Berlin-Briefmarken
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Frage:
08.08.2012
Von Ben aus Berlin erhielt ich eine umfangreiche eMail, die ich ihm bereits beantwortet habe. Hier möchte ich die Fragen und Antworten in mehreren Teilen wiedergeben:

Hallo sehr geehrter Herr Köpfer,
ich schreibe Ihnen heute aus mehreren Gründen. Ich bin auf Ihre Seite gestossen und finde Sie sehr interessant. Ich wollte mir eine neues Sammelgebiet aussuchen und bin dabei auch auf die gute alte Briefmarke gestossen, jedoch nach einigem suchen und lesen eher abgeneigt gewesen, da sich dieses schöne Hobby für mich als zu unvorteilhaft für den Geldbeutel darstellte. Dabei ging es mir gar nicht um die vielen völlig überteuerten Briefmarken Angebote, welche „speziel für den Sammler“ herausgebracht werden und teuer verkauft werden, wohl wissend das es später für sie keinen Cent mehr gibt. Diese unschönen Dinge gibt es ja z.B. auch auf dem Münzmarkt usw. . Sondern eher um die Entwicklung des Gesamtmarktes und der Preise sowie des Sammlernachwuchses etc. wo ich hier einen katastrophalen Eindruck gewann. Ihre Seite jedoch ist der Grund, wieso ich mich doch noch nicht ganz dagegen entschieden habe und sogar mit den Gedanken spiele, mit dem Briefmarkensammeln zu beginnen, wenn auch nicht als Hauptgebiet meiner Sammelleidenschaft.




Antwort:
Das ist kein "katastrophale Eindruck", sondern ganz einfach Tatsache. Dieser Markt wird von der Briefmarkenlobby incl. des Sammlerverbands beherrscht, der "Standard"-Sammler ist lediglich nachwachsendes Melkvieh. Die Vereine bestehen aus älteren, meist unflexiblen, die Fehler ihrer Vergangenheit nicht eingestehen wollenden, überwiegend Männern, die an ihrer Art zu sammeln nichts mehr ändern werden. Das ist insofern nicht zu verurteilen, als das meiste dessen, was oft in 50 Jahren gewachsen ist, irreparabel ist: Berge extrem teuer erkauften wertlosen Schrotts. Zu verurteilen ist der Verband, der nichts dagegen tut, im Gegenteil, die Vereine dazu anhält, "ihrem" wenigen Nachwuchs ihre eigenen Fehler weiter zu vermitteln, in dem der z.B. zum Motivsammeln und zur Erstellung von Sammlungsrahmen für Ausstellungen erzogen wird. Dieser wertvolle Fundus Nachwuchs wird systematisch seiner Entwicklungsmöglichkeiten beraubt.

Aber, das alles ist kein Grund, sich gegen das Briefmarkensammeln zu entscheiden, denn die Philatelie besteht aus zwei Gruppierungen, das sind auf der einen Seite die Vereine, auf der anderen, eine große und immer stärker werdende "Parallelwelt" von Sammlern, die ihr Hobby erfolgreich und mit viel Spaß betreiben.