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Bogenmarken Markenheftchen und Zusammendrucke Rollenmarken

Nachdem 1986 die Freimarkenserie "Frauen" die Serie "Industrie und Technik" ablöste, mußte traditionsgemäß die Rollenmarkenserie "Burgen und Schlösser" ebenso einen Nachfolger erhalten. Die nun folgenden "Sehenswürdigkeiten" (SWK) Deutschlands waren da fast schon eine logische Fortschreibung des Themas.
Start war 1987 mit den vier Standardwerten zu 30, 50 60 und 80 Pfennig, denen bis 1990 noch 13 weitere Werte folgen sollten. Sie hätte sicherlich den gleichen Umfang erreicht wie die SWK vom Bund, die es auf stattliche 59 Werte brachte. Das verhinderte jedoch das "Wunder " der Wiedervereinigung.
Bogenmarken
Wie schon bei allen Serien seit den großen "Bauwerken aus 12 Jahrhunderten" bzw. "Brandenburger Tor" wurden auch diesmal speziell für die Sammler bzw. Kunden der Versandstelle für Sammlermarken alle Werte auch in Bogenform hergestellt. Es ist anzunehmen, daß die Auflagen hierfür, wie auch schon bei den B&S, zwischen 2 und 3 Millionen Stück lagen. Von einer Nachproduktion ist nichts bekannt.
Im Gegensatz zu den B&S wurden die Bogenmarken der SWK mit den Formnummern 1 und 2 versehen, die allerdings nicht wie gewohnt unter dem 25., 50. oder 100. Markenfeld zu finden waren, sondern am rechten Bogenrand zwischen den Feldern 40 und 50 (FN 1) bzw. den Feldern 50 und 60 (FN 2). Zum Nachweis dieser Formnummern ist jeweils ein senkrechtes Paar oder 4er-Block vom rechten Rand nötig.
Interessant ist auch der linke Bogenrand, der eine 5 mm breite durchgehende Farbleiste aufweist, wobei oftmals ein Druckübergang sichtbar ist, der, in bestimmten Längen aufgedruckt, immer wieder Nahtstellen produziert. Weiterhin sind die Bogenlaufnummern immer leicht versetzt doppelt, also einmal auf dem weißen Teil des Bogenrands und einmal auf der Farbleiste, aufgedruckt.
Wenn man nun davon ausgeht, was wir einfach mal tun wollen, daß 2,5 Mio. Marken in Bogenform erschienen, je ca. 400.000 Stück auf ETB Verwendung fanden und, das ist wohl auch wahrscheinlich, auch alle FDC mit Marken aus dem Bogen hergestellt wurden, dann ergeben sich bei der MiNr. 793 (30er) ca. 3 Mio., der MiNr. 815 (120er) ca. 4,5 Mio., bei der MiNr. 831 (20er) wahrscheinlich 3,7 Mio. und der MiNr. 832 (350er) rund 8 Mio. Stück Rollenmarken-Auflage. Die übrigen Werte liegen logischerweise beträchtlich höher.
Daß diese Auflagen, obwohl die Serie erst ab Ende 1987 (Gültigkeitsende dann 31.12.1991) verausgabt wurde, höher sein würden als die der "Frauen", war zu erwarten. Sie bestand aus fast ausschließlich gebräuchlichen Portostufen für Briefe, Drucksachen, Päckchen und Einschreiben und war zudem für die Schalterbeamten am einfachsten und schnellsten aus den Schalterwertzeichengebern verfügbar.
Während die "Frauen" durch, sagen wir mal, "spekulative Einflüsse" noch mal einen mächtigen Verkaufsschub erlebten und damit auch über ihr Gültigkeitsende hinaus interessant erschienen, fristeten die SWK zumindest sammlerisch ein "Schattendasein", wurden weitestgehend unbeachtet verbraucht. Als Neuausgabe ins Album gelegt, mußte man sich um nichts mehr kümmern, es gab auch keine Besonderheiten.
Daß dies auch wieder nur die postfrische Variante, die, wenn sie über die Versandstellen bezogen wurde, die Bogenvarianten betraf, ist auch wieder typisch. Es scheinen auch im Vergleich zu den früheren Rollenmarken-Serien mehr Bogenmarken erhalten worden zu sein. Jedenfalls ist das postfrische Standardangebot mehr als reichlich, läßt also Phantasien wenig Raum.
In diesem Zusammenhang ist jedoch noch ein weiterer Aspekt hochinteressant. Zum Ende des Briefmarkenlandes Berlin zum 31.12.1991 bot die Post eine Umtauschmöglichkeit Berliner Marken in weiterhin postgültige Bund-Marken. Es ist anzunehmen, daß dieser Umtausch gerade für diese Serie rege genutzt wurde, sie bot ja zu ihrem Auslaufen absolut nichts Aufregendes und mancher Sammler hatte die bittere Erkenntnis der relativen Wertlosigkeit der Berlin-, Bund- und DDR-Abos (ab Mitte der 50er Jahre) auch schon realisiert. Diese zurückgegebenen Marken und sonstigen Restbestände von Berliner Marken wurden von der Post vernichtet. Was da vernichtet wurde, erfuhr niemand und wurde bei den bekannt gegebenen Auflagen auch nicht berücksichtigt.
Zur am 21. Juni 1990, also knapp 3 ½ Monate vor der Wiedervereinigung bzw. rund 1 ½ Jahre vor dem Ungültigwerden, verausgabten und später noch näher besprochenen MiNr. 874, 70er (Helgoland) meldete die Post eine Auflage von 14,758 Millionen Stück! Hier ist in Bezug auf die "Vernichtung" nach dem 31.12.1991 ein ganz dickes Fragezeichen zu setzen.
Die MiNr. 874 (und sicher auch andere "jüngere" Werte) scheinen sogar für Fälscher interessant zu sein. Der nachfolgend angebildete 4er-Block , so hat der BPP Andreas Schlegel festgestellt, weist einen Falschstempel auf. Das Schriftbild dieses Stempels ist sehr unruhig, wie man an der "11" der Uhrzeit auf der Datumleiste sehr gut erkennen kann und ist so auch für den Laien als Fälschung erkennbar.
Interessant sind auch bei dieser Serie die Randbesonderheiten. Die FN werden ganz selten angeboten, ebenso die Bogenlaufnummern. Eckränder, auch als Paare oder Viererblöcke, sind ebenfalls sammelnswert.
Mehr als sammelwürdig sind natürlich auch hier wieder die berlingestempelten Stücke - und sehr schwer zu finden. EZM mit zentrischem Vollstempel sind ein echter Glücksfall - logisch, wenn diese Serie "nur" Porto war. Da wurde der Postbeamte äußerst selten dazu aufgefordert, einen schönen Vollstempel zu setzen. In noch stärkerem Maße trifft dies natürlich auf Paare oder Viererblöcke sowie Streifen zu.
Und auch Briefe mit Mehrfachfrankaturen, z.B. das Porto eines eingeschriebenen Doppelbriefs im Fernverkehr (DM 4,20) mit 3 x DM 1,40 frei gemacht oder eines Briefs der 3. Gewichtsstufe (DM 2.40) mit 2 x DM 1,20 und, nicht zu vergessen, auch der ganz normale Einschreibebrief für DM 3,50, der sich wunderbar mit 5 x 70 Pfennig frei machen ließ, sind wahre Besonderheiten.
Und, klar, die Portostufen des Verkehrsgebietes Ost (VGO), die, in Ostberlin mit Westberliner Marken genutzt, ohnehin eine Besonderheit darstellen. Mit dem Ostberliner Stempel hat man auch den begehrten Berliner Stempel, nur in einer noch selteneren Form. Grund für diese Seltenheit ist der Umstand, daß das gesamte VGO, also auch Ostberlin, nicht mit Berliner Marken versorgt wurde, sondern mit Bund-Marken. Berlin war ja "Auslaufgebiet".
Westberliner Geschäftsleute nutzen in dieser Zeit, zumindest bis zum 3. Oktober 1990, übrigens gerne die (teils) günstigeren Portostufen des "Ostens".
Interessant war die Ausgabe des letzten Wertes dieser Serie, die 70 Pfennig (Helgoland), deren Ausgabe allgemein als wenig sinnvoll betrachtet wurde. Grund? Es gab im Prinzip keine Verwendungsmöglichkeit. Halt, gab es doch! Drucksachen aus dem VGO kosteten 70 Pfennige! 10 Pfennig mehr als im Westen! Warum? und ein Auslandsbrief aus dem VGO kostete ebenfalls 70 Pfennige. Nur, Westberliner Marken, also auch die 70er Helgoland gab, es nicht an Ostberliner Postschaltern. Solche Briefe haben natürlich eine besondere Zukunft.
Markenheftchen und Zusammendrucke
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Logisch auch, daß diese Rollenmarkenserie für die Herstellung von Markenheftchen genutzt wurde und, völlig überraschend, zumal im Rückblick auf die B&S, jedoch äußerst zurückhaltend. Nur zwei Heftchen wurden im Juni 1989 in nur je einer Variante verausgabt: MH 14 und MH 15.
Auflagen wurden bis heute nicht bekannt, so daß von daher irgendwelche Spekulationen nicht möglich sind. Wenn man jedoch den Markt aufmerksam beobachtet, kann man daraus eine ganze Reihe von Schlüssen ziehen.
Ich gewann den Eindruck, daß diese MH in postfrischer Erhaltung (über?)reichlich vorhanden seien. MH 14 kann man im "sofort-kaufen"-Modus" für 3,95 bekommen, MH 15 wird so für 8,95 angeboten. Im normalen Mindestpreismodus sind sie jedoch noch preisgünstiger, dort kann man MH 14 für ca. € 2,50 und MH 15 für ca. € 4,50 ersteigern. Wenn man sich die Michel-Preise von € 30,-- bzw. € 60,-- ins Gedächtnis ruft, sieht man auch hier, wie sehr der Michel "daneben" liegt.
Ich kann nach wie vor nur empfehlen, diese günstigen Preise zur Vervollständigung der postfrischen Zusammendrucke zu nutzen.
Ganz anders sieht es bei den zentrisch berlingestempelten C/D-Marken und der senkrechten und waagerechten ZD aus. Abgesehen von den damals die allgemeinen Portostufen darstellenden ZD, die öfter (mit Berlin-11-Stempel) angeboten werden, sind, wie in den abgebildeten Beispielen gezeigt, solch ideal gestempelten ZD kaum zu finden. Das Sammeln von ZD, auch, ja sogar ganz besonders, die aus den Berliner Blöcken, hat eine große Zukunft.
Grundsätzlich ist jedoch festzustellen, daß auch hier der "Berlin-12-Stempel" der absolut dominierende ist. Gestempelte MH 14 oder 15 oder die MH-Blätter daraus sind fast ausschließlich damit versehen. Allerdings darf man dabei berücksichtigen, daß die meisten dieser Stempel wohl vom "normalen" Postamt "Berlin 12" abgeschlagen wurden, sind somit "nur" noch häufig.
Eine Unsitte, die sich wahrscheinlich durch den enttäuschenden Preis beim Verkauf solcher MH ergab, war wohl Anlaß, solche je im 4er-Block (Berlin-12) gestempelten MH-Bl. in "sogenannte" ZD aufzutrennen. Alles mit Eckrand- oder genau halbem Stempel, wobei häufig das Datum noch auf der Zähnung verschwunden ist.
Von sonstigen Berliner oder gar von Ostberliner Postämtern gestempelte MH 14 und 15 sind so gut wie nicht zu finden. Und wenn man dann noch eine kräftige Steigerung des Schwierigkeitsgrads beim Sammeln sucht, bitteschön: zentrisch vollgestempelte SWK-Zusammendrucke. Seit nun schon langer Zeit ist dort das Angebot gleich NULL. Einzige Ausnahme sind hier die ZD W83 + W84, jeweils 10+50, die gibt es häufig "Berlin-11-gestempelt". Sie sind überbewertet. Der Rest und auch die senkrechten Paare findet man einfach nicht mehr. Was die Katalogpreise anbetrifft, kann man, selten genug, die für zentrisch vollgestempelten ZD als wahrscheinlich "marktgerecht" (im Sammlersinn!) bezeichnen - obwohl für solche Werte, wenn sie denn mal angeboten werden, auch höhere Preise bezahlt werden.
MH 14 oder 15 oder Zusammendrucke daraus auf Brief (Ausnahme W83 + W84) sind natürlich wieder mal noch schwerer zu finden.
Rollenmarken
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Rollenmarken sind eine "Verführung" der besonderen Art. Sie bieten ja nicht nur die rückseitigen Nummern, die letztendlich nur der besseren und einfacheren Tagesabrechnung der Schalterbeamten dienen, nein, sie bieten so Vielfältiges, daß man mit jeder Einzelserie ganze Alben füllen kann. Das ist eine "Liebe", die man selten sucht, die überfällt einen einfach.
Es gibt unterschiedlich große Rollen (bei den SWK die 60er, 80er und 100er), die mit über den Inhalt informierenden Banderolen (die immer das Verpackungsdatum und mit einem Kastenstempel den verantwortlichen Mitarbeiter aufweisen) verschlossen sind, folglich gibt es von vielen Rollenmarken unterschiedliche Rollenanfänge (RA) wie z.B. die Nummern 200, 300, 500 oder 1.000 oder auch mehr. Sie werden als EZM, 3er-, 5er-, 6er (2 Nummern)- oder 11er-Streifen (3 Nummern) gesammelt.
Die Rollen werden immer á 10-Stück an die Postämter geliefert, wobei hier ein sogenannter Stangenaufkleber (-teller) über den Inhalt dieser Verpackungseinheit informiert. Auch dieses "Verpackungsmaterial" wird gerne gesammelt, weil es interessante Informationen liefert. Bei den B&S konnte man z.B. darauf erkennen, daß eine neue Fluoreszenz bzw. ein neues Druckverfahren angewandt wurde.
Rollenenden (RE) werden (als besondere sammlerische Delikatesse?) ebenfalls leidenschaftlich gesammelt. Bis zur Serie SWK wurde, damit auch die letzte Marke aus Automaten oder Schalterwertzeichengebern gezogen werden konnte, an die letzte Marke einer Rolle 4 Leerfelder geklebt, die auch mal verkehrt herum, also Gummiseite nach oben, angeklebt sein können. Das dabei verwendete Papier gab es immer in verschiedenen Farbnuancen (SWK Berlin in 3 Farben). RE werden als 5er-Streifen mit 4 Leerfeldern (5+4) oder 11+4 gesammelt.
Produktionsbedingt setzt die Maschine bei der Markenherstellung spitze und breite Ausgleichszähne, die Papierspannungen ausgleichen bzw. verhindern, daß die Zähnung allmählich ins Markenbild läuft. Auch sie werden in senkrechten Paaren gesammelt, wobei besonderer Wert darauf gelegt wird, daß solche Paare eine Rollennummer haben.
Natürlich sind alle diese Besonderheiten auch gestempelt hochinteressant, aber da wird man sich wohl, allein aus Kostengründen, auf EZM und kleinere auch zufällige Einheiten beschränken. Die zentrisch und berlingestempelt zu finden ist so schon eine gewaltige Aufgabe.
Wer mehr Informationen zu "Rollenmarken" sucht, dem empfehle ich auf dieser Homepage unter "näher betrachtet" bei B&S oder unter diesem Stichwort auf meiner Internetseite www.briefmarken-handbuch.de nachzulesen.
Fazit: bei dieser Serie sind noch lange nicht alle Geheimnisse gelüftet. Weder die Auflagen der MH noch die in Bogen- und Rollenmarken aufgeteilten Mengen sind bekannt. Auch die Anzahl der zum Tausch in gültige Bundmarken zurück gegebenen Marken wurde nie genannt. Und was die Post nach dem 31.12.1991 noch an nicht verkauften Restmengen "auf Lager" hatte, das ja vernichtet wurde, weiß man auch nicht. Was selten und was Massenware ist, wird sich in den nächsten Jahren herausstellen - und noch besteht die Möglichkeit, die angenehmen zu nutzen.
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