Berlin-Briefmarken
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Frage:
20.12.2013
Hallo Herr Köpfer! Ergänzend zu meiner heutigen Anfrage noch folgende Info: Es handelt sich lt. Verkäufer um eine KABINETTsammlung.

Ihrem Handbuch konnte ich entnehmen, dass bei der Qualitätsbezeichnung KABINETT ein ganz besonders strenger Maßstab anzulegen ist. Das Auktionshaus hat mir noch folgende Info zukommen lassen: Ab dem 01.01.2014 werden bei Verkäufen anstelle von 7 19 % MwSt fällig. Des Weiteren teilte mir der Auktionator mit, dass zurzeit besonders viel Ware auf dem Markt "geworfen" wird (der Handel trennt sich von Restbeständen und kauft kaum noch an) und dass die Preise sich aufgrund dieser Konstellation im freien Fall befinden. Kurz und knapp: Der ideale Zeitpunkt für den Ankauf einer Sammlung ... aber nur noch bis zum 31.12.2013.

Sind diese Angaben aus Ihrer Sicht zutreffend?

Der Verkaufspreis für die BERLIN-Sammlung (komplett, postfrisch, Spitzenwerte - Rot- und Schwarzaufdrucke, Währungsgeschädigtenblock) in einem Vordruckalbum (welches ich durch ein Einsteckalbum ersetzen würde) soll 990 eur betragen + 27 % Nebenkosten.
Grüße LUTZ
Antwort:
Die typischen Phrasen der Briefmarkenlobby. Sie als Sammler würden im Handel zum Listenpreis kaufen, aus dem dann die Mehrwertsteuer herausgerechnet und ausgewiesen würde. Die interessiert Sie also nur peripher - stimmt der Preis nicht werden Sie wahrscheinlich nicht kaufen.

Die momentane Reaktion des Handels ist eine Art Panik. Die große Gefahr, daß die Sammler nur noch 1. Qualität sammeln, würde bedeuten, daß er, der Handel, auf all diesem Lagerschrott sitzenbleiben würde. Also raus damit! Nur beim Handel sind die Preise im freien Fall und entwickeln sich damit in Richtung denen, die z.B. bei eBay schon lange üblich sind. Verfolgt man jedoch die Auktionen, stellt man fest, daß es dafür schon zu spät ist, das Zeug liegt wie Blei. Das ist keine momentane Entwicklung, die wird sich dramatisch so weiter entwickeln.

Was die angebotene Kabinett-Sammlung anbetrifft, würde ich aus mehreren Gründen vorsichtig sein. Kürzlich wurde bei eBay eine komplette postfrische Berlinssammlung, alle Werte tiefstgeprüft, für € 1.200,-- zugeschlagen. Nachdem ein Michel-Preis von € 8.000,-- genannt wurde, waren das 15 % davon. Die Ihnen angebotene Sammlung (ich nehme an, auch postfrisch?!), ist von der Kabinettbewertung her schon zweitklassig - und zweitklassig ist nur schwer, eher garnicht wieder verkäuflich. Weiterhin müßte sie in allen Werten über € 25,-- bestgeprüft sein, das Prüfzeichen also tiefst angesetzt sein. Höhergestellte Prüfzeichen sind nicht verkäuflich. Weiterhin müssen Sie wissen, daß komplette Sammlungen nicht umtauschbar sind, Einzelmarken oder auch komplette Säzte schon. Das Zitat der Bedingungen für die Kabinettbewertung ist übrigens die des Handels und im Prinzip Schwachsinn, besonders dann, wenn Sie sich die Bedingungen der noch schlechteren Qualitäten ansehen - da wird versucht, alles schönzureden.

Wenn ich Ihnen eine Empfehlung geben darf, dann die, nicht im Handel und keine kompletten Sammlungen zu kaufen. Zu hoch sind die Preise für Erstklassiges und groß die Gefahr betrogen zu werden. Ein weiterer Grund, das wäre für mich einer der wichtigsten, lassen Sie sich nicht den Spaß am Briefmarkensammeln (im Sinne des Wortes) nehmen. Suchen und sammeln Sie Stück für Stück, Satz für Satz, absolute Spitzenqualität (Q1, die auch noch Ränder und Stempel berücksichtigt!) Ich zeige auf einigen meiner Seiten Beispiele, wie das aussehen könnte und sage Ihnen daß es manchmal Jahre dauert, bis man einen Satz so zusammen hat, wie man es sich vorstellt. Zuletzt habe ich das bei den Berliner Männern I mit dem zentrischem Vollstempel durchgehender Datumsteg erlebt - und endlich den 5 Pfennig-Wert gefunden. Das ist Sammelspaß pur.