Berlin-Briefmarken
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Frage:
23.03.2018
Frage:
Sehr geehrter Herr Köpfer!

Ich stimme Ihren Ansichten zu 99 % überein. Nur einen einzigen Punkt sehe ich
etwas differenzierter, was auch daran liegen kann, daß ich mal mit Diamanten
gehandelt habe und diese in Antwerpen habe prüfen lassen. Dort gibt es die 4 C:
Carat, Color, Clarity und Cut. Je nachdem ob und wie viele kleinste Einschlüsse
z.B. man bei 10-facher Vergrößerung sehen kann, bestimmt dies dann den Wert
bzw. Preis eines Diamanten. Und aus diesem Grunde gehört für mich persönlich
eine Berlin-Marke, nehmen wir mal die Mi. 69, 20 PF Währungsgeschädigte mit
einer Gesamtauflage von ca. 98.000 mit zentrischem Berliner Vollstempel, bei der
ein einziger Zahn nur zu 75 % vorhanden ist - nicht - in den Papierkorb. Diese
hat dann eben wie bei den 4 "C" in der Diamantenbranche nicht die Note 1, sondern
eben die Note 2. Ähnlich ist dies auch bei Kunst, Antik, Oldtimern und anderen
Sammelobjekten.
Ich weiß, Sie sehen dies anders, jedoch bin ich ansonsten zu 99 % auf Ihrer
Wellenlänge und Ihrer Ansicht.

Nun zu meiner eigentlichen Frage.

Sie hatten an einer Stelle mal erwähnt, daß Berliner Stempel von
Zweigpostämtern wesentlich seltener seien, was ich allgemein gesprochen auch
bestätigen kann.

Jedoch sind Berliner Stempel von Zweigpostämtern im Stempel-Handbuch von Martin
Schröter aus dem Jahr 1987 (mit Nachtrag von 1992) oft mit Null (0) Punkten
bewertet, also ohne Aufschlag, obwohl es ein Zweigpostamt ist, und auch jene von
Ihnen an anderer Stelle erwähnten.

1 Punkt = + 10,-
2 Punkte = + 20.-
3 Punkte = + 30.-
4 Punkte = über 50,-
5 Punkte = über 80,-

sind die Bewertungen für die einzelnen Stempel auf Brief, damals noch in der
Währung DM.

Könnten Sie hier freundlicherweise einen Kommentar zu geben?

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen,

Lars J.

Antwort:
Antwort:
Meine Ansichten sind kein Dogma, sondern der Versuch, für ein schönes Spiel Spielregeln zu finden - frei für eine positive Weiterentwicklung.

Ihren Vergleich mit Edelsteinen nehme ich gerne auf, möchte ihn allerdings noch herunterbrechen auf "Steine". Alle Briefmarken wären (sind) demnach Steine, also in ungeheuren Massen vorkommend. In unterschiedlichster Ausprägung, schöne, nein sehr schöne, traumhaft schöne - aber massenhaft. Die besseren, die besten Steine sind die gesuchten. Je gesuchter, desto besser. Wenn wir nun die MiNr. 69 nehmen, dann ist die, lesbar gestempelt, also prüfbar, etwas wert. Sie ist gesucht. Für den ernsthaften Sammler, wird sie, zentrisch, vielleicht noch von einem kleinen Berliner Postamt gestempelt, zu einer kleinen Präziose. Nennen wir das den "besonderen Schliff". Und jetzt stellen wir uns vor, dieser auf den ersten Blick wunderbar aussehende Schliff hat eine "Delle" oder kurzen Zahn - Reparatur kommt bei Briefmarken nicht in Frage. Ergebnis: nicht sammelwürdig - aber es gibt Sammler, die sich damit zufrieden geben, die vielleicht den Preis sogar kräftig herunterhandeln. Sich freuen, eine Lücke geschlossen zu haben. Irgendwann möchte man, oder Erbe, dann verkaufen. Jetzt möchte ich einen Sammelfreund zitieren, der ein Leben lang "Altdeutschland" zu besonders günstigen Preisen von SEINEM Briefmarkenhändler erstand: Er bekam nicht den Gegenwert seiner Alben geboten. Wer von diese Gefahr weiß, muß sich entscheiden, ganz frei, da redet ihm niemand rein.

Stempel kleiner Berliner Postämter: Nein, es gibt keine offizielle Liste der Wertigkeit Berliner Postämter. Es ist einfach Tatsache, dass die "normalen" Postämter oder gar deren Nebenstellen, besonders gesucht und auch beboten werden, wie hoch, das ist Sache jedes Einzelnen es macht aber Spaß, zu sehen, was besonders erfrischend aussehende Angebote für Ergebnisse erzielen.

Was die relative Bewertung der Stellung eines Stempels anbetrifft, hatte ich mal einen Versuch unternommen, so etwas aufzubauen. Sammler haben das übernommen, Kataloge werden davon Abstand nehmen. Deren Handeln ist von Wirtschaftlichkeit geprägt - und da ist für den Sammler kein Platz. Außer als Käufer. Trotzdem möchte ich die Spezialkataloge vom Michel loben. Sieht man vom Preis für die Kataloge selbst ab und auch von den undifferenzierten, seit vielen Jahren starren, an deren eigentlichem Wert völlig vorbeigehenden Markenbewertungen ab, sind sie konkurrenzlos.