Berlin-Briefmarken
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Frage:
24.10.2012
Hallo Herr Köpfer, hallo Herr Luis, hallo Herr Kleemann, die Diskussion, die hier gerade im Gange, finde ich sehr gut. Sie zeigt doch, wie vielfältig und interessant das Sammeln von Briefmarken sein kann, und dass es da die unterschiedlichen Vorlieben gibt.
Bei KBWZ und Marken mit Andreaskreuz bin ich etwas zwiegespalten: eigentlich sind diese Marken selten und haben damit einen Wert, wie ich gerade an den Ergebnissen der Auktionen von antiquariatapel fest gestellt habe. Andererseits sehe ich aber auch, dass es dabei um etwas geht, was nur für Sammler hergestellt wurde und bei den Andreaskreuzen aus dubiosen Quellen kommen muss. Ich persönlich werde diese Marken nicht sammeln, da mir der finanzielle Aufwand dafür auch zu hoch ist, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn sich jemand trotzdem dafür begeistert. Es gibt eben viele interessante Spezialitäten zu entdecken.
Gruß Joachim Brisch
Antwort:
Aus den Beiträgen ist die Problematik gut erkennbar. Sie spiegelt wider, daß es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern auch Zwischentöne. Ausgangspunkt sind Regeln, die wir, hier grob wiedergegeben, zum Schutz unseres Hobbys in der Abgrenzung „erste Qualität“ und „postalisch, zur Erfüllung deren Aufgaben“ und außerhalb dessen „speziell für Sammler hergestellt“ gezogen haben.

Ich denke, daß diese Abgrenzung, die „sammelwürdig“ kontra „nicht sammelwürdig“ beinhaltet, sinnvoll ist und außer Frage steht.

Das wäre „schwarz“ oder „weiß“ – was Sammeln, gleich welcher Couleur, jedoch nicht gerecht würde.

Wenn wir uns das Sammeln von KBWZ ansehen, stellen wir fest, daß es unsere Regeln nicht erfüllt. Andererseits hat Herr Luis festgestellt, womit er recht hat, daß diese Marken nicht massenhaft hergestellt wurden, um Umsatz zu generieren, sondern ausschließlich auf Wunsch von Sammlern. Es ist wahrscheinlich, daß die Anzahl dieser KBWZ überschaubar und den Besitzerwunsch einer größeren Zahl von Interessenten kaum erfüllen könnte – was sich auch in aktuellen Geboten widerspiegelt.

Eine Überlegung könnte nun die sein, ob man hierfür, auch um eventuell weitere solcher „Randgebiete des Briefmarkensammelns“ zu „integrieren“, eine eigene Klassifizierung schafft, wobei ich mir neben „sammelwürdig“ und „nicht sammelwürdig, zwischendrin, als zweite Stufe, „sammelfähig“ vorstellen könnte. Dies soll dann keine Bewertung sein, denn das würde die Freiheit des Sammelns angreifen, sondern einfach Teil von Regeln, die es den Sammlern möglich macht, eine Einstufung vorzunehmen.

Das könnte im vorliegenden Fall jedoch nur die KBWZ betreffen, auf keinen Fall aber die im gleichen Atemzug genannten Andreas-Kreuze. Hier handelt es sich nicht mehr um Briefmarken, sondern um Druckabfall, der zur Vernichtung mit einem Kreuz versehen, illegal in einen ebensolchen Handel gelangte. Hier erinnere ich an den Einwurf von Frank, der Kauf und Verkauf wohl richtigerweise als Hehlerei deklarierte.
Grüße aus Freiburg
Günther