Berlin-Briefmarken
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Frage:
01.10.2014
Guten Tag Herr Köpfer,
da ich erstmals selbst Berlin Marken zur Prüfung vorlegen werde, hätte ich dazu noch Tipps aus der Praxis benötigt. Ich sammle, nicht zuletzt nach dem Studium Ihrer Seiten, nunmehr postfrische Eckrandviererblöcke unbeschriftet aus den Anfangsjahren. Kann ich überhaupt ganze Sätze gesamt als Fotoattest prüfen lassen ( z.b. Glocken, Männer 91-100 ) oder ist es sinnvoller nur die teueren Stücke aus den Sätzen mit Fotoattest bzw. Befund prüfen zu lassen und den Rest mit Prüfstempel.
Wie erfolgt die Abrechnung der Prüfung? Geht der Prüfer vom 4fachen Einzelwert der Marken aus? Habe manche Sätze zweifach, ebenso Einzelwerte zweifach, nach meiner bescheidenen Meinung aber in verschiedenen Qualitäten. Kann ich den Prüfer beauftragen einen best of Satz zu bilden bzw den besseren Einzelwert und diesen als Fotoattest zu prüfen ( dies aber nur, wenn es tatsächlich beste Qualität ist )? In der Prüfordnung konnte ich dazu nichts finden, was darauf hindeuten könnte, dass ich mir zuviel von einem Prüfer wünsche und erwarte. Vielen Dank für Ihre Erfahrungen dazu und wie immer auch ein Dankeschön für Ihr Engagement für die Briefmarkensammler. Harald
Antwort:
Ganze Sätze, auch in einheitlichen Paaren oder 4er-Blöcken, mit Fotoattest prüfen zu lassen, dürfte kein Problem darstellen. Den Prüfer jedoch aus einer Auswahl die qualitativ besten zu diesem Zewck heraussuchen zu lassen aber wohl. Prüfer sind in den allermeisten Fällen gewinnorientiert und, siehe Andreas Schlegel, Nutzer ihres Wissens und der logischen Möglichkeiten ihrer Tätigkeit. Mit anderen Worten: Sie müssen entscheiden, wie Ihr Auftrag an den Prüfer lautet - und den führt er präzise und ohne eigene Veränderungen aus. Sie wissen von meinen Seiten, daß nur beste Qualität sammelwürdig ist, der Prüfer aber prüft unabhängig von dieser Prämisse und setzt sein Prüfzeichen bzw. formuliert auf seinen Attesten entsprechend. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß höher gestellte Prüfzeichen oder auf Fehler hinweisende Bewertungen keine Verkaufsvorteile bringen, eher das Gegenteil. Ich habe mich demnach auf Prüfung von Objekten für ausschließlich meine Sammlung beschränkt und veräußere anderes mit einem guten Scan und "Prüfgarantie" - und überlasse es den Käufern, Zugeständnisse an ihre eigenen Ansprüche zu machen. Ein erstklassiger Satz (wie Sie schreiben, aus den Anfangsjahren) mit ebensolchem Fotoattest, ist sicher eine gesuchte und sehr gut bezahlte Besonderheit, birgt aber bei der Prüfung auch Gefahren. Bei guten, sprich lohnenden Marken wird gerne manipuliert. Das würde bedeuten, wäre auch nur eine "geschönte" Marke bei Ihrer Prüfsendung, wäre ein Satz-Attest nicht möglich. Ich selbst mag diese Atteste, von Ausnahmen abgesehen und zumal im postfrischen Bereich, nicht besonders. Die bergen, wie man immer wieder mal liest, eine Menge Betrugspotential. Und die machten meine Sammlung zu einer solchen von Attesten. Stellen Sie sich nur mal vor, Sie hätten 100 Objekte so prüfen lassen! Meine Empfehlung wäre: Stellen Sie sich Ihren für Ihre Sammlung bestimmten zu prüfenden Satz in allerbester Qualität zusammen und beantragen ein Fotoattest. Sollten Schwierigkeiten auftreten, bitten Sie um Information, um eventuell mit einem Q1-Stück ergänzen zu können. Geht Ihnen da etwas auf die Nerven, lassen Sie am besten mit Signum prüfen. Was die Abläufe betrifft, empfehle ich Ihnen, auf meiner Seite "briefmarken-handbuch.de" das Stichwort "Prüfsendung" zu lesen.