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Frage:
14.07.2012
Liebe Briefmarkenfreunde,
was versteht man unter "übliche Gummibüge" ?

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Wahnsiedler
Antwort:
Die Gummierung der Briefmarken muß eine ganze Reihe von Anforderungen erfüllen. Beispielhaft seien hier nur "Gesundheitsunbedenklichkeit", Stichwort Ablecken (hier wurde schon mit verschiedenen Geschmacksrichtungen experimentiert), "Witterungsunempfindlichkeit" (hohe und höchste Luftfeuchtigkeit) und "gleichbleibende Konsistenz".

Das ging nicht immer gut, weswegen die Post bis heute immer wieder Versuche unternahm. Die eine oder andere Gummierungsart zeigt, trotz fachgerechter Aufbewahrung, irgendwann Alterungserscheinungen. Die Gummierung wird dann z.B. rissig, vergilbt, baut Spannung auf, was das Objekt sich zusammenziehen läßt (bügigkeit) oder greift gar das Papier an. In letzterem Fall wird empfohlen, die Gummierung vorbeugend zu entfernen.

Die Sammelwürdigkeit muß jeder Sammler für sich entscheiden - auf jeden Fall ist zu prüfen, ob eine "Üblichkeit" tatsächlich besteht.
Frage:
27.06.2012
Frage: Hallo Herr Luis, hallo Herr Köpfer,
ich habe mich erst vor einiger Zeit auf die Bogennummern von Berlin konzentriert. Am Anfang lief alles ganz gut, da ich über eBay zwei größere Sammlungen und einige kleinere Posten mit mehreren Marken ersteigern konnte und damit einen Grundstock hatte. Ich bin noch immer dabei, diese zu sichten und einzusortieren, und das wird auch noch ein bisschen dauern. Die Marken ab 1960, die ich dort ersteigert habe, sind, von ein paar Spezialitäten abgesehen, eigentlich ganz gut zu bekommen, allerdings finde ich die Angebote von einzelnen Marken für 1€ nicht interessant. Wenn mir dann irgendwann mal nur noch einer von diesen Werten fehlen sollte, schlage ich aber auch da vielleicht zu. In diesem Bereich ab ca. 1960 wäre für mich das Beste, jemanden in einer ähnliche Situation zu kennen, aber das wird sich dann hoffentlich über die Q1-Seite ergeben. Sowie sich Ihre Kommentare anhören, haben Sie, Herr Luis, in diesem Bereich wahrscheinlich die meisten "Lücken" schon gefüllt.
Bei den Spezialitäten und den Marken vor ca. 1960 wird es dann, wie beim Sammeln der 'normalen' Berlin-Ausgaben, eher teuer, wenn denn überhaupt solche Werte angeboten werden. Das spiegelt ja auch die Liste von Herrn Brunner, die ich alleine wegen der vielen Erläuterungen und der Ausführlichkeit immer gerne zu Rate ziehe, wider. Seine Preise halte ich für angemessen (was immer das auch heißen mag). Über eBay habe ich Kontakt zu einem anderen Händler, der ein entsprechendes Preisniveau und ein paar mehr ältere Werte im Angebot hat. Da muss ich mich schon zurück halten und warte immer noch auf einen Lottogewinn, um mal ungehindert zuschlagen zu können ;-)
Die Preise auf den Seiten von Herrn Straßberger und Baumeister sind für mich viel zu hoch, aber vielleicht trotzdem angemessen. Das wird sich in Zukunft zeigen. Die Beschaffung von diesen seltenen Stücken zu 'vernünftigen' Preisen sehe ich aktuell auch als das größte Problem an. Kennen Sie, Herr Luis/Herr Köpfer denn ältere Sammler mit diesem oder einem ähnlichen Sammelgebiet und wissen vielleicht über deren Erfahrungen zu berichten?
Antwort:
Ingo Luis antwortet:

Ich möchte versuchen, meine Erfahrungen mit dem Sammeln von Berliner Bogenzählern (BZ) zu beschreiben – manches haben Sie wahrscheinlich genauso erfahren, anderes ist Ihnen vielleicht neu und von Interesse für Sie.

(Meine Erfahrungen bei Bogenzählern gelten übrigens prinzipiell auch für Formnummern, Druckerzeichen, HAN und anderen „Randerscheinungen“).

Nach kurzer Zeit hat man ziemlich viele Marken aus Sammlungen oder Posten relativ günstig erstanden, die, wie sich bald herausstellt, häufig angeboten werden, also reichlich verfügbar sind. Es folgen Käufe von einzelnen Marken zu 1,- oder evtl. etwas mehr; dies sind noch keine
Spezialitäten, aber immerhin mittlere Werte, die man schon gezielter suchen muß. Hier stößt man aber auch bald an Grenzen, denn es bleiben Lücken, die man nur recht teuer füllen kann.

Bei Bogenzählern sind dies nach meiner Erfahrung meist (aber nicht nur) die Nachauflagen von Dauerserien, die sich durch das gesamte Sammelgebiet ziehen (und nicht nur auf Marken vor 1960). Briefmarken, und vor allem Dauerserien, werden ja zum postalischen Gebrauch hergestellt. Meist ist die erste Auflage sehr groß. Wenn sich aber irgendwann herausstellte, daß ein bestimmter Wert bald „ausverkauft“ sein würde, mußte nachgedruckt werden; diese Nachauflagen sind aber viel
kleiner und weisen andere BZ auf, z.B. links statt rechts, 5-stellig statt 4-stellig, nach innen oder außen stehend, oder auch andere vorangestellte Buchstaben.

Dies sind dann häufig die gesuchten Marken.

Ein paar Beispiele:
187 Bauten 8Pf orangerot; BZ links 4-stellig wird Ihnen nachgeworfen, 5-stellig ist kaum zu finden.
242 kleine Bauten 10Pf; BZ links ist kein Problem, rechts habe ich noch nie gesehen, dennoch gibt es ihn.
271 große Bauten 8Pf; BZ rechts nach außen gibt es reichlich, nach innen kaum zu finden.
Dazu kommt, daß bei manchen Auflagen der BZ abgeschnitten und nur in Ausnahmefällen durch ungenauen Zuschnitt erhalten geblieben ist (schließlich war der BZ für die Bundesdruckerei nur ein
Druckmengennachweis und postalisch völlig unwichtig)- ebenfalls sehr gesucht!
Ein weites Feld sind die BZ bei I+T: Hier gibt es durch die lange Laufzeit der Serie unendlich viele vorangestellte Buchstaben, 5- bzw. 6-stellige Ziffern und zu alledem auch noch zwei unterschiedliche Papiersorten (Jayme-Bauer und Cartax), die man nur unter der UV-Lampe
unterscheiden kann.

Ich habe nach über 10-jähriger Suche mittlerweile 175 verschiedene BZ dieser Serie, und es fehlen immer noch 25 Stück (lt. Schwarz-Katalog). Und wer sagt denn, daß es nicht noch weitere gibt, die im Schwarz-Katalog gar nicht erfaßt sind?

Während Heinemann, Burgen & Schlösser sowie Sehenswürdigkeiten eher problemlos sind, kommt bei der Frauenserie wieder das große Suchen und ggfls. viel Geld ins Spiel. Hier zeigt sich auch, daß noch lange nicht alle BZ bekannt sind (die Serie lief ja in Berlin nur kurze Zeit und so mancher Bogen schlummert noch mit unbekannten BZ in irgendwelchen Alben). Bei den „Frauen“ mache ich am ehesten schon mal Zugeständnisse und nehme auch 2er-Streifen, wo ich sonst nur 3er akzeptiere.

Es gäbe noch manches mehr von BZ zu erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen...

Wenn ich einen Rat geben darf – im Sinne von Q1- egal, wie lange eine Lücke in der Sammlung schon besteht oder wie selten ein BZ ist: Niemals würde ich einen unvollständigen BZ kaufen – da ärgert man sich später dann doch!

Mir sind übrigens leider keine Sammler von BZ bekannt, deren Erfahrungen ich nutzen bzw. weitergeben könnte. Überhaupt scheinen BZ im Vergleich zu FN und DZ deutlich weniger beliebt zu sein -warum eigentlich, kann ich mir nicht erklären...

Kommentar Günther Köpfer:
Die Erklärung könnte sein, daß die Bogenzähler in den Katalogen nicht erwähnt werden (der hierfür mögliche Platz wird durch Ramschnennung und - wertung verplempert), die meisten Sammler sind also ohne diesbezügliche Information - und was man nicht kennt, kann man nicht lieben.

Ein tolles Samelgebiet, das ich persönlich nicht spezialisiert betreibe, aber es gehört einfach in jede, also auch in meine Sammlung - und Sie erinnern sich?: unsere Art zu sammeln bedeutet beste Qualität, wobei Komplettheit kein Ziel ist - aber geträumt werden darf.
Frage:
27.06.2012
Hi, wann sind Briefmarken nichts mehr wert?
Antwort:
Kommt drauf an.

Als Portomarken, wenn sie ihre Gültigkeit verlieren, in dem Moment aber auch als Sammelobjekte, wenn sie Einzelmarken und somit Massenware sind.

Ein Kuriosum ist, daß die Briefmarkenlobby an uninformierte Sammler wertlosen Ramsch zu absoluten, sie hervorragend ernährenden Spitzenpreisen verkauft.

Generell aber ist zu sagen, daß alles was ohne Nachfrage ist, im Sinne monetärer Wertigkeit, wertlos ist.

Man könnte, mit einer gehörigen Portion Humor auch vermuten, daß die massenhafte Hortung wertloser Briefmarken durch Sammler und Handel ein Vergehen an der Umwelt ist: der Rohstoff Altpapier wird seiner Bestimmung, dem Recycling, vorenthalten.
Frage:
27.06.2012
Frage: Eine Frage zu den Auflagen. So wie
ich es verstanden habe, wird im
Michel die Gesamtzahl der jemals gedruckten Exemplare angegeben. Bei meinem Sammelgebiet Alt-Estland,
gibt es in der frühen 20er Jahren
einige Marken, die zwar in größerer
Zahl gedruckt, dann aber auch postalisch verwendet und die nicht gebrauchten Reste von der Post eingestampft wurden. Folglich ist die Zahl der sich noch im Umlauf befindlichen postfrischen Exemplare sehr gering. Die sind auch entsprechend schwierig zu bekommen. Die Preise im Michel sind aber grotesk niedrig und
werden offenbar mit der ehemals
hohen Auflage begründet. Was soll
so etwas? Gibt es zwischen Auflage und Katalogpreis überhaupt einen sinnvollen Zusammenhang?
Antwort:
Briefmarken-Katalogpreise sind Händlerpreise, nichts anderes - von Sammlerseite her gesehen mehr als nur zusammenhanglos, in alle Richtungen überwiegend ein reines Ärgernis.

Andererseits haben Auflagen nur eine bedingte Auswirkung auf den Sammlerwert eines Objekts. Um höhere oder höchste Bewertungen zu erreichen, ist einfach eine Nachfrage nötig, die größer ist, als der Bestand des gesuchten Objekts.

Wenn Sie ein Sammelgebiet gefunden haben, daß noch nicht in den Fokus einer breiteren Sammlerschaft graten ist, genießen und nutzen Sie es. Denken Sie aber immer auch an Q1, an die Qualitätsseite Ihres Sammelns!

In meinem "briefmarken-handbuch.de" habe ich an verschiedenen Stellen (u.a. bei "Auflagen" oder "Kataloge") die Zusammenhänge beschrieben, lesen Sie sich dort rein.

In nächster Zeit werde ich eine neue Internet-Seite kreieren, in der es möglich sein wird, sein Spezialgebiet öffentlich zu machen, um auf diese Weise andere, gleichgepolte Sammler zu finden - und mit ihnen in Kontakt zu treten.
Frage:
23.06.2012
Frage: Hallo Herr Brisch und Herr Köpfer, jetzt kommen wir ja doch schon ins Fachsimpeln, was eigentlich auf die neuen Seiten Seiten gehört, die Sie, Herr Köpfer, demnächst eröffnen wollen...
Danke erstmal, Herr Brisch, daß Sie mir so schön zu meinem Kommentar vom 16.06. beipflichten. Sie haben aber auch Recht: ab einem bestimmten Punkt des Spezialsammelns kann man keinen objektiven Preis mehr finden. Wir sprechen ja hier von sehr speziellen, also seltenen Marken/ Varianten, die keinen Bezug mehr zu Katalog- oder Faktornotierungen haben und deren Preise allein durch den Sammelehrgeiz und die Kaufkraft der Spezialsammler erzielt werden. Wie man immer sehr schön bei ebay sieht, reichen dazu zwei Bieter, die exakt das gleiche seltene Stück entdeckt haben und sich gegenseitig in Höhen treiben, wo "Normalsammler" längst kopfschüttelnd aussteigen. Dieses "Ringen" mit sich selbst, wie weit man zu gehen bereit ist, gehört dann eben dazu.
Meine Erfahrung mit Spezialversendern ist, daß sie entweder wirklich seltene Stücke im Angebot haben, die dann aber auch "richtig Geld" kosten, oder aber eher mittelprächtige Spezialitäten anbieten, die folgerichtig günstiger zu haben sind. Zu letzteren zähle ich mittlerweile auch Brunner. Seine eigentlich sehr schönen Listen (mit vielen Erläuterungen) führen alles Mögliche auf (durch ein x markiert), NUR: er hat es nicht im Angebot, sonst würde ja sein Preis dabeistehen. Seit ein paar Jahren werde ich bei ihm leider nicht mehr fündig.
Dagegen bieten z.B. Straßberger und vor allem Baumeister wirklich viel Seltenes, dann aber auch zu entsprechenden Preisen. Hier setzt dann bei mir der selbe innere Kampf ein wie bisweilen bei ebay.
Man sollte sich vielleicht von der Gleichung ebay=Schnäppchen verabschieden. Die wirklich seltenen Marken haben ihren Preis bei ebay genauso wie beim gut sortierten Versender.
Haben Sie da ähnliche oder andere Erfahrungen?
Freue mich über Ihre Kommentare.

Beste Grüße

Ingo Luis
Antwort:
Unser aller größtes Problem sind die Preise, vor allem deswegen, weil sie seit Jahrzehnten schon nicht mehr objektiv sind, sondern schlicht willkürlich, übervorteilend und abzockend.

Es stimmt, daß zwischenzeitlich nur noch das geübte Auge bei eBay Schnäppchen erkennt - was ja in der Entwicklung auch irgenwie i.O. ist. Trotzdem würde ich es als das gerechteste System einstufen. Wir können unsere Briefmarken dort überwiegend zu einem "gerechten" Preis einkaufen (der Verluste, zumal langfristige, weitgehend ausschließt)- und müssen logischerweise für gesuchtes, für knappes Gut, adäquate Preise bieten. Um die Preise nicht ausufern zu lassen, wobei die Frage auftaucht, wann das der Fall ist, muß man sich oft in Geduld üben. Die erste gesuchte Marke unbedingt haben zu wollen, kostet u.U. sehr viel Geld.

Über eins muß man sich jedoch im Klaren sein, wenn wir Q1-Sammler uns alle auf das sogenannte Sammelwürdige konzentrieren, wird das Material ganz schnell knapp, werden die Preise kräftig ansteigen, sich dabei jedoch in Richtung ihres tatsächlichen, ihres inneren Wertes bewegen, der sich immer wieder realisieren läßt.

In Bezug auf die Firma Brunner bin ich der gleichen Meinung.

Grüße aus Freiburg

Günther Köpfer

Frage:
18.06.2012
Frage: Hallo Herr Luis, hallo Herr Köpfer,
ich sehe den Verlauf der eBay-Auktion so wie Herr Luis: da haben sich eben zwei Sammler gefunden, die nicht nur erkannt haben, dass es sich dort um eine Zähnungsvariante handelt, die anscheinend nicht so oft angeboten wird, als auch bereit waren, dafür einen hohen Betrag auszugeben. Auch bei der Beurteilung der Faktoren, die Herr Schwarz in seinem Katalog angibt, kann ich Herrn Luis nur beipflichten: leider sind sie zur Bestimmung eines Wertes / Preises nicht geeignet. Es ist aber glaube ich ein generelles Problem, dass eine objektive Preisfindung an Grenzen stößt, je spezieller das Sammelgebiet und je seltener die Angebote sind. Ich finde das immer sehr schwierig und ringe mit mir, wie viel ich bei einer Auktion bieten soll. Es gibt allerdings einen Spezialversand von Herrn Brunner, der m.E. eine ebenso große Leistung wie Herr Schwarz erbracht und Angebotslisten erstellt hat, die ich so noch nicht gesehen habe und die schon eher an die aktuellen Preise heran kommen. Zu finden sind diese Listen unter folgender Adresse:
http://bmvbrunner.de/Preislisten-gesamt/1,000000412228,8,1
Da habe zumindest ich ziemlich gestaunt.
Bei anderen Versendern habe ich bis jetzt nur Mondpreise gefunden:-(
Ich habe mal angefangen, mir eine Liste zu den postfrischen Berliner Marken mit Formnummer zu erstellen und die Preise von Herrn Brunner mit denen bei eBay abgleichen zu können. Da gibt es allerdings noch einiges zu tun...
Ja, Herr Köpfer, das Q1-Sammeln sollte sich auf jeden Fall weiter verbreiten, aber es werden sich hoffentlich nicht alle Sammler auf die Formnummern von Berlin stürzen ;-).
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Es gibt ja nicht nur die FN, die bei leicht gesteigerter Nachfrage knapp würden, auch all die anderen Spezialitäten sind nur bedingt verfügbar. Aber gerade das wäre ja der zu erreichende und zu vermittelnde Reiz einer anderen, unserer Art zu sammeln. Gönnen wir es unseren Sammelfreunden.
Frage:
16.06.2012
Hallo Herr Köpfer und Herr Brisch,
ich habe keine Frage, sondern vielmehr eine Stellungnahme bzw. Richtigstellung zu Frage und Antwort vom 13.06.12.
Es ist keineswegs so, daß der Bieter mit der ebay-Punktezahl 2708 (er heißt hier t***4) einfach den Preis hochgejubelt hat. Wenn man sich den Bieterverlauf genau ansieht, hat er sich allmählich mit seinen Geboten hochgeschraubt, weil er auch nach 8 Versuchen immer noch nicht der Höchstbietende war; das war nämlich bis zu dem Zeitpunkt der Bieter 1***k (gut daß die Bieternamen ver- schlüsselt sind...). Die Bieterfolge ist bei ebay nach Höchstgeboten und nicht nach Zeitpunkt der Gebotsabgabe sortiert. Daher erscheint manchmal ein früheres (aber höheres) Gebot weiter oben als die später abgegebenen, aber zu niedrigen Gebote.
Im übrigen gilt bei den Faktoren von Herrn Schwarz (bei aller Wertschätzung für seine phänomenale Leistung) das gleiche wie bei den Michelpreisen: Sie sind oft überhaupt nicht marktrelevant. Das sagt Herr Schwarz selber, der die Faktoren ja vor rund 13 Jahren etabliert hat. Seitdem hat sich sehr viel getan im Spezialsammlerwesen und manche Faktoren haben sich als viel zu NIEDRIG herausgestellt, nachdem langsam klar wurde, WIE SELTEN manche Eckverzahnungen sind (und wieviele Spezialisten auf der Jagd danach sind). Die hier versteigerte 219 FN 3 An (richtig gesehen, Herr Brisch) ist ein extrem seltenes und gesuchtes Schätzchen dieser Marke, die viele teils sehr seltene Eckverzahnungen aufweist. Ich halte den erzielten Preis zwar für hoch, aber nachvollziehbar angesichts der Seltenheit. Das dürfte den Verkäufer überrascht und gefreut haben, der vielleicht gar keine Ahnung hatte, was er da bei ebay eingestellt hatte - aber so läufts eben manchmal...
Jedenfalls für den Faktor 160 wird man diese Marke niemals bekommen, soviel ist sicher.

Beste Grüße

Ingo Luis
Antwort:
Guten Morgen Herr Luis, danke für Ihre Mail, die ich sehr gerne ins Netz stelle.

Hier ist einmal sehr gut zu erkennen, wie tiefgehend spezialisierte Sammeltätigkeit gehen kann, zum Anderen "plötzlich" aus einem visuell vielleicht hübschen aber wertlosen Objekt allein durch den Bogenrand ein seltenes "Schätzchen" wird.

Ganz nebenbei kann man auch den Gedanken mal zu Ende denken, was passiert, wenn wir Q1-Sammler uns alle auf diese oder andere Randspezialitäten besinnen?
Frage:
13.06.2012
Frage: Heiko Reysen schrieb am 7.06.2012 unter anderem:
"
.... Interessieren würden mich Berliner Philatelistische Adressen. Raimund Scheer kann ich verorten. Aber selbst da habe ich wenig gefunden. Es tauchen noch weitere Adressen auf. Da blieb die Recherche bisher erfolglos. Hat mal jemand über das Thema gearbeitet ? Das Thema scheint kulturwissenschaftlich interessant. ..."

(die übrige Mail können Sie im "Gästebuch" nachlesen

Antwort:
Diese Frage wurde erst im Zusammenhang mit dem Q1-Sammeln interessant. In der Vergangenheit konnte sich jeder als z.B. Berlinsammler outen, dem Spezialisten aber nicht wirklich etwas bieten.

Der Reiz liegt, wie Sie richtig erkennen, darin, Adressen von solchen Spezialisten, also Q1-Sammlern, zum Zweck des Kontakts untereinander, auch für regionale freundschaftliche Treffs, auf einer Plattform zur Verfügung zu stellen.

Ich arbeite schon seit längerer Zeit mit meinem Bruder zusammen an einer neuen Internetseite, die unter anderem auch diesen Punkt aufbauen wird. Dabei ist die Schwierigkeit, daß es keine allseits einsehbare und (z.B. für Werbezwecke) mißbrauchbare Auflistung geben darf, sondern eine, bei der der "Ausgesuchte" bestimmen können muß, ob er den Kontakt aufnehmen möchte.

Diese neue Seite wird dem Q1-Sammler, und nur ihm, auch noch eine ganze Reihe weiterer, ich meine, guter Kommunikationsmöglichkeiten bieten.
Frage:
13.06.2012
Hallo Herr Köpfer,
da haben sich heute aber wieder ein paar Bieter gefunden, die sich gegenseitig hoch geboten haben:
Berlin Mi.-Nr. 219 postfr. mit Formnummer 3 in der Version 3 An (wenn ich das richtig bestimmt habe)im Michel mit 0,20 € bewertet, lt. Schwarz mit dem Faktor 160 versehen, also mit 32 € bewertet, aber selbst das wurde noch locker überboten:

http://www.ebay.de/itm/Berlin-Mi-Nr-219-Eckrand-Formnummer-3-/130703345878?pt=Briefmarke&hash=item1e6e86c8d6

Da wird der Verkäufer nicht schlecht staunen!
Gruß Joachim Brisch

Antwort:
Das ist ein typisches Beispiel für eine manipulierte Auktion: Der Bieter mit der Nummer 2407 hat innerhalb von etwas über 40 Minuten 8 mal, allein und ohne Not, den Preis von € 8,00 auf € 25,30 hochgejubelt und das dann nochmal auf € 77,60 getoppt.

Bei Geboten mit mehreren Bietern kann man das häufig beobachten.

Der aufmerksame Bieter sollte so etwas sehen und sofort aussteigen.
Frage:
07.06.2012
Thema: Gefälligkeitsstempel
Mit Interesse habe ich Ihren Beitrag hierzu gelesen. Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang Briefe, die von Firmen wie Sieger u.a. durch die Welt geschickt werden und meiner Meinung nach lediglich dazu dienen, relativ hohe Verkaufspreise zu generieren. Beispiele sind Erstflugbriefe, Zeppelinbriefe etc., die ja ausschließlich für Sammler produziert wurden und damit dem Kommerz dien(t)en.
Antwort:
Sie sprechen das riesige Feld der von der Briefmarkenlobby mit äußerst geringem finanziellen Aufwand produzierten und mit riesigem Gewinn an unbedarfte Sammler verhökerten, künstlich produzierten Schrott an, der für die Käufer immer 100 % Verlust bedeutet. Die Phantasie dieser unehrlichen, unser schönes Hobby gefährdenden Aktivitäten scheint grenzenlos zu sein.

Hier hilft nur Erkennen und reagieren.
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