Besucher seit 17.08.11
Gesamt1.057.511
Heute: 10
Gestern: 460
Impressume-mail sendenZum GästebuchYou Tube Film
Der LeitfadenDas Buch
Der Download
Näher betrachtet
Berliner BautenBerliner StadtbilderHeuss BerlinBedeutende DeutscheDeutsche Bauwerke IDeutsche Bauwerke IIBrandenburger TorDr. Gustav HeinemannUnfallverhütungIndustrie + TechnikBurgen + SchlösserBerliner FrauenserieSehenswürdigkeiten

Allgemein Auflage Rollenmarken Markenheftchen und Zusammendrucke
Sammelempfehlung

Allgemein BD
Man hatte die Nachkriegszeit gut überstanden, das "Unternehmen" Deutschland auf Kurs gebracht. Die Greueltaten der "jüngsten Vergangenheit" und das Grauen des Krieges und seiner Folgen wurden durch die Zeit und auch die wirtschaftliche Entwicklung abgemildert, erträglicher. Man konnte oder durfte sich wieder an bessere deutsche Zeiten erinnern.
Das sollte sich wohl auch darin zeigen, daß die Deutsche Bundespost als Nachfolger der "Berliner Bauten" und der "Heuss Serie(n)" die Freimarkenserie "Bedeutende Deutsche" herausgab.
Es lag sicher nicht an den abgebildeten Persönlichkeiten, daß versucht wurde, sie nach bereits drei Jahren durch ein neues Motiv, nämlich durch "Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten", was ja auch nicht auf Anhieb gelang, zu ersetzen.
Nicht schön, aber Fakt: die Freimarkenserie "Bedeutende Deutsche".
Zu der Zeit ihrer Herausgabe waren Freimarken noch Schalter- und Rollenmarken in einem.
Für die Briefmarkensammler war die Berliner Ausgabe der BD ohne irgendwelche Höhepunkte, sie war eine Ausgabe wie alle anderen auch. Sie wurde in beachtlichen Mengen gedruckt - und auch gekauft, dabei vor allem als ein Teil "künftigen Reichtums" angesehen, denn sie wurde just in einer Zeit verausgabt, als fast alle Sammler die Entwicklung der Deutschen Briefmarken seit 1949 auch auf die künftigen Jahrzehnte projizierten, Massenmarken in Massen horteten und sich schon in sicher geglaubtem Reichtum wähnten. Im Sog dieser über die Medien transportierten Entwicklung fanden sehr viele neue Sammler, die auch reich werden wollten, zu unserem schönen Hobby, das ab damals offensichtlich nur noch aus dem Sammeln postfrischer Briefmarken bestand. Eine verhängnisvolle Entwicklung, wie sich, je nach Profession des Einzelnen, früher, später, vielleicht auch nie, herausstellen sollte oder wird.
Postfrisch, als Einzelmarke wie auch in "normalen" zumindest postfrischen Einheiten, ist diese Serie schlicht Massenware, ohne irgendwelche Entwicklungschancen, gerade mal Lückenfüller.
Und doch, das stellte sich jedoch erst später bis sehr viel später heraus und ist auch heute von den meisten nicht erkannt, barg diese Serie besonderes sammlerisches Potential.
Das begann schon damit, daß es, nachdem die Serie am 31.12.1970 ihre Gültigkeit verlor, fast nicht möglich war (Stichwort Stichtiefdrucke - StTdr.), ausgenommen mit Berlin-12-Stempeln, eine Serie mit schönen oder gar sehr schönen zentrischen Vollstempeln Berliner Postämter zusammenzutragen.
Vor allem aber wurden gestempelte Einheiten nicht beachtet, also Paare, Viererblöcke und andere waagerechten Einheiten. Als diese Art, unterschiedliche Ausgabeformen zu dokumentieren, dann "in Mode" kam, war es zu spät. Die Preise stiegen - und hebelten natürlich die Nachfrage weitestgehend aus. Viele konnten bzw. wollten sich diese teuren Marken nicht leisten.
Was jedoch an dieser Serie noch viel markanter ist, ist der Umstand, daß sie, Berlin wie auch Bund, neben dem fluoreszenzfreien Papier der Bundausgabe, auf zwei verschieden fluoreszierenden Papiersorten gedruckt wurde: Lumogen- und dem sogenannten Jayme-Bauer-Papier. Bei der Suche wird man schnell feststellen, daß "Lumogen" die weit seltenere Variante ist. Unter der Prüflampe sind diese Papiersorten, klar unterscheidbar. Lumogen wirkt unter der Prüflampe blaßgelb, Jayme-Bauer zeigt sich in einem leuchtenden Gelb.
Spezialisten unterscheiden diese Papiersorten schon lange und auch der Michel unterscheidet und bewertet sie, zumindest bei den Rollenmarken, in seinem Handbuch-Katalog Rollenmarken Deutschland. Und es erhebt sich auch hier wieder, wie schon bei "Burgen und Schlössern" und "Industrie und Technik", die Frage, warum so klar unterscheidbare Ausgaben in den Katalogen nicht erfaßt werden? Zumindest im Michel-Spezial. v Diesen klar unterscheidbaren Papierunterschied gibt es nämlich nicht nur bei den Rollenmarken, nein, es gibt ihn auch bei den Bogenmarken.

Nicht nur unterschiedliche Fluoreszenz, nein, auch unterschiedliche Walzenstriche
Was ich in Bezug auf die Auflagen auch nicht verstehe ist, daß im Handbuch-Katalog Rollenmarken bei Bund die Anzahl der verausgabten BD-Markenrollen explizit aufgeführt ist, diese Angabe bei Berlin jedoch komplett fehlt. Dies dürfte jedoch seine Erklärung in der undefinierbaren Informationspolitik der Post finden.
Wie dem auch sei, wir Sammler haben zwischenzeitlich ein Selbstbewußtsein, das uns in die Lage versetzt, selbst zu denken, eigene Entscheidungen zu treffen, einen eigenen Stil für den eigenen Erfolg zu pflegen. Und dazu gehören nach Möglichkeit in erster Linie die Dokumentationen aller Ausgabearten einer Briefmarke.

Lt. Michel nicht existent, die 20er in Lumogen (mit Dz) und Jayme-Bauer-Papier
Der Umgang mit diesen unterschiedlichen Fluoreszenzen ist nicht einfach. Die große Schwierigkeit dabei ist schlicht der Umstand, daß diese Serie prinzipiell undifferenziert, also so, als gäbe es nur eine Papiersorte, angeboten wird. Was aber auch Charme hat. Man muß halt genau so kaufen - und kann sich u.U. mit einem tollen Schnäppchen überraschen lassen.
Der Michel führt als Rollenmarken-Werte, die auf Lumogen verausgabt wurden, die 5, 7, 8, 10 und 15 Pfennig auf. Daß es den 15 Pfennig-Wert auf Lumogen gibt, bezweifle ich. Ich habe ihn nie gefunden, während ich jedoch den 20-Pfennig-Wert (leider bis heute ohne rückseitige Nummer) fand.
Bei den Bogenmarken sind es die gleichen Werte, also auch keine 15er, aber es kommen noch zwei weitere Lumogen-Werte hinzu, die 40er und die 100er.
Hochinteressant sind bei dieser Serie, postfrisch, besonders aber gestempelt, die Druckerzeichen, die es bei den Buchdruckwerten, also bis zur 25er (MiNr. 205) in bis zu sieben Varianten gibt, natürlich auch in beiden Papierarten.
Ab dem 30-Pfennig-Wert sind es dann die Formnummern, und natürlich besonders die 40er und die 100er in Lumogen, die unser Interesse wecken.
Auflage BD
Zurück zum Seitenanfang
Die Leser meiner Seiten wissen, daß ich mich gerne in die Dinge hineindenke. Die Auflage der Freimarkenserie Bedeutende Deutsche bietet dabei ganz besondere Reize.
Zuallererst muß man natürlich nochmals die Feststellung treffen, daß Standardmarken Massenware ohne irgendwelche Entwicklungsmöglichkeit sind. Wie sollte es auch anders sein, wenn schon die niedrigste Auflage, die der 200er, 6 Mio. erreicht und die höchste bei 247,5 Mio. liegt.
Verständlich werden gewisse Auflagen, wenn man sich die Postgebühren dieser Jahre anschaut. Die Standardporti lagen für Drucksachen bei 7 Pfennig (bis 1963) dann 10 Pfennig, Postkarten 8 Pfennig, Briefe im Ortsverkehr lagen bei 10 bzw. 20 Pfennig, im Fernverkehr bei 20, 30 bzw. 40 Pfennig. Ein Einschreiben kostete bis 1966 50 Pfennig, dann 80 Pfennig, also mit Briefporto im Ortsverkehr und Fernverkehr 60 oder 70 Pfennig, ab 1966 dann 90, 110 oder 130 Pfennig.
Wenn man nun beginnt, sich zu fragen, wieviel Prozent der Auflage bis zur 25er sind Bogen-, wieviel Rollenmarken und welcher Anteil der dann nicht zu ermittelnden Ergebnisse sind auf Lumogen- oder Jaime-Bauer-Papier gedruckt? Und wie viele dieser unbekannten Anzahl von Bögen haben dann welches Druckerzeichen? Und was davon ist erhalten, was wanderte in die Papierkörbe der Postler? Und was davon wiederum weist einen sammelfähigen Stempel auf? Und wie viele Objekte mit zentrischem Vollstempel (außerhalb des ungeliebten und sehr häufigen Berlin-12-Stempels) gibt es? Meine Erfahrung ist, es kostet enorme (jedoch angenehm sammlerische) Mühen, sich die aus diesen Überlegungen resultierenden Wünsche zu erfüllen.
Bei den übrigen Werten, also von der 30er bis zur 200er, sind es dann die Eckränder und auch die Bogenzähler, die besondere Beachtung verdienen - postfrisch und besonders mit Spitzenstempel. Und natürlich taucht die Frage auf, wie hoch ist bei der 40er und der 100er der Anteil an selteneren Lumogen-Papier und davon wieder der an und mit Dz?
So zerpflückt relativiert sich die Massenauflage und es werden hochinteressante Möglichkeiten sichtbar, die das Salz in der Suppe des Briefmarkensammelns sind.
Rollenmarken BD
Zurück zum Seitenanfang
Hier taucht sofort wieder die Frage nach den Auflagen auf und, ob man die je wird beantwortet bekommen. Sieht nicht so aus.
Alle Marken der Serie in "Jayme-Bauer-Papier" bis zur 25 Pfennig, also 5, 7, 8, 10, 15, 20 und 25 Pfennig, sowie die 40er und die 70er wurden auch als Rollenmarken verausgabt, davon die 15er in zwei verschiedenen Rollengrößen (500 und 1000 Stück).
In der offensichtlich weit selteneren Lumogen-Variante gibt es bei den Rollenmarken nur die 5, 7, 8, 10 und 20 Pfennig. Der Michel hat in seinem Rollenmarken-Katalog die 15-Pfennig auch als Lumogenwert aufgeführt, ihn habe ich jedoch nie gefunden, hingegen die 20er schon mehrfach.
Bei der 40er, die in 1000er Rollen hergestellt wurde, gibt es dabei einen markanten Unterschied. Einmal läuft die rückseitige Numerierung 005, 055 bis 995 durch, ehe die RA-Nummer 1000 kommt, während, wohl weit seltener, in der zweiten Variante, jeweils die ungeraden Zählnummern 4-stellig sind, also z.B. 0005, 0055 und 0995.
Wie bei allen Leerfeldern der Rollenden gibt es natürlich auch hier unterschiedliche, bis zu 6 Farben, die dann teilweise auch noch verschiedene Gummiriffelungen aufweisen. Und, nicht genug, es gibt diese Leerfelder einmal mit einem sogenannten roten Adlerstempel versehen und einmal ohne.
Zusammendrucke und Markenheftchen BD
Zurück zum Seitenanfang
Mit einem Wort: überschaubar!
Ein Markenheftchenbogen mit HAN (MHB) und ein Markenheftchen (MH 3)
Der MHB wurde, jeweils im Kehrdruck, mit Zwischensteg gedruckt. Aus ihm konnten 20 Markenheftchen hergestellt werden. Der Michel nennt eine Auflage von 32.000 MHB, wobei die vielleicht auftauchende Frage, ob es sich hierbei um die Gesamtauflage handelt, also auch zur Herstellung der MH, wird wohl damit beantwortet, daß bei den MH gesonderte Auflagen (gesamt 806 500 Stück) genannt werden.
Jeder dieser MHB weist zwei HAN, also Hausauftragsnummern, auf, die in Deutschland von 1902 bis 1966 als Kennzeichnung von Druckaufträgen der Bundesdruckerei bzw. früher Reichsdruckerei dienten. Es gibt 6 verschiedene HAN, wobei die beiden Teilbögen nach einer 6-stelligen Nummer immer mit 1 und 2 unterschieden werden, z.B. die teuerste Variante 415 255.1 und 415 255.2.

ZD K3 mit HAN
Das MH gibt es in vier Werbevarianten, also a, b, c und d, wobei das MH 3a mit ca. 700.000 Stück Massenware ist, während die 3 übrigen mit je 35.000 Stück Auflage ein "knappes" Sammelgut sind. Das MH 3c kann nochmals unterschieden werden durch zwei unterschiedliche Deckelperforationen sowie zwei Deckelfarben (chromgelb und lebhaftocker).
Für die Spezialisten (und auch der, der es weiß, zählt schon dazu) weisen die Ränder viele unterschiedliche Varianten auf. Bei den MH z.B. durchgezähnter oder nicht durchgezähnter Rand oder Ränder die 4 oder 5 Zähnungslöcher aufweisen. Ob für die postfrischen Heftchenblätter € 6,00 für die ersten beiden Varianten oder € 150,00 die letzten beiden, ist schon ein Unterschied. Auch Punkte an den Strichelleisten oder deren unterschiedliche Verkürzungen markieren große Preisunterschiede.
Sammelempfehlung BD
Zurück zum Seitenanfang
Postfrisch in fast allen Varianten, ich sage mal, langweilig, sind alle Rand-, Deckel und Papierbesonderheiten zu empfehlen. Ganz besonders natürlich die Papierunterschiede "Lumogen", denn "Jaime-Bauer" hat man wahrscheinlich schon. Sehr hoch schätze ich Dz auf Lumogen ein.
Gestempelt ist diese Serie eine ganz besondere Herausforderung - in allen Varianten. Die "kleinen" Werte zentrisch voll gestempelt finden zu wollen, ist eine tolle Aufgabe, die auch, da sehr gesucht, wenn mehrere Bieter auftauchen, ganz schön teuer werden können.
Bogenmarken zählen, das weiß jeder, zu den besonderen Begehrlichkeiten, zumal die idealen Stempel nicht sehr häufig sind.
Ein Hinweis auch noch auf mögliche Abstempelungen. 1962 wurde die Postleitzahlen eingeführt. Berlin bekam, logisch, die 1. Es gibt also mindestens 2 Standard-Stempelvarianten, die ich gerne parallel dokumentiere.

Mit und ohne Leitbereichs-Nr. (1) und mit PLZ 1
Im Prinzip überschaubar, sind die sammlerischen Möglichkeiten bei dieser Serie jedoch immens. Und wenn man bedenkt, wie leichtfertig hier Kostbarkeiten vielleicht verschenkt werden, möchte man doch wohl gerne Nutznießer solchen Verhaltens sein. Wie lange noch?
Zurück zum Seitenanfang