oder außen stehend, oder auch andere vorangestellte Buchstaben.

Dies sind dann häufig die gesuchten Marken.

Ein paar Beispiele:
187 Bauten 8Pf orangerot; BZ links 4-stellig wird Ihnen nachgeworfen, 5-stellig ist kaum zu finden.
242 kleine Bauten 10Pf; BZ links ist kein Problem, rechts habe ich noch nie gesehen, dennoch gibt es ihn.
271 große Bauten 8Pf; BZ rechts nach außen gibt es reichlich, nach innen kaum zu finden.
Dazu kommt, daß bei manchen Auflagen der BZ abgeschnitten und nur in Ausnahmefällen durch ungenauen Zuschnitt erhalten geblieben ist (schließlich war der BZ für die Bundesdruckerei nur ein
Druckmengennachweis und postalisch völlig unwichtig)- ebenfalls sehr gesucht!
Ein weites Feld sind die BZ bei I+T: Hier gibt es durch die lange Laufzeit der Serie unendlich viele vorangestellte Buchstaben, 5- bzw. 6-stellige Ziffern und zu alledem auch noch zwei unterschiedliche Papiersorten (Jayme-Bauer und Cartax), die man nur unter der UV-Lampe
unterscheiden kann.

Ich habe nach über 10-jähriger Suche mittlerweile 175 verschiedene BZ dieser Serie, und es fehlen immer noch 25 Stück (lt. Schwarz-Katalog). Und wer sagt denn, daß es nicht noch weitere gibt, die im Schwarz-Katalog gar nicht erfaßt sind?

Während Heinemann, Burgen & Schlösser sowie Sehenswürdigkeiten eher problemlos sind, kommt bei der Frauenserie wieder das große Suchen und ggfls. viel Geld ins Spiel. Hier zeigt sich auch, daß noch lange nicht alle BZ bekannt sind (die Serie lief ja in Berlin nur kurze Zeit und so mancher Bogen schlummert noch mit unbekannten BZ in irgendwelchen Alben). Bei den „Frauen“ mache ich am ehesten schon mal Zugeständnisse und nehme auch 2er-Streifen, wo ich sonst nur 3er akzeptiere.

Es gäbe noch manches mehr von BZ zu erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen...

Wenn ich einen Rat geben darf – im Sinne von Q1- egal, wie lange eine Lücke in der Sammlung schon besteht oder wie selten ein BZ ist: Niemals würde ich einen unvollständigen BZ kaufen – da ärgert man sich später dann doch!

Mir sind übrigens leider keine Sammler von BZ bekannt, deren Erfahrungen ich nutzen bzw. weitergeben könnte. Überhaupt scheinen BZ im Vergleich zu FN und DZ deutlich weniger beliebt zu sein -warum eigentlich, kann ich mir nicht erklären...

Kommentar Günther Köpfer:
Die Erklärung könnte sein, daß die Bogenzähler in den Katalogen nicht erwähnt werden (der hierfür mögliche Platz wird durch Ramschnennung und - wertung verplempert), die meisten Sammler sind also ohne diesbezügliche Information - und was man nicht kennt, kann man nicht lieben.

Ein tolles Samelgebiet, das ich persönlich nicht spezialisiert betreibe, aber es gehört einfach in jede, also auch in meine Sammlung - und Sie erinnern sich?: unsere Art zu sammeln bedeutet beste Qualität, wobei Komplettheit kein Ziel ist - aber geträumt werden darf.
Frage:
27.06.2012
Hi, wann sind Briefmarken nichts mehr wert?
Antwort:
Kommt drauf an.

Als Portomarken, wenn sie ihre Gültigkeit verlieren, in dem Moment aber auch als Sammelobjekte, wenn sie Einzelmarken und somit Massenware sind.

Ein Kuriosum ist, daß die Briefmarkenlobby an uninformierte Sammler wertlosen Ramsch zu absoluten, sie hervorragend ernährenden Spitzenpreisen verkauft.

Generell aber ist zu sagen, daß alles was ohne Nachfrage ist, im Sinne monetärer Wertigkeit, wertlos ist.

Man könnte, mit einer gehörigen Portion Humor auch vermuten, daß die massenhafte Hortung wertloser Briefmarken durch Sammler und Handel ein Vergehen an der Umwelt ist: der Rohstoff Altpapier wird seiner Bestimmung, dem Recycling, vorenthalten.
Frage:
27.06.2012
Frage: Eine Frage zu den Auflagen. So wie
ich es verstanden habe, wird im
Michel die Gesamtzahl der jemals gedruckten Exemplare angegeben. Bei meinem Sammelgebiet Alt-Estland,
gibt es in der frühen 20er Jahren
einige Marken, die zwar in größerer
Zahl gedruckt, dann aber auch postalisch verwendet und die nicht gebrauchten Reste von der Post eingestampft wurden. Folglich ist die Zahl der sich noch im Umlauf befindlichen postfrischen Exemplare sehr gering. Die sind auch entsprechend schwierig zu bekommen. Die Preise im Michel sind aber grotesk niedrig und
werden offenbar mit der ehemals
hohen Auflage begründet. Was soll
so etwas? Gibt es zwischen Auflage und Katalogpreis überhaupt einen sinnvollen Zusammenhang?
Antwort:
Briefmarken-Katalogpreise sind Händlerpreise, nichts anderes - von Sammlerseite her gesehen mehr als nur zusammenhanglos, in alle Richtungen überwiegend ein reines Ärgernis.

Andererseits haben Auflagen nur eine bedingte Auswirkung auf den Sammlerwert eines Objekts. Um höhere oder höchste Bewertungen zu erreichen, ist einfach eine Nachfrage nötig, die größer ist, als der Bestand des gesuchten Objekts.

Wenn Sie ein Sammelgebiet gefunden haben, daß noch nicht in den Fokus einer breiteren Sammlerschaft graten ist, genießen und nutzen Sie es. Denken Sie aber immer auch an Q1, an die Qualitätsseite Ihres Sammelns!

In meinem "briefmarken-handbuch.de" habe ich an verschiedenen Stellen (u.a. bei "Auflagen" oder "Kataloge") die Zusammenhänge beschrieben, lesen Sie sich dort rein.

In nächster Zeit werde ich eine neue Internet-Seite kreieren, in der es möglich sein wird, sein Spezialgebiet öffentlich zu machen, um auf diese Weise andere, gleichgepolte Sammler zu finden - und mit ihnen in Kontakt zu treten.
Frage:
23.06.2012
Frage: Hallo Herr Brisch und Herr Köpfer, jetzt kommen wir ja doch schon ins Fachsimpeln, was eigentlich auf die neuen Seiten Seiten gehört, die Sie, Herr Köpfer, demnächst eröffnen wollen...
Danke erstmal, Herr Brisch, daß Sie mir so schön zu meinem Kommentar vom 16.06. beipflichten. Sie haben aber auch Recht: ab einem bestimmten Punkt des Spezialsammelns kann man keinen objektiven Preis mehr finden. Wir sprechen ja hier von sehr speziellen, also seltenen Marken/ Varianten, die keinen Bezug mehr zu Katalog- oder Faktornotierungen haben und deren Preise allein durch den Sammelehrgeiz und die Kaufkraft der Spezialsammler erzielt werden. Wie man immer sehr schön bei ebay sieht, reichen dazu zwei Bieter, die exakt das gleiche seltene Stück entdeckt haben und sich gegenseitig in Höhen treiben, wo "Normalsammler" längst kopfschüttelnd aussteigen. Dieses "Ringen" mit sich selbst, wie weit man zu gehen bereit ist, gehört dann eben dazu.
Meine Erfahrung mit Spezialversendern ist, daß sie entweder wirklich seltene Stücke im Angebot haben, die dann aber auch "richtig Geld" kosten, oder aber eher mittelprächtige Spezialitäten anbieten, die folgerichtig günstiger zu haben sind. Zu letzteren zähle ich mittlerweile auch Brunner. Seine eigentlich sehr schönen Listen (mit vielen Erläuterungen) führen alles Mögliche auf (durch ein x markiert), NUR: er hat es nicht im Angebot, sonst würde ja sein Preis dabeistehen. Seit ein paar Jahren werde ich bei ihm leider nicht mehr fündig.
Dagegen bieten z.B. Straßberger und vor allem Baumeister wirklich viel Seltenes, dann aber auch zu entsprechenden Preisen. Hier setzt dann bei mir der selbe innere Kampf ein wie bisweilen bei ebay.
Man sollte sich vielleicht von der Gleichung ebay=Schnäppchen verabschieden. Die wirklich seltenen Marken haben ihren Preis bei ebay genauso wie beim gut sortierten Versender.
Haben Sie da ähnliche oder andere Erfahrungen?
Freue mich über Ihre Kommentare.

Beste Grüße

Ingo Luis
Antwort:
Unser aller größtes Problem sind die Preise, vor allem deswegen, weil sie seit Jahrzehnten schon nicht mehr objektiv sind, sondern schlicht willkürlich, übervorteilend und abzockend.

Es stimmt, daß zwischenzeitlich nur noch das geübte Auge bei eBay Schnäppchen erkennt - was ja in der Entwicklung auch irgenwie i.O. ist. Trotzdem würde ich es als das gerechteste System einstufen. Wir können unsere Briefmarken dort überwiegend zu einem "gerechten" Preis einkaufen (der Verluste, zumal langfristige, weitgehend ausschließt)- und müssen logischerweise für gesuchtes, für knappes Gut, adäquate Preise bieten. Um die Preise nicht ausufern zu lassen, wobei die Frage auftaucht, wann das der Fall ist, muß man sich oft in Geduld üben. Die erste gesuchte Marke unbedingt haben zu wollen, kostet u.U. sehr viel Geld.

Über eins muß man sich jedoch im Klaren sein, wenn wir Q1-Sammler uns alle auf das sogenannte Sammelwürdige konzentrieren, wird das Material ganz schnell knapp, werden die Preise kräftig ansteigen, sich dabei jedoch in Richtung ihres tatsächlichen, ihres inneren Wertes bewegen, der sich immer wieder realisieren läßt.

In Bezug auf die Firma Brunner bin ich der gleichen Meinung.

Grüße aus Freiburg

Günther Köpfer

Frage:
18.06.2012
Frage: Hallo Herr Luis, hallo Herr Köpfer,
ich sehe den Verlauf der eBay-Auktion so wie Herr Luis: da haben sich eben zwei Sammler gefunden, die nicht nur erkannt haben, dass es sich dort um eine Zähnungsvariante handelt, die anscheinend nicht so oft angeboten wird, als auch bereit waren, dafür einen hohen Betrag auszugeben. Auch bei der Beurteilung der Faktoren, die Herr Schwarz in seinem Katalog angibt, kann ich Herrn Luis nur beipflichten: leider sind sie zur Bestimmung eines Wertes / Preises nicht geeignet. Es ist aber glaube ich ein generelles Problem, dass eine objektive Preisfindung an Grenzen stößt, je spezieller das Sammelgebiet und je seltener die Angebote sind. Ich finde das immer sehr schwierig und ringe mit mir, wie viel ich bei einer Auktion bieten soll. Es gibt allerdings einen Spezialversand von Herrn Brunner, der m.E. eine ebenso große Leistung wie Herr Schwarz erbracht und Angebotslisten erstellt hat, die ich so noch nicht gesehen habe und die schon eher an die aktuellen Preise heran kommen. Zu finden sind diese Listen unter folgender Adresse:
http://bmvbrunner.de/Preislisten-gesamt/1,000000412228,8,1
Da habe zumindest ich ziemlich gestaunt.
Bei anderen Versendern habe ich bis jetzt nur Mondpreise gefunden:-(
Ich habe mal angefangen, mir eine Liste zu den postfrischen Berliner Marken mit Formnummer zu erstellen und die Preise von Herrn Brunner mit denen bei eBay abgleichen zu können. Da gibt es allerdings noch einiges zu tun...
Ja, Herr Köpfer, das Q1-Sammeln sollte sich auf jeden Fall weiter verbreiten, aber es werden sich hoffentlich nicht alle Sammler auf die Formnummern von Berlin stürzen ;-).
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Es gibt ja nicht nur die FN, die bei leicht gesteigerter Nachfrage knapp würden, auch all die anderen Spezialitäten sind nur bedingt verfügbar. Aber gerade das wäre ja der zu erreichende und zu vermittelnde Reiz einer anderen, unserer Art zu sammeln. Gönnen wir es unseren Sammelfreunden.
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