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Die Zuschlagsmarken Berlins, und hier speziell Wohlfahrt, Jugend und Sport, muß man als eigene und hochinteressante Gruppe Berliner Briefmarken ansehen.
Während Block 1 und die übrigen Ausgaben mit Zuschlag bis 1960 sich eher um die Kriegsfolgen und die "Wiederbelebung" der Philatelie kümmerten, unterstützten die dann folgenden Zuschlagsmarken überwiegend "wohltätige" Organisationen.
Die Marken für die Wohlfahrt ab 1964, die Jugend ab 1965, die Weihnachtsmarken ab 1969 und ab 1978 für den Sport waren immer für kontroverse Diskussionen gut, zumal man die Briefmarkensammler als die mit Abstand stärkste Käufergruppe hierfür ansah.
Beginnend 1982 explodierten dann auch noch die Nominalen und damit die Zuschläge der Zuschlagsserien, was die Sammler mehr und mehr verärgerte. Reaktion: die Auflagen gingen kontinuierlich zurück. 1986 wurden daraufhin die Nominalen der Jugend- und Wohlfahrtsmarken wieder reduziert, während jedoch die Sportmarken gleich blieben bzw. 1989 gar auf DM 1,40 + 60 (Höchstwert) anstiegen.
Postfrisch sind diese Marken in allen Sammlungen mehr als präsent, und man muß sie lediglich der Vollständigkeit halber besitzen.
Die postalische Verwendung dieser Marken war wohl kaum das Anliegen der Briefmarkensammler und auch weniger der "Normalverbraucher", denn entsprechende Belege (Briefe) fehlen schlichtweg. Die kleineren Nominalen werden schon nur selten angeboten, von den Höchstwerten gibt es im Prinzip kein Angebot - und wenn doch, dann bundgestempelt.
Davon auszugehen ist es logisch, daß auch Berlin- und dazu vollgestempelte Zuschlagsmarken nicht leicht zu finden sind - und die Höchstwerte noch weniger.
Speziell die Zeit zwischen 1982 und 1990, als die Nominalen zeitweise den für damalige Verhältnisse unglaublichen Wert von 120 + 60 Pfennig erreichten, kam es zu heftigen Diskussionen um eine Überlastung und / oder Ausbeutung der Sammler. Die Folge waren rückläufige Auflagen, was die Post 1986 dazu veranlaßte, die Nominalen wieder herunterzufahren - mit Ausnahme der Sportmarken, die 1989 gar den Wert von DM 1,20 + 60 beim Höchstwert erreichten.
Von Beginn an hatten alle Sammler ausreichend postfrische Zuschlagsmarken in ihren Alben gehortet. Jedenfalls so viele, daß auch hier die Preise absolut im Keller sind.
Briefmarken gestempelt zu sammeln war kein Thema, es wurde auch in dieser Zeit noch milde als eine Sache von "Außenseitern" belächelt. Die Folgen waren abzusehen: prüfbar Berlin-gestempelte Marken sind selten angeboten, der zentrierte Vollstempel noch schwerer zu finden.
Die Katalogpreise für die Zuschlagsmarken würde ich für postfrische ab Jahrgang 1982 als zu hoch, die der gestempelten ab Beginn als zu niedrig und ab 1982 als stark unterbewertet ansehen.
Mit immer wieder gleichen Worten gesprochen: die mit zentrisch gesetzten Vollstempeln von Berlin entwerteten Marken sind wieder sehr schwer zu finden.
Was den Umtausch im Jahr 1991 anbetrifft, zweifle ich ein bißchen daran, daß dort viele Zuschlagsmarken dabei waren, denn genau dieser Zuschlag wurde (berechtigterweise) nicht erstattet. So mancher Sammler wird daraufhin gesagt haben, nein, dann halt nicht - und hat heute zu viele Postfrische.
Sammelreiz pur! Oder?