Berlin-Briefmarken
NEU
Bitte hier klicken, wenn auch Sie eine Frage stellen wollen !
Fragen + Antworten
Fragen + AntwortenFragen Übersicht

Frage:
20.08.2015
Hallo Herr Köpfer ,
in bin zufällig auf Ihre Seiten gestoßen und habe die letzten Tage intensiv darin gelesen. Ich bin begeistert, dass des so etwas gibt. Ich stimme Ihnen in fast allen Punkten zu 100% zu. Nach fast 60 Jahre langem Briefmarkensammeln sammle ich heute nur noch Berlin gestempelt und hier besonders Briefe und auch Einzelmarken/sätze mit vollem ,prüfbaren Stempel, die den Ortsteil beinhalten. Also B-Haselhorst ,B-Nikolassee, B-Lübars usw. Stempel wie Berlin NW 7 oä. erwerbe ich nicht extra. Ich nenne die Postämter "Nummernpostämter". Frage: Gibt es einen besonderen Namen für diese Postämter. Solche Stempel gibt es seit ca. 1965 Ich habe mal aus dem gestempelten "Versand-
stellenschrott" vom Postamt 12 die Kennbuchstaben notiert. Ich meine die aufgedruckten Klischestempel. Dabei fiel mir auf, dass der Stempel mit den Kennbuchstaben by als normaler Stempel am dortigen Postamt abgeschlagen wurde und gleichzeitig in der Massenabstempelung vorkommt.

Frage : Ist das denn möglich?? Oder kann man den Schalterstempel vom Klischestempel unterscheiden??

Am besten ist, man lässt das Postamt 12 weg, dann hat man keine Diskussionen ob nun der Stempel aufgedruckt oder echt ist. Bei vollständigen Briefen ist die Sache klar, aber bei losen Einzelmarken ohne Gummi??

Nicht zustimmen kann ich Ihnen ,wenn Sie sagen ,dass geprüfte Marken echt sind. Auch ich lasse alles über 25 € prüfen. Beim Gebiet Berlin ist die Sache klar. Prüfer sind die Schlegels, was der Vater für gut befand ,betätigen auch meistens die Söhne . Aber bei, um nur zwei Gebiete zu nennen , Z.B. SBZ ,Saarland kommen in unregelmäßigen Abständen neue Prüfer, die sich profelieren wollen und einiges für falschgetempelt erklären ,was der Vorgänger als echt prüfte. (Mir so gegangen bei SBZ mit 150/55 x ,bei Zierer gekauft mit FA für doppelten Michel, Nachfolger Dr. Jasch erlärt Stempel für falsch. Bei Saarland Urdruck auf Briefstücken gekauft bei Frau Ney ,damals noch im BPP. Nachfolger Geigle erklärt Stempel für falsch - Sachvertändiger Steffen von Fa. Saarphila sagt Stempel ist echt. Auch Schlegel senior hielt Stempel für echt. Noch so ein Fall. Saar Hochwasserblocks mit FA Hoffmann (Vater von Frau Ney). Seine Tochter erklärt Stempel für falsch. Ich könnte noch etliche Zeilen füllen. Dies ist auch ein Grund Berlin gestempelt zu sammeln. Die Schlegels werden sich doch hoffentlich nicht in den Rücken fallen. Ich beobachte seit ca 1970 die Bundesprüfer, jetzige Verbandsprüfer und komme zu dem Ergebnis, dass manche gar nicht lange im "Amt" sind, sich hinten auf den Marken verewigen ( Busch ,Wassmann) und dann abtreten. Man sollte ein für die Entscheidung (Echtheit) ein h a f t e n d e s Gremium bilden. So lange das an einem Namen hängt ,hat der Prüfer zwar seine Einnahmen, aber der Sammler das Nachschauen.

Nun habe ich genug Dampf abgelassen, aber mit den "Göttern" des BPP bin ich nicht immer einverstanden.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und Meinung und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Hans N.
Antwort:
Es macht Spaß, wenn Sammler sich Gedanken über ihr / unser Hobby machen – und wenn sie versuchen, sich mit den Ungereimtheiten auseinander zu setzen, kann das für alle Beteiligten nur von Vorteil und Beispiel für alle anderen sein. Dies dann auch noch an die Öffentlichkeit zu bringen setzt dem Vorgang die Krone auf.
Die Berliner Stempel betreffend wunderte ich mich über die Einschränkung, lediglich den mit der Nennung der Stadtteilnamen (den gab es mit und ohne durchgehende Datumsbrücke) zu sammeln, denn der wurde Anfang der 60er-Jahre durch einen ersetzt, der diese Namen durch Nummern ersetzte und die Postleitzahl 1 aufwies. Ab 1977 bis 1981 erfolgte die Umstellung auf einen Stempel mit der PLZ 1000. Und zum Ende der DDR gab es gar die Möglichkeit, Berlinmarken mit dem ebenfalls authentischen Ostberliner Stempel abstempeln zu lassen. Eine Traumbasis für jeden Sammler
Unter „briefmarken.de“, „Stempel“ und „Berliner Postämter“ habe ich aufgelistet, was für Berliner Stempel es gibt und am Ende den Hinweis auf eine umfangreiche Auflistung der Berliner Postämter auf Wikipedia verwiesen. Schauen Sie dort doch mal rein.
Berlin-12 und kein Ende! Wobei ich meine, daß Sie es richtig machen. Auch ich habe, mit einigen wenigen Einschränkungen, die Häufigkeit spielt für uns Sammler doch schon eine gewichtige Rolle, auf Berlin-12 verzichtet. Dieses ewige Herumgewabere, taugt es was oder nicht, kann den Spaß schon ziemlich beeinflussen – und wenn man sieht, was der Handel so anbietet, dann ist ein weiterer Abstieg gar nicht mehr möglich. Auf normalen Briefen gesammelt, ist man jedenfalls auf der sicheren Seite.
Was die Prüfer anbetrifft, haben wir beide die gleichen Erfahrungen gemacht. Da gibt es unheimlich viel zu bemängeln – und ich hoffe, daß sich die Sammler weiter artikulieren. Das war es dann auch schon mit den Möglichkeiten. Was nützt es, wenn wir die Prüfer stigmatisieren? Sie sind fester und unabdingbarer Teil der Philatelie mit dem Trost, daß, wenn sie uns „schlecht“ behandeln, das Wort Betrug vermeide ich tunlichst, Sie dann die Briefmarkenlobby hintergehen. Das eigene Nest werden sie doch wahrscheinlich nicht beschmutzen.
Es wäre schön, wenn es eine greifbare Haftung der Prüfer gäbe. Das aber würde voraussetzen, daß die gegeneinander arbeiten müßten, ein Risiko, daß man kaum eingehen könnte. Im Saarland hatte man immer das Gefühl, daß sich dort Leute trauen Prüfer(in) zu werden, ohne eine Ahnung zu habe. Auch aus jüngster Zeit gibt es ein bedenkliches Beispiel, wie leichtfertig mit uns Sammlern umgegangen wird. Aufgrund eines Streites innerhalb der Prüfer, gewünschte Offenheit wurde dort in Misskredit gebracht, übernahmen kurzerhand die Schlegels das Prüfgebiet „MH, Zusammendrucke und Rollenmarken“. Deftige negative Erfahrungen machen unter Sammlern die Runde.
Sei es drum, sie sind alternativlos. Es werden immer einige sehr gute tätig sein, ein paar gute und immer wieder auch Unfähige. Da man Prüfer nur mit extrem langjähriger und intensiver Sammeltätigkeit und damit einem Schatz an Erfahrungen werden kann, gibt es auch keinen Fundus, auf den man beliebig zugreifen kann.
Aber all das sollte, nein darf uns nicht davon abhalten, zu kritisieren, die Dinge beim Namen zu nennen, sie auf keinen Fall klaglos erdulden.
Schade, das sei auch an dieser Stelle wieder einmal gesagt, daß wir Sammler keine Vertretung, keinen Verband haben – der, der vorgibt, das zu sein, ist jedenfalls nur Erfüllungsgehilfe der Briefmarkenlobby.