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Berliner Ausgaben
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Die Dauerserien, also die Frei-, die Rollen- und die Automatenmarken, sind jeweils ganz eigene und sammlerisch hochinteressante Gebiete. Seit jeher haben sich Sammler darauf spezialisiert. Aus jeder einzelnen Serie kann man eine ganze Sammlung gestalten. Die von Berlin haben oft nicht den Umfang der Serien vom Bund, sind deshalb überschaubar und, so meine ich, gerade deshalb besonders reizvoll, weil "machbar".
Über mehrere Jahre gültig, spiegeln sich in ihnen nicht nur Portoänderungen, sondern auch Fortschritte in druck- oder sicherheitstechnischer Hinsicht, also auch in Papier- und Gummierungsänderungen und bei den enormen Stückzahlen von teils bis fast ½ Mrd. Stück, auch die Abnutzungen der Druckgeber wieder. Dieser Wandel hat sich oft innerhalb der Zeiträume der Gültigkeit, aber auch innerhalb gleicher Nominalen ergeben. Gesammelt wurde postfrisch, überwiegend jedoch nur die durch das Abo gelieferte oder bei der Post gekaufte "erste" Ausgabe.
Daß sie in Bogen- und in Rollenform, aber auch als Zusammendrucke oftmals für ein und denselben Wert in allen Erhaltungsformen produziert wurden, steigert den Reiz des Sammelns enorm.
Wie für alle spezialisierten Sammlungen braucht man immer erst mal einen gewissen Fundus. Fundus an Material, und noch viel wichtiger, Fundus an Wissen. Das eine ist ohne das andere kaum möglich. Ohne Fachwissen, da sage ich nichts Neues, kann nichts "Gescheites" entstehen.
Gut ist, daß sich die Altvorderen nicht nur viel Mühe gaben, den Objekten ihre Geheimnisse zu entreißen, nein sie haben auch alles fein säuberlich notiert. Meine Wissensquellen sind die Spezial-Kataloge oder auch die Spezialliteratur von einigen anderen Autoren, die freundlicherweise ihre Ergebnisse publizierten. Mit dem Anwenden dieses Wissens wird man dann sogar in die Lage versetzt, eigene Ergebnisse zu erarbeiten - um diese dann auch weiter zu geben.
Für alle Ausgaben, auch die unscheinbarsten, gilt übrigens, daß sie zentrisch vollgestempelt sehr schwer zusammenzutragen sind. Sie wurden halt überwiegend im normalen Postalltag gestempelt.
Ich möchte hier, so komprimiert wie möglich, grundsätzliche Besonderheiten der einzelnen Serien wiedergeben.
Berliner Bauten
(1949, 1953, 1954 bis 31. 12.1958)
    
Obwohl, mit Ausnahme der Rollenmarke MiNr. 47 II (ohne rückseitige Nummer), nur in Bogenform herausgegeben, wird diese Serie auch in Einheiten gesammelt und besonders bewertet. Des weiteren zeichnet sie sich durch eine ungeheure Anzahl von Plattenfehlern aus, die z.B. in einem speziellen Handbuch-Katalog (Alfred Lippschütz, Auflage 4 mit 231 Seiten!) erfaßt wurden. Zwischenzeitlich wurde eine Fortschreibung dieses Handbuch mit unglaublichem Umfang angekündigt.
Berliner Stadtbilder
(1956 bis 1964, MiNr. 140 bis 31.12.1970)
    
Markant bei dieser Serie ist, daß sie bei einzelnen Werten drei Papierunterschiede (Fluoreszenzen) und zwei Gummierungsunterschiede (geriffelt und glatt) aufweist. Alle Werte gibt es aus Bögen, die Werte zu 1, 5, 7 (nur MiNr. 142), 8, 10, 15, 20, 25 und 70 zusätzlich als Rollenmarken, die MiNr. 142 und 152 auch ohne rückseitige Nummer (11er-Streifen).
Heuss
(1959 bis 1964)
    
Keine Besonderheiten, wenn man mal davon absieht, daß sie in Bogen-, wie auch in Rollenform verausgabt wurde und es die 20 Pfennig in geriffelter (nur in Bogenform) und glatter Gummierung gibt.
Berühmte Deutsche
(1961 bis 31.12.1970)
    
Die Serie wurde in zwei verschiedenen Papiersorten herausgegeben:
1. "Lumogen-Papier" (Type yI) leuchtet unter der UV-Lampe deutlich unterscheidbar
    zur Type yII fahlgelb bis gelblich. Bei den Rollenmarken gibt es in dieser
    Papierform nur die Werte zu 5, 7, 8, 10 und 15 Pfennig, bei den Bogenmarken
    zusätzlich noch die Werte zu 40 und 100 Pfennig.
2. "Jayme-Bauer-Papier" (Type yII) Die Standardausgabe umfaßt alle Werte der Serie,      unter der Prüf-Lampe erscheint dieses Papier leuchtend gelb.
Alle Werte Type yII dieser Serie wurden als Bogenmarken hergestellt und im Abo so ausgeliefert. Die Werte zu 5, 7, 8, 10, 15, 25, 40 und 70 Pfennig gab es auch als Rollenmarken.
Gestempelte Einheiten sind schon bei Standardabstempelung teuer. Wie sieht es dann bei Spitzenabstempelung aus?
Und die Auflagenangaben unterscheiden nicht nach Bogen-, Rollen- und / oder Papierunterschieden.
Das Vorkommen der Type Iy ist 45 Jahre nach ihrer Ausgabe erstmals im "Michel Handbuch Katalog Rollenmarken 2006", also bei den Rollenmarken erfaßt und bewertet worden. Die Erfassung in anderen Katalogen, zumindest aber im "Michel Spezial", wäre nur konsequent.
Deutsche Bauwerke
aus 12 Jahrh. I
(1964 bis 31.12.1991)
    
Als letzte Freimarkenserie, die gleichzeitig Bogen und Rollenmarken gemeinsam verfügbar machen sollten, wurde sie von einer breiten Öffentlichkeit abgelehnt und bereits 1 ¼ Jahre später durch die modifizierten "Deutsche Bauwerke .... II" ersetzt.
Alle Werte gab es in Bogenform, die Werte zu 10, 15, 20, 40 und 70 Pfennige auch als Rollenmarken. Interessant erscheint, daß von der 70 Pfennig nur 1 Mio. Bogenmarken hergestellt wurden und 2 Mio. aus Rollen. Lediglich die 10 Pfennig-Marke wurde auch als MHB und MH herausgegeben.
Deutsche Bauwerke
aus 12 Jahrh. II
(1966 bis 31.12.1991)
    
Diese Ausgabe gibt es nur als Bogenmarken. Parallel wurde die Serie "Brandenburger Tor" für Rollenmarken verausgabt. Interessant dürften hier lediglich nur die erstklassige Stempelung und, stark eingeschränkt, die Eckränder sein.
Brandenburger Tor
(1966 bis 1991)
    
Trotz der nur 5 Werte eine mehr als umfangreiche Sammelmöglichkeit. Alleine die drei Zusammendruckbögen (MHB) bieten eine große Vielfalt an ZD-Varianten. Als Rollenmarkenserie herausgegeben, wurden die Abos aus Qualitätsgründen natürlich mit Bogenmarken ausgeführt. Die Auflagen der Bogen- und auch der Rollenmarken sind noch nicht bekannt.
Heinemann
(1970, 1971 und 1972 bis 31.12.1991)
Eine Serie, geschaffen für
das "Schattendasein".
    
Unfallverhütung
(1971 bis 31.12.1991)
    
Umfangreich und interessant. Der MHB, aus dem das MH 8 hergestellt wurde, war gezähnt. Ab MH 9 waren die Heftcheninhalte oben bzw. unten geschnitten. Damit Sammler diese Rollenmarken-Serie in einwandfreier Zähnung erhielten, stellte die Post je ca. 30.000 Bögen á 100 Marken her. Bei den Rollenmarken kam es zu einer Besonderheit. Die rückseitigen Nummern gab es bei allen Werten in schwarz, bei einigen Werten in roter, grüner und blauer Farbe. Sie war gleichzeitig auch die letzte Serie, bei der es Druckerzeichen in Ziffernform gab.
Bei den Markenheftchen ab MH 3 bis 8 kann man übrigens sehr schön meine These, daß die Sammler immer nur die "Erstausgaben" bezogen, bestätigt sehen: das erste MH ist immer das billigste. Z.B. kostet MH 8a (Unfallverhütung) € 14,--, MH 8b € 160,--, MH 8c € 650,-- und MH 8d € 850,--. Ab MH 9 (erstmals geschnitten) wurde der Kreis der Sammler größer und interessierter, und damit war diese Eigenart zumindest bei den MH verschwunden.
Industrie und Technik
(1975, 1978 und 1982 bis 31.12.1991)
    
Diese Freimarkenserie wurde nur in Bogenform verausgabt - allerdings, wie die Rollenmarkenserie B&S, in zwei verschiedenen Fluoreszenzen. Auch diese Serie traf damals der Bannstrahl des Michel: keine Erfassung der geänderten, neuen Fluoreszenz, obwohl sie unter der Prüflampe problemlos unterscheidbar war! Folglich dürfte die neue Fluoreszenz postfrisch kaum gezielt gesammelt worden sein und ist meiner Meinung nach weit überwiegend im Postgebrauch verschwunden. Diese Serie dürfte also auf jeden Fall in neuer Fluoreszenz hochinteressant sein, zumal in Einheiten, Eckrändern, dort besonders der ER r.o. und die Formnummern, aber auch die Randzahlen.
Burgen und Schlösser
(1977 bis 1987, gültig bis 31.12.1991)
    
Diese Rollenmarken-Serie hat alles, was ein forschungswilliger Philatelist braucht: Rollenmarken, Bogenmarken, Zusammendrucke, zwei Fluoreszenzen (die der Michel nun erstmals auch für "Normalmarken" im Rollenmarken-Handbuch-Katalog 2006" bewertet) eine neue Druckart (Letterset) und Plattenfehler in großer Zahl - und eine nicht einschätzbare Umtauschmöglichkeit der meist unbeachteten Serie in über 1991 hinaus gültige Bund-Marken.
Auch hier trifft wohl wieder zu, daß die meisten Sammler postfrisch jeweils nur die "Erstlieferung" in ihren Alben haben, nicht aber die neue Fluoreszenz, die überwiegend im Postgebrauch verschwand, und kaum den Letterset-Druck. Und so sind Marken mit  Auflagen  von 925.000, 1 Mio. 1,3 Mio. und weitere unter 3 Mio. wohl überwiegend unbeachtet geblieben.
Und wer hat die 23 MH beachtet, die Zusammendrucke unter Berücksichtigung der beiden Fluoreszenzen, und wer die Rollenanfänge und Rollenenden?
Sehenswürdigkeiten
(ab 1987, gültig bis 31.12.1991)
    
Maximal knapp über 4 Jahre, im Mindestfall gerade mal 1 ½ Jahre gültig, war sie eine Rollenmarkenserie, die, bezogen auf die Briefmarkensammler, unter der Bogenmarkenserie "Frauen" litt, was ein interessantes Spiel um Ursachen und Wirkungen möglich macht. Am Schalter wurden im täglichen Postablauf die SWK bevorzugt, weil sie aus den "Rollenmarkengebern" schneller verfügbar waren als die Frauen (Abtrennen aus Bögen). Während dann durch eine kleine (spekulative?) Preisexplosion plötzlich die Frauen in den Blickpunkt der Sammler rückten, gerieten die SWK fast völlig in Vergessenheit.
Bei früheren Rollenmarkenserien hat die Post immer ca. 3 Mio. Stück als Bogenmarken (also auch hier?!) und weitere ca. 400.000 auf ETB verausgabt - und in großer Zahl auch FDC. Z.B. für die MiNr. 799 (300 Pfennig), Auflage gesamt 7,5 Mio. abzüglich 3,4 Mio. (Bogen und ETB) bleiben so rund 4,0 Mio. Rollenmarken? Was wurde verbraucht, was umgetauscht, und folglich, was ist an postfrischen Marken übriggeblieben?
Und vollgestempelte Exemplare, ob Rolle oder Bogen? Schauen und wundern Sie sich.
Frauen
(1986, 1987, 1988 und 1989 bis 31.12.1991)
    
Ursache und Wirkung: Durch Abo-Lieferungen hatte jeder Sammler die Serie (oft) schon mehrfach, als explodierende Preise einen regelrechten Run auf die "Frauen" auslöste. Auf die postfrische Erhaltung wohlgemerkt - anderes wurde immer noch belächelt. Folge: postfrische Frauen als Einzelwerte sind Massenware, die kaum verkäuflich ist. Allenfalls Paare oder 4er-Blöcke finden noch Gnade. Viel Beachtung finden jedoch wieder die Eckränder, und dort natürlich die von oben und unten rechts, unbeschriftet bzw. mit FN.
Das wirkliche Bonbon sind jedoch wieder die "Frauen" mit zentrierten Tages-Vollstempeln unserer "kleinen" Postämter. Schon bei den "Massenwerten" bis zur 100 Pfennig seltener angeboten, werden Sie ab der 130 Pfennig zur Ausnahme! Ich habe noch keine einzige komplette, so gestempelte Serie angeboten gesehen.
.... und auf Brief?
Automatenmarken
(1987 bis 31.12.1991)
Ich muß sie erwähnen, habe allerdings keinerlei Bezug zu diese Marken. Ich habe sie in meiner Sammlung, habe mich auch bemüht, spitzengestempelte Stücke zu bekommen, aber das ist es auch schon.