Berlin-Briefmarken
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Frage:
05.12.2012
Hallo Herr Köpfer!

Durch PC-Absturz weiß ich nicht, ob Sie meine folgende Überlegung schon erhalten haben, passt aber gut zum vorigen Thema "Prüfungen".

Die Technik schreitet auch heute noch unglaublich schnell voran. Was wäre, wenn es ein Lese-Prüf-Gerät (also nicht nur Prüfung der Optik, sondern auch Dicke, Material etc.) gäbe, in das man die Briefmarke hineinlegt und dann wird über alle möglichen Datenbanken und sonstige Datenquellen diese Marke richtig geprüft. Es wird dann die Qualität der Marke z.B. mit einem Wert von 1 - 100 angegeben und man weiß, dass diese Marke echt ist bzw. welche Güte sie hat.

Noch bevor man im Internet einkaufen konnte habe ich hierzu als Dozent für Internet und PC diese Shops den Teilnehmern mitgeteilt. Damals waren sie erstaunt, dass es so etwas geben könnte. Heut ist das Alltag. Und wenn der Bedarf da ist, wird es auch ein solches Lesegerät irgendwann geben. Dann wären die aktuellen Prüfer arbeitslos.

Und da ich mir sicher bin, dass an diesem Tag Marken mit BPP-Stempel hintendrauf weniger Wert haben, als echte Marken im Originalzustand, werde ich mir sehr überlegen, ob ich meine Marken durch Stempel aus dem schönen Originalzustand herausreißen lasse. Das Risiko von wertlosen Marken ist dann in der heutigen Zeit zwar da, aber irgendwann zahlt sich dieses vielleicht aus.

Es würde mich freuen, wenn ich diesen Tag erleben würde, da so ein Gerät auf den Markt kommt.

Ach ja, noch meine Frage :-))

Haben Sie evtl. schon einmal von einem solchen Vorhaben, ein derartiges Gerät zu entwickeln, gehört od. gelesen?
Antwort:
Ich muß zugeben, daß dies ein ausgesprochen schöner Traum ist - aber leider wohl auch bleiben wird. Alleine schon der Umstand, daß das Wissen, das sich Prüfer erworben haben, deren Eigentum ist, schwer oder garnicht nachvollzogen werden kann, kaum, schon aus biologischen Gründen, zu einem oder hunderten von Softwareentwickler durchdringen wird. Daß vieles beim Briefmarkensammeln subjektiver Natur ist. Daß es weltweit unzählige Sammelgebiete gibt, die längst "verblichen" sind. Was wäre notwendig, unterschiedlichste Fluoreszenzen und die Art der Aufbringung oder Einmischung zu lesen, zu unterscheiden, waagerechte von senkrechter oder glatter, glänzender oder matter Gummierung zu unterscheiden - solche die es nur in Deutschland (oder Südwest-Afrika)vor 50, 70, 90 oder 150 Jahren und nur bei einer Ausgabe gab? Bei geschnittenen Marken die Vollrandigkeit zu erkennen? Zu wissen, wann ein Stempel Gültigkeit hatte und ab wann genau er nicht mehr im Gebrauch war. Und das alles für Bund, Berlin, DDR, Baden, Würrtemberg, Thurn und Taxis, Danzig, UDSSR, Rußland, Kirgisien, San Marino ...... - und Millionen weiterer Ungewißheiten

Nein, ich meine das bleibt ein schöner Traum - deswegen genieße ich lieber heute mein Hobby in veredelter und anspruchsvollster Art - und nach mir das Paradis? Ich vermute jedoch, daß es, zumindest solange es Menschen gibt, nicht auf die Erde zurückkehren wird.