Berlin-Briefmarken
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Frage:
22.11.2012
Frage: Zwei Mails von Valeri, die ich hier zusammnfasse:

Am kommenden Samstag bekomme ich aus guten Beziehungen den Berlin Block 1 postfrisch für 250,- €. Ich könnte den jederzeit auch wieder zurückgeben. Die Quelle sind gutbetuchte Leute aus dem Raum Vorderpfalz. Sollte ich den mal nach Berlin zu Schlegels schicken zwecks Prüfung? Ich hab immer Angst, dass die den dann mit einem Stempel auf der Rückseite entwerten oder mir evtl. irgend so was billiges zurückschicken. Wie kann ich sicher gehen, dass ich das so zurückbekomme,wie ich es hinschicke? Valeri

Tut mir leid, aber ich brauch mal einen allgemeinen Rat.Stell Dir nur mal vor, ich hätte hier eine Marke, die sich als Wert von 1.000.000 € Wert entpuppt, ich das aber nicht weiß und dann diese Marke zu einem anerkannten Prüfer schicke. Der sieht od. ahnt den wirklichen Mio.-Fund, hat genau die gleiche Marke (wertlos) neben sich und schreibt mir "Marke ist gefälscht", schickt mir den Müll zurück, ich sehe keinen Unterschied und zahle die Prüfungskosten... Der Prüfer freut sich, vererbt 10 Jahre später den Fund seinem Kind mit allem, was das Prüferherz begehrt. Genau aus diesem Grunde hab ich keine Lust, irgendwem auch nur eine Marke von mir zu schicken. Als Kind (1962 ca.) wurde ich schon mal beschissen. Und das werde ich ganz sicher nicht mehr. Was soll man da machen? Valeri

Antwort:
Hallo Valeri, Mißtrauen ist in der Philatelie mehr als angebracht, allerdings braucht es ein gewisses Grundvertrauen, damit irgendwo auch Spaß entstehen kann.

Möchte man dies verifizieren, würde das bedeuten, daß man guten Bekannten (die nur unser „Bestes“ wollen?) natürlich traut, logisch, zumindest aber deren Wissen, Loyalität, Gewissenhaftigkeit u.s.w. unter der Prämisse „Vertrauen ist gut, Kontrolle aber besser“ auf den Prüfstand stellt.

Also ja, den Block sollten Sie auf jeden Fall prüfen lassen, denn auch € 250,--, was dem nahe kommt, was man maximal dafür zahelen sollte, ist Geld, das man sauer verdienen muß. Dazu müssen Sie den Block natürlich aus der Hand geben – und auch jetzt geht es wieder nicht ohne dieses Grundvertrauen. Für dessen Berechtigung gegenüber den Prüfern spricht, daß ich z.B. bis heute von keinem Betrugsversuch eines Prüfers weiß. So etwas wäre ein Skandal allererster Klasse, der das ganze System weltweit in Frage stellen würde.

Eigene Sicherheit gewinnt man dadurch, daß man eine „Prüfsendung“ (siehe Handbuch) gemäß der dortigen Beschreibung ausführt, also Sicherheiten bzw. Nachweise in der Hand hat.

Der nächste Punkt ist der Prüfstempel. Für mich ist er das „non plus ultra“, direkt auf der Marke, immer parat, immer aussagekräftig. Ich lasse jede Marke mit einem Wert über € 25,-- prüfen – und zweifle prinzipiell die „Echtheit“ nicht geprüfter Marken an. Das würde auch jeder Händler oder Auktionator tun - und das ist bei den Unmengen an Fälschungen auch mehr als anzuraten.

Ansonsten ist ein Attest oft gar nicht möglich. Wie soll man es schaffen, sagen wir mal den Berliner von-Stephan-Satz, den man Stück für Stück und in vielen Jahren erstklassig zusammengetragen hat, so prüfen zu lassen, zumal die meisten der von mir gekauften Marken ohnehin schon geprüft sind. Nein, ich will dann, wenn ich eine Marke gekauft habe zeitnah die Bestätigung der Echtheit haben. Und wo wollte und sollte ich eigentlich mit einem eventuellen Berg von 50, 100 oder mehr Attesten hin?