Berlin-Briefmarken
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Frage:
16.09.2015
Guten Abend, Herr Köpfer,
bereits zweimal haben Sie mir schon geantwortet und ich war zufrieden und beruhigt.
Jetzt aber frage ich mich, ob ich nicht viel zu viele Marken im Papierkorb entsorgt habe.
Wie kann der Prüfer da was richtiges feststellen? Sind die Prüfdaten gefälscht?
Zu der Einzelmarke (Rotdruck) muß ich sagen,daß ich selbst bei einem ebay-Kauf zu so einem
"geprüften Stück" gekommen bin.
Was würde ein Prüfer zu einem Stempeldatum 04.50.87 sagen?
Postbeamter hat falsch eingestellt ... denke ich.Soll ich Ihnen die auch mal rüberschicken?

Würde mich über eine Antwort freuen, da ich einen Großteil der fast vernichteten Marken noch liegen habe.

Sie können meine Mail auch gerne wieder in Ihren Rubriken veröffentlichen, wenn sie das für richtig halten.

Mit freundlichem,gezacktem Gruß

H-R



Anmerkung Günther: Anlagen habe ich nicht übernommen.
Antwort:
Die Philatelie ist ein ungeheuer komplexes Gebiet, das man in seinem heutigen Erscheinungsbild nur ertragen kann, wenn man eigenes Denken / Mitdenken konsequent vermeidet. Sie denken mit, tun es aber nicht konsequent und rutschen so immer wieder in Zweifel und landen bei jedem Weg, den Sie nicht selbst mit Ihrem besseren Wissen begleiten, in Sackgassen.
Kein Spiel, und Briefmarkensammeln ist ein solches, kommt ohne Spielregeln aus. Verheerend falsch ist aber, wenn jeder seine eigenen Spielregeln macht. Ebenso, wenn die von einer Interessengruppe gestaltet werden, die an von ihr manipulierten Ergebnissen profitiert – das öffnet Lug und Trug die Tore. Also müssen sich die, die das Spiel spielen, und wir Sammler sind die Spieler, auf Spielregeln einigen. Und hier ist davon auszugehen, daß, wenn man miteinander darüber spricht, der gegenseitige Betrug weitestgehend ausgeschlossen wird – zumindest bei dem, was niedergeschrieben wird. Bezüglich der Ausführung dieser Regeln ist man dann natürlich wieder auf die Ehrlichkeit des Einzelnen angewiesen – und wird, wie im richtigen Leben, oft enttäuscht.
Sicher kann man sich jedoch darüber sein, daß alles, was außerhalb unseres Einflußbereichs geschieht, gegen uns gerichtet ist.
Konkret: Prüfer prüfen alles, was man Ihnen vorlegt, sie leben davon. Da spielt Qualität nur insofern eine Rolle, daß physische Mängel einer Marke ein höher gesetztes Prüfzeichen zur Folge haben. Ein Stempel wird nur nach den Kriterien „echt“, „falsch“ oder „nach Gültigkeitsende gestempelt“ geprüft. Ästhetik, Schönheit spielt da überhaupt keine Rolle, der unkritische, uninformierte Sammler kauft ja sowieso.
Versuchen Sie einfach mal diese „Schwarzaufdrucke“ zu verkaufen. Sie werden nur enttäuschenden Erfolg haben, da die so gestempelt Massenware sind. Die haben der Handel massenweise in seinen Lagerbüchern und viele Sammler in großen Stückzahlen in ihren Doublettenalben – und die Kopie eines Prüfattests kann man eh vergessen. Übrigens ist auch die 80er mit Rotaufdruck eher ein Lückenfüller, als eine Marke, die man genußvoll anschaut.
Sammelwürdig sind alle gestempelten Briefmarken, bei denen der Ort und das Datum klar erkennbar sind. Je zentrischer und klarer der Stempel, umso gesuchter sind diese Stücke. Man sollte sich jedoch davor hüten, schlecht gestempelte Marken im Handel zu kaufen, da der von den maßlos überhöhten Katalogpreisen ausgeht. Auktionen ab € 1,-- spiegeln in ihrem Ergebnis im Regelfall einen realen Wert wider.
Und immer wieder: Ich sammle nicht des Wertes meiner Briefmarken willen! Wenn ich aber ein Stück kaufe, dann sollte der Preis so sein, daß ich bei einem Wiederverkauf zumindest annähernd das wieder bekommen, was ich dafür bezahlt habe. Wenn ich Händlerangebote („sofort kaufen“) jedoch z.B. bei ebay sehe, dann ist das überwiegend der oft erfolgreiche Versuch, unbedarfte, uninformierte Briefmarkensammler über den Tisch zu ziehen.
Entsorgen Sie also Ihren Papierkorb final und widmen sich dem Vergnügen „Briefmarkensammeln“! Und wenn Sie geprüfte Marken kaufen, achten Sie auf Qualität, also auf Q1, kaufen Sie nur „bestgeprüft“ und möglichst zentrisch gestempelt.
Und was das falsche Stempeldatum angeht, liegen Sie mit "Versehen" absolut richtig.