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Frage:
18.02.2015
Frage:
Guten Tag Herr Köpfer,

nachdem jetzt die Einspielung der Daten über PDF einwandfrei und ohne Risikohinweis vom Schutzprogramm funktioniert hat, habe ich mich gleich zum Lesen an den Rechner gesetzt.

Beim Lesen Ihrer Texte habe ich mich sofort an meine eigene "Sammlerbiographie" erinnert gefühlt. Auch ich habe über viele Jahre den Aussagen der Anbieter gehorcht und einiges an Geld verschleudert.

Vor ca. 10 Jahren kam auch bei mir die Erkenntnis, dass das Sammeln auch ohne Abo und ohne Vordruckalben geht. Darüber hinaus waren meine Sammelgebiete zu umfangreich, was ja auch dazu führte, dass der Überblick verloren gegangen war und letztendlich die Tiefe und Qualität auf der Strecke blieben. Kurzum: Ich habe mich von diesem Ballast getrennt. Gesammelt wird wieder im Steckbuch, ein Abo brauche ich nicht mehr und jetzt wird nur noch ein Spezialgebiet mit bester Qualität zusammengetragen. Alles was überflüssig war wurde im Internet verkauft (mit viel Verlust) bzw. an die Bethel-Sammelstelle verschenkt. Ja, und jetzt macht mir das Sammeln wieder Spaß.

Sicherlich war dieser damalige Entschluss auch mit Schmerzen verbunden. Alles was man mit gutem Geld erworben hat, wird verschleudert und verschenkt. Aber ich bin darüber hinweg und Ihre Zeilen haben mein Tun bestätigt.

Sehr geehrter Herr Köpfer, Sie haben eine sehr gute Arbeit erstellt. Respekt! Allerdings hat Ihr Buch doch einen Fehler, es ist viele, viele Jahre zu spät erschienen. Ich hätte es gerne schon früher gelesen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und verbleibe mit besten Grüßen.
Harald
Antwort:
Erkenntnisse zu haben und sie anderen mitteilen zu wollen oder zu können sind zweierlei Dinge. Maßlos geärgert habe ich mich schon vor über 30 Jahren - und versucht mit Leserbriefen (Eintagsfliegen - heute auch in "Foren"), wenn Sie denn veröffentlicht wurden, an die einschlägigen Medien, etwas zu erreichen. Es hat gedauert, bis ich deren "pro Briefmarkenlobby" und gegen die Käufer ihres Machwerks ausgerichtete Politik erkannt habe. Neben dem Wollen ist es aber auch, zumal wenn man selbst nicht in der Lage ist, so umfangreiche Informationen ins Internet zu stellen, eine Frage des Geldbeutels. Und in der "althergebrachten" Philatelie, der den Sammler über den Tisch ziehen wollenden Briefmarkenlobby, ist es jedenfalls so, daß man kritikfrei aufwändigste Verpackung für teueren, aber wertlosen Schrott mit allerlei Täuschungen und Betrügereien aus Unwissenheit akzeptiert - Kritik daran und damit am eigenen wert- und spaßvernichtenden Handeln jedoch vehement abwehrt. Es macht mir Spaß, zu beobachten, daß doch eine breite selbstkritische Schicht von Briefmarkensammlern die eigenen Fehler als gemacht und veränderbar ansieht und dem Briefmarkensammeln damit wieder eine Zukunft gibt - und sich selbst puren Spaß mit unserem wunderbaren Hobby.