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Allgemeines Auflagen Bogenmarken Rollenmarken
Sammelempfehlung

Allgemeines
Im Gegensatz zu den Berliner Bauten, zeigt die Serie "Berliner Stadtbilder" nun doch schon selbstbewußt und spürbar optimistisch, ein zwischenzeitlich teilweise restauriertes, teils gar neues "Stadtbild". Das beginnende Wirtschaftswunder ist spürbar
Viele der in dieser Serie gezeigten Bauwerke wurden im 2.Weltkrieg zerstört oder stark beschädigt.
Besonders der 3-DM-Wert, der die Berliner Kongreßhalle im Tiergarten abbildet, sticht hier hervor. Sie ist ein Geschenk der "Besatzungsmacht" USA an die Stadt Berlin und manifestiert damals schon in besonderem Maße die entstandene Freundschaft zwischen Siegern und Besiegten, die zunehmend von Achtung und Vertrauen geprägt ist.
Für die meisten Briefmarkensammler dürfte diese Serie heute schlicht eine von vielen, eine Serie mit hohen Auflagen und zudem einem Preisniveau, das sich seit unzähligen Jahren nicht mehr verändert hat. Langweilig!
Langweilig?
Nein, wirklich nicht und das soll hier bewiesen werden. Auch in dieser Serie steckt weitaus mehr, als man im ersten Moment annehmen könnte. Die normalen Kataloge, allein schon deswegen sind sie nicht empfehlenswert, beachten nur den Standard, also das, was die Vordruckalben füllt, in diesem Fall also mal wieder die Massenware, und belegen sie auch noch mit den bekannt unsinnig hohen Preisen.
Jeder ernsthafte Sammler weiß jedoch, daß gerade die Bereiche, die keine oder wenig Beachtung finden, für uns echte Briefmarkensammler die interessantesten sind. Und diese Serie findet wenig Beachtung - und sie bietet etwas!
Man muß, glaube ich, schon sagen, fand! Ich beobachte sie bei eBay seit langer Zeit und muß feststellen, daß die Nachfrage nach den Spezialitäten dieser Serie stark angestiegen ist, immer mehr Sammler sich um sie , eine knappe Ressource, "streiten".
Die "Berliner Stadtbilder" wurden in zwei Druckarten hergestellt: die MiNr. 135, 140 bis 147, 187 und 231 im Buchdruck, die MiNr. 148 bis 154 im Rastertiefdruck.
Alle 18 Werte gibt es in Bogenform, 9 Werte wurden auch als Rollenmarken verausgabt.
Markenheftchen oder Zusammendrucke gibt es bei dieser Serie nicht.
Auflagen
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Ab 1956 verausgabt, war diese Serie bis zum 31.12.1964, also 8 Jahr gültig, die MiNr. 140, das ist die 1-Pfennig-Marke (Brandenburger Tor), sogar bis 31.12.1970.
Pfennig Mi.Nr. Auflagen R P W
1 140 20.700.000   X X
3 231 60.000.000      
5 141 50.160.000 X   X
7 ohne Inschr. 135 15.460.000      
7 mit Inschr. 142 54.500.000 X   X
8 grau 143 26.600.000 X X X
8 orange 187 30.630.000 X   X
10 144 339.630.000 X   X
15 145 53.420.000 X X X
20 146 81.980.000 X   X
25 147 51.460.000 X X X
30 148 10.730.000      
40 149 11.365.000      
50 150 20.000.000      
60 151 13.830.000      
70 152 14.250.000 X    
100 153 11.865.000      
300 154 2.420.000   X X
R = Rollenmarke     P = Plattendruck     W = Walzendruck
Die MiNr. 142 und 152 gibt es auch als Rollenmarken ohne Zählnummer. Als Nachweis hierfür sind 11er-Streifen notwendig.
Eine Trennung der Auflagen nach Bogen- bzw. Rollenmarken oder gar glatter und geriffelter Gummierung ist nicht möglich.
Bogenmarken
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Ja, gehen wir ins Detail.
Die "Berliner Stadtbilder" brachten es auf 18 Werte, die sich leider im Katalog auf vier Positionen "verzetteln". Ich frage mich ohnehin, warum jeder Marke sofort nach Erscheinen eine nicht mehr veränderbare Katalognummer zugeteilt werden muß? Wenn ich an die Sehenswürdigkeiten oder (im philatelistischen Sinn) die Frauen, denke, so kann man das Ergebnis kaum als befriedigend empfinden. Aber das wird wohl von den Vordruckalben-Herstellern diktiert, die ja jährlich ihre Nachträge an die Frau oder den Mann bringen möchten. Daß diese Vordruckalben (negativen) Einfluß auf die Sammelwürdigkeit mancher Ausgabearten nehmen, sei hier mit Nachdruck erwähnt!
Die MiNr. 135 (7 Pfennig) machte am 01.03.1956 den Anfang, es folgten zwischen dem 10.07.1956 und dem 26.04.1958 die MiNr. 140 bis 154 und als Nachzügler kamen am 14.02.1959 dann noch die MiNr. 187 und am 01.03.1963 die MiNr. 231, die übrigens auch an Postschaltern der Bundesrepublik zu bekommen war.
So weit, so langweilig.
Das erste Highlight dieser Serie besteht darin, daß es alle Werte mit geriffelter und mit glatter Gummierung gibt - und nirgendwo werden unterschiedliche Auflagen genannt. Es macht, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, riesigen Spaß, diese beiden Varianten zusammenzutragen.
Wenn man das auch noch auf verschiedene mögliche Papiersorten bezieht, die noch lange nicht erforscht sind, wird es noch spezieller und spannender.
Und, wen wundert es, die Ränder bieten einen weiteren begeisternden Spannungsaufbau.
Die MiNr. 140 (22 verschiedene), 143 (10 verschiedene), 145 (17 verschiedene) und 147 (13 verschiedene) weisen am Unterrand Hausauftragsnummern (HAN) auf.
Eine erkleckliche Zahl von Druckerzeichen und Druckerkennzeichen sind bei den MiNr. 140 (8), 141 (12), 142 (10), 143 (2), 144 (8), 145 (6), 146 (8), 147 (5) und 187 (6) zu finden, bei den MiNr. 148 bis 154 findet man Formnummern.
Für die Q1-Sammler nicht überraschend ist, daß "Bogenmarken" ein besonderes Thema sind. Damals unbeachtet, ging es eher darum, die einwandfreien Einzelmarken zu besitzen, weil ja nur die ins Vordruckalbum paßten. Kaum jemand ahnte, daß die Sammelart Bogenmarken einmal so populär werden würde.
Wobei das ja prinzipiell, hätte man logisch gedacht, damals schon hätte erkannt werden müssen - und nicht nur auf waagerechte Paare bezogen! Wie viele Paare gibt es, wie viele 4er-Blocks, Eckrandeinheiten, selbst Einzelmarken mit Rand, gar mit Dz oder FN oder Bogenzähler - und, hallo, nicht nur auf Dauerserien bezogen.
Rollenmarken
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Wie schon genannt, es gibt 9 Rollenmarkenwerte: die MiNr. 141 bis 147, die MiNr. 152 und die MiNr. 187.
Mit rückseitiger Nummer schon als postfrische Einzelmarken oder Streifen gesucht, werden prüfbar, gar zentrisch gestempelte, kaum angeboten.
Die Rollengrößen lauteten einheitlich auf 1.000er-Rollen, wobei es da bei den Werten zu 5, 15, 25 und dem Nachzügler zu 8 Pfennig Unterschiede gibt. Die "Normalform" ist, daß die rückseitigen Nummern alle immer 4-stellig sind, also 0005, 0100 oder 0985. Die vorgenannten 3 Werte gibt es, und das ist in diesem Fall die "billigere" Variante, jedoch auch als 1.000er-Rollen, bei denen die ungeraden Nummern "nur" 3-stellig sind, also 005, 105 oder 985.
Ein besonderes Bonbon ist übrigens der Kopfsteher der rückseitigen Nummer bei der MiNr. 152, also der 70er.
Die MiNr. 142 und 152 gab es darüber hinaus auch als Rollenmarken ohne Nummer. Um das nachzuweisen ist allerdings mindestens ein 11er-Streifen notwendig - und so einen habe ich bis heute noch nicht gesehen.
Hochinteressant sind natürlich wieder die über die bisher genannten Standardvarianten hinausgehenden Spezialitäten, also Paare mit Ausgleichzähnung, die Rollenanfänge und Rollenenden und Flickstellen, allesamt logischerweise mit den normalen Geldbeutel arg strapazierendem Preisgefüge - aber eh kaum zu bekommen.
Die Rollenenden gibt es logischerweise auch in glatter und geriffelter Gummierung und verschiedenfarbenen Leerfeldern. Auf diesen Leerfeldern befand sich überwiegend ein sogenannter "roter Adlerstempel", wobei es, wahrscheinlich eher unbeabsichtigt, auch solche ohne diesen Stempel gibt.
Die beiden auch ohne rückseitige Rollennummer verausgabte Rollenmarken gibt es natürlich auch als Rollenenden.
Sammelempfehlung
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Die postfrische Standardmarke bietet den Reiz unterschiedlicher Gummierung. Will man also, was eher logisch ist, die glatte und die geriffelte Variante zusammentragen, ist es empfehlenswert gleich zu versuchen, Randstücke, Einheiten, wenn möglich solche mit Dz, FN, Bogenzählern oder Schnittmarkierungen zu bekommen. Konzentriert man sich auf Eckränder, darf man auch die hochinteressanten Zähnungsvarianten nicht übersehen.
Das anfänglich lose Sortierte wird im Verlaufe der Zeit eine fesselnde Ordnung erfahren, die die ganze Vielfalt dieser Serie wiederspiegelt.
Ich wäre nicht ich, wenn ich nun nicht wieder eine Lobeshymne auf die gestempelten Varianten anstimmen würde.
Allerdings finde ich es bei dieser Serie noch weit schwieriger, als es bei allen anderen der Fall ist, allein nur einen einigermaßen normalen, zentrisch gestempelten Satz zusammenzutragen. Nicht mal einen einheitlich "Berlin-Charlottenburg" -gestempelten Satz findet man.
Auch bei den Paaren oder den (so gut wie nicht angebotenen) größeren Einheiten muß man den les- und prüfbaren, gar zentrischen Berlinstempel mit der Lupe suchen. So gestempelte Randmarken mit Dz, FN, auch Schnittmarkierungen sind wahre Schätze, und auf Brief "Wahnsinn".
Seis drum, ich finde, genau das ist der Reiz - und ein Erfolg begeistert um so mehr.
Kurz erwähnen möchte ich noch, daß bis einschließlich 1958 amtliche Ersttagsblätter verausgabt wurden. Man kann sie zur Sammlungsergänzung sammeln, ich meine aber, das sind künstlich und nur für Sammler manipulierte bzw. hergestellte Produkte - und lasse die Finger davon.
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